Als das Coronavirus den Kreis Görlitz erreicht, kommt es, wie überall in der Lausitz, aus dem Süden. „Gestern Abend, 9. März 2020, wurde eine männliche Person im Stadtgebiet Görlitz positiv auf den Coronavirus getestet. Der Erkrankte und seine Partnerin kamen am vergangenen Wochenende aus dem Risikogebiet Südtirol zurück“, berichtet die Kreisverwaltung am 10. März. Ein Abstrich bestätigte die Infektion.
Umgehend beginnt das Gesundheitsamt, Kontakte zu ermitteln und Quarantänen zu verhängen. Am Abend wird ein weiterer Fall gemeldet: eine Person aus Weißwasser. Auch sie wird isoliert. Der Stab für außergewöhnliche Ereignisse nimmt seine Arbeit auf.
Der Landkreis verbietet Veranstaltungen, an der Grenze werden wieder Kontrollen eingeführt. Das Infektionsgeschehen bleibt aber zunächst überschaubar.
Das ändert sich Ende März, als das Virus eine Pflege-Einrichtung in Klein Priebus erreicht. Die Infektionszahlen steigen. Am 26. März gibt es die erste Tote im Kreisgebiet, eine 89-jährige Bewohnerin des Heimes in Klein Priebus. Das Gesundheitsamt verhängt eine Quarantäne über das Haus. Am 2. April gibt es hier den zweiten Todesfall.
Zwei Tage später folgt der nächste Todesfall, diesmal in einem Pflegeheim in Niesky. Der Ort wird in den folgenden Wochen zu einem Zentrum des Corona-Geschehens im Landkreis. 98 der 269 Infektionen werden hier getestet. 14 der 22 Todesfälle sind in Niesky zu verzeichnen. Auch der höchste Anstieg an einem Tag – 65 Fälle – ist auf das Heim in Niesky zurückzuführen.
Weißwasser hingegen kommt sehr viel glimpflicher davon. 13 Fälle werden hier bis Anfang Juni gemeldet. Todesfälle gibt es nicht.
Ab Ende April nimmt das Infektionsgeschehen im Kreis dann deutlich ab. Nach dem 3. Mai werden nur noch drei Einzelfälle gemeldet.

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