Die Mitarbeiter der Zimmerei Blum aus Halbendorf haben sogar an die Milchkannen gedacht. Die sind aber fürs Foto nur geborgt, erklären sie. Denn so einfach sind die Alu-Kannen nicht mehr zu bekommen. Sie sollen aber auf alle Fälle einen Platz auf der neu gebauten Milchrampe in Gablenz erhalten. Festgeschraubt, damit sie keiner wegfinden kann.
Warum wird dieser Bau überhaupt am Gablenzer Weg/Ecke Forstweg errichtet? Zum einen als Reminiszenz an die Geschichte und zum anderen als Gestaltungselement für den Ortseingang. Drei Mini-Rakotzbrücken schmücken ja schon Dorfeingänge auf anderen Seiten.

Die Zeit als es in Gablenz noch Kleinbauern gab

Im Fall der Milchrampe soll aber an die Zeit erinnert werden, als die Gablenzer als Kleinbauern im Nebenerwerb Kühe oder Ziegen gehalten haben. Oft mussten die Kinder die gefüllten Milchkannen mit dem Handwagen oder dem Fahrrad an die Sammelstelle – die Milchrampe – bringen. Bürgermeister Dietmar Noack (CDU) gehörte als Schuljunge dazu. „Die Milchkannen wurden erst mit dem Pferdefuhrwerk, später mit dem Lkw abgeholt und nach Weißwasser in die Molkerei auf der Puschkinstraße gebracht“, erinnert er sich.
Natürlich gehörte auch das Abholen der Milchkannen zum Arbeitsprogramm der Kinder. „Einmal die Woche war ein bisschen Buttermilch in den Kannen.“
Als die Tierhaltung im Nebenerwerb verschwand, verschwand auch die Milchrampe. „Viele wissen gar nicht mehr, dass es so etwas gegeben hat“, sagt der Bürgermeister. Durch die Förderung des Freistaates für sorbische Belange kann Gablenz dieses Bauprojekt umsetzen.