Diebstahl in Löbau
: Gestohlene MZ an Polizisten verkauft

Dass Motorräder und Mopeds aus DDR-Zeiten gefragt sind, zeigt der jüngste Fall im Bereich der Polizeidirektion Görlitz. Für die Aufklärung geht die Polizei einen besonderen Weg.
Von
Regina Weiß
Görlitz
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Polizei: ARCHIV - 18.01.2024, Sachsen, Dresden: „Polizei“ ist auf der Tür eines Polizeiautos zu lesen. (zu dpa: «Hehlerei mit Pfandgut: Durchsuchungen in sechs Bundesländern») Foto: Robert Michael/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

In Löbau ist ein Motorrad der Marke MZ geklaut worden. Der Dieb wollte die Maschine an Polizisten verkaufen. (Symbolbild)

Robert Michael/dpa
  • Ein gestohlenes MZ-Motorrad wurde in Löbau von einem Dieb an Polizisten verkauft.
  • Die Polizei entdeckte das Motorrad auf einer Verkaufsplattform im Internet.
  • Polizisten gaben sich als Kaufinteressenten aus und verhafteten den 36-jährigen Verkäufer.
  • Das Motorrad wurde sichergestellt, und der Verdächtige wird nun wegen Hehlerei untersucht.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Mopeds und Motorräder aus DDR-Produktion sind nach wie vor gefragt. Dafür muss man nur mal die Suchmaschinen im Internet betätigen und sieht, was für solche Maschinchen aufgerufen wird. Um so ärgerlicher für einen Besitzer aus Löbau, als ihm seine MZ TS 250 abhandengekommen ist.

Die Maschine Baujahr 1976 war nach Angaben der Polizeidirektion Görlitz im Dezember 2024 aus der Garage gestohlen worden. Doch eine Suche im Netz brachte einen ersten Erfolg.

Der Geschädigte entdeckte das Motorrad im Wert von etwa 4.200 Euro auf einer Verkaufsplattform im Internet. Er informierte die Polizei darüber. Individuelle Merkmale am Krad erhärteten den Verdacht, dass es sich um die entwendete Maschine handelte.

Polizisten geben sich Kaufinteressenten aus

Die Ordnungshüter waren diesmal in besonderer Mission unterwegs und gaben sich als Kaufinteressenten aus. Sie kontaktierten den Verkäufer und vereinbarten eine Fahrzeugbesichtigung im Bereich Deschka (zwischen Rothenburg und Görlitz). Zum vereinbarten Zeitpunkt schob der mutmaßliche Tatverdächtige das Krad über die Neißebrücke auf deutsches Hoheitsgebiet. Nach den vermeintlichen Verkaufsverhandlungen gaben die Käufer sich als Zivilpolizisten zu erkennen und nahmen den 36-jährigen Polen mit aufs Revier. Das Motorrad wurde sichergestellt und der mutmaßliche Verkäufer verließ nach Ende der polizeilichen Maßnahmen das Revier in Görlitz. Gegen ihn wird nun wegen Hehlerei ermittelt.

Auch wenn Rollenspiele nicht zur Ausbildung der Polizisten gehören, sei es doch manchmal erforderlich, für die gute Sache, in eine andere Rolle zu schlüpfen, heißt es auf Nachfrage aus der Pressestelle der PD.