Es ist nicht überliefert, ob im Jahr 1925, als in Berlin Schöneberg die damals weltweit größte Kunsteisfläche im damaligen Sportpalast eröffnet wurde, bereits das Eishockeyspiel in Weißwasser publik war. Überliefert ist indessen, dass vier Jahre darauf auf Initiative von Günter Lehnigk, Helmut Bertko, Siegfried Rohrbach, Martin Schulz und Fritz Dutschke erste eissportliche Betätigungen auf dem Braunsteich am Rand der Glasmacherstadt stattfanden.
Da die Sportfreunde allesamt in der „Osramstraße“ wohnten, fanden die ersten improvisierten Begegnungen als Straßenmannschaft unter diesem Namen statt. Als Martin Schulz drei weitere Jahre später im „Gloria Palast“ in Weißwasser ein Eishockeyspiel des Deutschen Meisters Berliner SC gesehen hatte, fasste er den Entschluss, das Ganze professioneller als bislang anzugehen. In Berlin waren damals mehr als zehntausend Zuschauer dabei, wenn der Serienmeister seine Siege einfuhr.
Auf dem Braunsteich wurde mit Spazierstöcken, selbstgebastelten Eishockeyschlägern aus Birkenholz und Pucks aus Holz ohne Spielbegrenzungen gespielt, dazu war die Regelkunde eher rudimentär. Schulz überzeugte seine Freunde schließlich von seinem Vorhaben und am 15. Dezember 1932 schlug die Geburtsstunde des Sportvereins „Eishockey Weißwasser“ im Sitzungssaal des Keglerheimes in der Gartenstraße.

Wie der neue Verein in den TSV Weißwasser kam

Ein knappes Jahr später bemühte sich der kleine und finanziell auf die Beiträge und Zuwendungen seiner Mitglieder angewiesene Verein um Aufnahme in den zahlungskräftigeren „Turn- und Sportverein“ Weißwasser. Am 6. Dezember 1933 erfolgte die offizielle Aufnahme, der damalige Vereinsleiter Rösner beschied: „Euer Unternehmen in unserer Stadt bezeichne ich als totgeborenes Kind“. Die erhoffte finanzielle Unterstützung, etwa für Ausrüstung oder die Organisation von Auswärtsspielen, blieb aus und der Verein weitgehend auf sich gestellt.
Dennoch säumten einige Wochen später 1500 Zuschauer das Ufer am Braunteich, als der „Oberschöneweider Hockey-Club“ ein Gastspiel in Weißwasser gab. Die deutliche Niederlage gab den jungen Weißwasseranern Auftrieb, es in Zukunft besser zu machen. 1936/37 wurde die Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften durch eine knappe Niederlage gegen den „EV Hindenburg“ verpasst, ein weiteres Jahr später waren 2500 Zuschauer Zeuge, als Weißwasser das erste Mal Schlesischer Meister wurde. Gegner auf dem Braunsteich war erneut der „EV Hindenburg“. Erst in der dritten Verlängerung bei einbrechender Dunkelheit schoss mit H. Wunderlich aus Görlitz die Weißwasseraner zum Sieg.

Eishockey bis zum Kriegsausbruch 1939 in Weißwasser gespielt

In den beiden Folgejahren verteidigte Weißwasser den Titel. Mit Kriegsausbruch 1939 endete der reguläre Spielbetrieb weitgehend. Spieler wie Schulz, Röhler, Venus, Bertko und Dutschke wurden zur Wehrmacht eingezogen. Das Kriegsende erlebte Vereinsgründer Schulz oder die Spieler Röhler, Höhna, Suppan, H. Lehnigk, Süßmuth, Ballack, Schütz, Petow und R. Blümel nicht. Im Sommer 1945 trafen sich die ersten Heimkehrer aus dem Krieg wieder. Und bereits im darauffolgenden Winter wurde der Braunsteich erneut zur Trainings- und Spielstätte. Diesmal mit Unterstützung des VEB Spezialglaswerk Einheit, der Freien Deutschen Jugend (FDJ) und der Stadtverwaltung. Der erste Nachkriegserfolg war das Erringen des „Pokals der Freien Deutschen Jugend“ gegen sächsische Konkurrenz ein Jahr später als Betriebssportgemeinschaft („BSG“) Kristall. Allerdings konnte die BSG vorerst nicht an alte überregionale Erfolge anknüpfen. Das Ufer am Braunsteich bevölkerten dennoch bis zu 6000 Zuschauer.
Im Herbst 1949 sprachen die Spieler selbst beim Bürgermeister vor, um Unterstützung für einen Stadionneubau zu erhalten. Das Gelände des Jahnteichs bot sich aufgrund der Lage und äußerlicher Gegebenheiten als idealer Standort an. Tatsächlich wurde das Gelände dem Verein für zwanzig Jahre zur Nutzung überlassen. Währenddessen der Bau zu einem freiwilligen Kraftakt aller sportinteressierten Weißwasseraner wurde, flossen 135.000 Mark in den Bau. Zur Stadiontaufe 1950 kamen 6000 Zuschauer in das Natureisstadion – und gegen den späteren DDR-Meister aus Frankenhausen wurde ein torloses Remis erkämpft.

Erster DDR-Meistertitel für Weißwasser

1951 errang „Ostglas“ Weißwasser den ersten DDR-Meistertitel, der im Folgejahr als „Chemie“ Weißwasser verteidigt wurde. Etwa fünfunddreißig Aktive zählte der Verein damals, die Sportler trainierten neben Schule und Arbeit im Jahnstadion bei winterlicher Witterung frühmorgens oder spätabends, um das Eis zu schonen. Im Sommer dann auf dem Sportplatz am Tierparkgelände oder im nahen Turnerheim.
Wenn die Möglichkeit bestand, fuhren die Weißwasseraner nach Jonsdorf, um die dortigen früheren Winterbedingungen auf Natureis zu nutzen oder zum Eistraining nach Berlin in die Werner-Seelenbinder-Halle. Das Jahr 1953 wurde zur sportlichen Zäsur, in der DDR wurden republikweit Vereine in das Ministerium des Inneren integriert und die Sportler offiziell Angehörige der Polizei. Ziel war eine ausschließlich auf Erfolg ausgerichtete professionelle Struktur olympischer Sportarten. Der Name dieser Sportvereine wurde Programm. Aus „Chemie Weißwasser“ wurde Dynamo. Aber das ist eine andere Geschichte.

Gewinnspiel

Die Lausitzer Rundschau und der EHC Lausitzer Füchse führen ein Gewinnspiel durch. Zu gewinnen gibt es die Ehrung des besten Füchse-Spielers im Monat November, welche bei einem der nächsten Heimspiele vorgenommen wird. Wer die Frage richtig beantwortet und bis zum 27. Dezember, 12 Uhr, diese an weisswasser@lr.de sendet, kann die Ehrung vornehmen.
Die Frage lautet: Mit welchem Endergebnis endete das erste Finale auf dem Braunsteich gegen den EV Hindenburg?
Teilnahmebedingungen: Veranstalter dieses Gewinnspiels sind die LR Medienverlag und Druckerei GmbH und die EHC Lausitzer Füchse GmbH. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Wer gewonnen hat, wird ausschließlich persönlich (schriftlich oder telefonisch) benachrichtigt. Die Teilnehmenden erklären sich einverstanden, dass Ihr Vor-und Nachname sowie Ihr Wohnort im Falle eines Gewinns in den Print- und Digitalprodukten der Verlage veröffentlicht werden. Mitarbeitende der Verlage sind von einer Teilnahme ausgeschlossen.
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