Von Regina Weiß

Aufs Wetter können Umzüge keine Rücksicht nehmen. „26 Grad und ein bisschen Sonne wären schön“, muss Hagen Kittan am Mittwochmorgen selbst lachen. Das gleichnamige Umzugsunternehmen aus Weißwasser ist mit neun Mitarbeitern vor Ort, um bei Schneefall den Regenbogen einzupacken. Die Kita gleichen Namens zieht um, und das mit Sack und Pack, Tüten, Kartons, Schränken, Stühlen, Büchern, Spielzeug, Tassen, Tellern, Tischen ... Und sicherlich auch mit so mancher Erinnerung. Nicht nur ideell. Beispiel Bastelraum. „Der war zugestellt von vor ,hundert’ Jahren. Da ist einiges aufgetaucht, wo wir es nicht übers Herz bringen, es wegzuschmeißen. Das kommt mit ins neue Haus“, erzählt Leiterin Stephanie Grünler.

Im Februar 2015 hat sie die Leitung in der städtischen Kita an der Lutherstraße übernommen. Und eines ihrer Kinder hieß seitdem Kita-Neubau. Durch die Planer wurde das Team in die Entstehung des Neubaus am Sportpark von Anbeginn mit einbezogen.

Am Anfang war viel Vorstellungsvermögen erforderlich, danach hat man genau auf das Werden und Wachsen des neuen Regenbogens geschaut. „Es war gut so, wenn auch manchmal anstrengend. Jetzt wird es endlich greifbar“, erklärt Stephanie Grünler. Der Umzug erfolgt nun in ein Haus, dass schön, freundlich und einladend ist.

Dafür packen nicht nur die Profis an. Schon am Dienstag sind sechs Kameraden der Feuerwehr Weißwasser zur Stelle, um die Krippenmöbel an ihren neuen Platz zu befördern. „Das war einfach genial“, freut sich die Kita-Chefin über diese Hilfe. Mittwoch fragen dann 24 Mitarbeiter – vom Erzieher bis zum technischen Personal –, wo sie jetzt anpacken sollen. „Alles hört auf Steffis Kommando“, gibt eine Kollegin den Slogan des Tages aus. Und die kann sich wiederum auf ihre Truppe verlassen. „Ich habe das beste Team der Welt“, lässt sie die RUNDSCHAU wissen.

Mit Erika Schuster, Eleonore Fischer, Evi Höhne, Dagmar Reichelt, Gisela Zitzer und Monika Kalla sind ehemalige Kolleginnen vor Ort, um da zu helfen, wo sie gebraucht werden. „Über 45 Jahre haben wir hier teilweise zusammengearbeitet“, erklärt Erika Schuster, warum sie auch an solchen Tagen im Regenbogen dazu gehört. „Wir können ja nicht nur zum Feiern vorbeikommen“, schickt Eleonore Fischer mit einem Lachen hinterher.

Geholfen haben auch Eltern. Zum Beispiel als Umzugskistenlieferanten oder indem sie ihre Kinder eben nicht in die Kita gebracht haben. Wo sonst 120 Mädchen und Jungen betreut werden, gibt es am Mittwoch eine Gruppe mit neun Kindern. „Das hilft uns wirklich sehr“, unterstreicht die Chefin. Die Mädchen und Jungen bekommen vom Umzugstrubel nichts mit. Aber die Vorfreude ist groß. „Am besten gefällt mir der neue Regenbogen“, ist sich die sechsjährige Diana ganz sicher.

Der Name ist Programm. Die Farben zeigen den Kindern den Weg. Die Erzieherinnen versuchen, den roten Faden zu finden. „Ein bisschen wie Kita sieht es schon aus“, findet Peggy Wagemanns. Nun hofft nicht nur sie, dass alles in die Schränke passt. Und dabei habe man schon fleißig aussortiert ...

Im Nachbarzimmer wird derweil mit dem Zollstock hantiert und der beste Platz für den Schrank gesucht. Denn letztlich soll alles nicht nur schön sein, sondern auch praktisch. Die Erzieherinnen geben zu, sich im Vorfeld so manche Nacht deshalb die Köpfe zerbrochen zu haben. „Noch fehlen ein paar Möbel, aber es wird schon“, sagt Erzieherin Lolita Blockus und schwingt fleißig den Putzlappen in ihrem neuen Domizil. Ihr Kollege Steffen Mrotzeck hantiert mit der Schlagbohrmaschine. Zu werkeln gibt es eben doch genug. Schließlich soll am 7. Januar alles für die Mädchen und Jungen einladend sein. Die Erzieher sind ganz gespannt, wie die Kinder ihren neuen Regenbogen erobern werden. Den Lieblingsplatz hat Peggy Wagemanns schon mal ausgemacht. Sie zeigt auf die zweite Ebene in den Kita-Räumen. Eine ideale Spielfläche mit Platz für ganz viel Fantasie.

4,1 Millionen Euro kostet der Neubau. Für Rathaus-Mitarbeiterin Angela Paulke ist es schön, wenn das Jahr mit der Inbetriebnahme einer neuen Kita startet. „Schon beim Start des Umzugs war die positive Stimmung zu spüren“, so Angela Paulke weiter. Was indes mit dem alten Regenbogen (dem früheren Kindergarten Lilo Herrmann) wird, steht noch nicht fest. „Ende des Monats übergeben wir das Gebäude an den Fachbereich Bau.“

Weitere Fotos vom Kita-Umzug unter: www.lr-online.de/bilder

Bildergalerie Umzug der Kita Regenbogen