Digitaler Stromzähler: Smartes Gerät kommt – was es kann und was es kostet

Ein Elektriker montiert einen digitalen Stromzähler mit einem Smart-Meter-Gateway zur Datenübertragung. Auch in der Lausitz halten immer mehr solcher schlauer Zähler Einzug in die Häuser.
Markus Scholz/dpa- Intelligente Stromzähler kommen in Haushalte der Lausitz, Kosten: 20 Euro/Jahr.
- Gesetz fordert Einbau bei Verbrauch ab 6.000 kWh/Jahr bis 2032.
- Vorteile: Keine Vor-Ort-Ablesung, mehr Transparenz, fördert energieeffizientes Verhalten.
- Sicherheit: Hohe Anforderungen, Datenzugriff geregelt, online einsehbar.
- Bis 2032 sollen 170.000 Geräte installiert werden.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Kennen sie ein Gerät, was rennt und dennoch an Ort und Stelle bleibt? Der Stromzähler vermag beides zugleich. Wobei er überhaupt nicht rennen müsste, wenn es nach den Stromkunden geht. Denn das deutet auf einen hohen Stromverbrauch und höhere Kosten hin. Wird sich daran etwas ändern, wenn nun ein smarter Stromzähler im Zuhause einzieht? Wahrscheinlich nicht. Doch einiges wird anders werden.
Es fängt damit an, dass Hausbesitzer Max Mustermann beispielsweise in Bad Muskau Post von der Mitteldeutschen Netzgesellschaft Strom mbH bekommt. Max Mustermann wird in dem Schreiben angekündigt, dass demnächst ein schlauer Stromzähler in sein Haus einzieht. Es ist das erste Signal, dass ein Zählerwechsel ins Haus steht.
Intelligentes Messsystem zieht in der Lausitz in Häuser ein
Künftig wird im Haus von Max Mustermann ein intelligentes Messsystem den Stromverbrauch überwachen. Doch was verbirgt sich tatsächlich dahinter und weshalb muss überhaupt ein solcher Zähler eingebaut werden? Der alte ist ja nicht kaputt und hat seinen Dienst versehen.
Hagen Ruhmer, Pressesprecher der Mitteldeutschen Netzgesellschaft Strom mbH, weiß mehr. Er erläutert, bei wem dieser Einbau in den nächsten Jahren erfolgen wird. „Der Gesetzgeber hat im Messstellenbetriebsgesetz festgelegt, dass bei allen Haushalten mit einem Jahresverbrauch ab 6.000 Kilowattstunden beziehungsweise ab 7.000 Kilowatt installierter Einspeiseleistung – zum Beispiel durch eine Photovoltaikanlage – bis 2032 intelligente Messsysteme eingebaut werden müssen“, so Ruhmer. Wer unter diesen Werten liegt, muss seinen herkömmlichen Zähler im gleichen Zeitraum gegen eine moderne Messeinrichtung ohne Kommunikationsmodul tauschen lassen. Messstellenbetreiber dürfen iMSys aber optional überall einbauen, heißt es in einer Pressemitteilung zu dem Thema.
Es gibt also eine gesetzliche Pflicht, die technisch wie folgt untersetzt ist: intelligente Messsysteme (iMSys) sollen helfen, eine sichere und standardisierte Kommunikation in den Energienetzen zu erreichen und die Digitalisierung der Energiewende unterstützen. Das bedeutet unter anderem: keine Kosten durch Vor-Ort-Ablesung, mehr Transparenz beim Verbrauch, sichtbare Netzauslastung (wie hoch wird das Stromnetz durch Einspeisung und Strombezug belastet), Schaffung einer standardisierten Infrastruktur für Smart-Home-Anwendungen. Hintergrund ist auch: Der Verbraucher bekommt eine präzise Visualisierung seines Verbrauchsverhaltens über den neuen Zähler zu sehen. Dies soll ihn zu energiesparendem Verhalten mobilisieren, wünscht sich der Gesetzgeber.
Der Einbau des Messsystems ist kostenlos, bestätigt Hagen Ruhmer. Doch es ändert sich der Grundpreis. Es sind mit Kosten von 20 Euro pro Jahr zu rechnen. Genaue Details gibt es auf der Seite der Bundesnetzagentur. Denn die Preise ändern sich je Strommenge pro Jahr.
Ist der smarte Stromzähler überhaupt sicher genug?
Wenn der Zähler aber so schlau ist, dass er die Daten allein sendet, ist er denn sicher genug? „Ja, das iMSys ist sicher. Um als Messstellenbetreiber auf die Informationen zugreifen zu können, werden sehr hohe Anforderungen an die Sicherheit gestellt“, unterstreicht Hagen Ruhmer. Es sei gesetzlich geregelt, welchen Beteiligten – zum Beispiel dem Netzbetreiber oder dem Energielieferanten – zu welchem Zweck Daten übermittelt werden dürfen. Auch auf Verbraucherseite lassen sich die Daten einsehen: entweder direkt am Gerät oder auch über ein Online-Portal.
Mitnetz Strom konnte jüngst verkünden, dass 50.000 iMSys eingebaut zu haben. Insgesamt sollen bis 2032 nach aktuellem Stand 170.000 Geräte installiert werden. Diese Zahl kann sich durch Gesetzesnovellen oder eine Zunahme des Verbrauchs in Haushalten allerdings noch verändern.
Wie viele Anschlüsse in der Region um Weißwasser für iMSys infrage kommen, konnte LR nicht übermittelt werden.
Was der smarte Zähler noch kann
Durch ihre Kommunikationsfähigkeit können iMSys zusätzlich mit Steuerboxen ausgerüstet werden. Über diese Module dürfen Netzbetreiber laut Energiewirtschaftsgesetz ausschließlich sogenannte steuerbare Verbrauchseinrichtungen, wie Wallboxen oder Wärmepumpen, bis zu einem gewissen Grad dimmen. Dabei wird deren Leistungsaufnahme aus dem Stromnetz im Ausnahmefall etwas reduziert; die Anlagen funktionieren weiter. „Durch diese Steuerbarkeit erreichen wir die nötige Flexibilität auf der Verbraucherseite, die unser Netz vor möglichen Überlastungen schützt“, erklärt Tobias Sauer von der Abteilung Mess- und Zähldienste bei Mitnetz Strom, die federführend das Thema iMSys vorangetrieben hat.

