Denkmalschutz in Weißwasser
: Neue Kommission ist auch Ansprechpartner für Einwohner

Weißwasser bestätigt Denkmalkommission bis 2029: Die ehrenamtlichen Experten beraten die Stadt zu Denkmalpflege, Kriegsgräbern und zur Stadtgeschichte.
Von
Jürgen Scholz
Weißwasser
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Die Kita "Ulja" wird ab 11. März wieder die Kinder im ursprünglichen Gebäude begrüßen. Die Sanierungsarbeiten sind auf der Zielgeraden, heißt es aus dem Rathaus.

Die Kita "Ulja" wird ab 11. März wieder die Kinder im ursprünglichen Gebäude begrüßen. Die Sanierungsarbeiten sind auf der Zielgeraden, heißt es aus dem Rathaus.

Weißwasser ist reich an Denkmalen. Die Kindertagesstätte "Ulja" steht mitsamt ihres Außengelände auf der Denkmalschutzliste (Archivfoto).

Christian Köhler
  • Weißwasser bestätigt Denkmalkommission für die Amtsperiode bis 2029; AfD enthielt sich.
  • Gremium (7 Mitglieder) berät zu Denkmalpflege, Kriegsgräbern und Stadtgeschichte.
  • Projekte: jüdischer Friedhof wiederhergestellt, Fenstergravur gesichert, Plastiken erfasst.
  • Verzögerung wegen fehlender Ansprechperson; nun Gregor Schneider zuständig.
  • Kontakt für Bürger und Eigentümer: denkmalkommission@weisswasser.de im Rathaus.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Mit gut einjähriger Verspätung hat der Stadtrat von Weißwasser die Denkmalkommission für die laufende Amtsperiode bis 2029 bestätigt. Lediglich die AfD-Fraktion enthielt sich ohne Angabe von Gründen.

Das siebenköpfige Gremium gilt als beratende Arbeitsgruppe im Hinblick auf Denkmalpflege. Kommissarischer Vorsitzender ist Steffen Müller. Er hob vor dem Stadtrat auch den „erheblichen wirtschaftlichen Wert“ des ehrenamtlich arbeitenden Gremiums für die Stadt hervor.

Es entlastet die Stadtverwaltung mit seiner Fachexpertise, erfasst und katalogisiert die Denkmale, und beteiligt sich an Publikationen und an Veranstaltungen. Nicht zuletzt sei es eine Schnittstelle zu Bürgern, Eigentümern und Denkmalschutzbehörden.

Auch Kriegsgräber gehören zum Aufgabenbereich in Weißwasser

Zu den weiteren Mitgliedern, die sich im Stadtrat vorstellten, gehört Roland Ladusch. Er arbeitet hauptberuflich in einem Architekturbüro und seit zwölf Jahren ehrenamtlich in der Denkmalschutzkommission. Er verwies auch auf die Aufgabe der Kommission, Prioritäten festzulegen.

Auch die Kriegsgräberfürsorge, also Pflege und Erhalt der Kriegsgräberstätten, gehöre zum Arbeitsgebiet. So sei die Gruppe beteiligt gewesen, an der Ausschilderung des Gedenkpfads für Opfer von Krieg und Gewalt, aber auch mit Führungen zum Tag des offenen Denkmals.

Anne Petrick, Bauingenieurin und Planerin im Ruhestand, wies als dienstältestes Mitglied auch auf drei Beispiele der Arbeit. So habe die Denkmalkommission den 1980 eingeebneten jüdischen Friedhof ausfindig gemacht und die Grabstätten wieder hergerichtet.

Auch die neunteilige Fenstergravur eines Glasmachers sei aus der Schule in der Jahnstraße gesichert und später wieder im Rathaus montiert worden. Ebenso sei die Erfassung aller Plastiken in Weißwasser und die Ermittlung des Sanierungsbedarfs ein Projekt der Kommission gewesen. „Wir wollen Stadtgeschichte bewahren, sind dafür auch viel in Archiven unterwegs.“

Friedemann Tischer wird als neues Mitglied der Denkmalkommission umfangreiches Wissen über die Geschichte der Eisenbahn, insbesondere der Waldeisenbahn, sowie den Braunkohlebergbau in der Region einbringen.

Warum sich die Neubesetzung der Denkmalkommission verzögerte

Oberbürgermeisterin Katja Dietrich hob hervor, wie wichtig für sie die Expertise der Denkmalkommission ist. Das betreffe besonders Objekte wie das Volkshaus oder den neuen Glasmacherbrunnen am Boulevard, wo Denkmalschutz ebenfalls eine Rolle spielt. Kunstwerk ist aber nicht gleich Denkmal. Am Boulevard wird es zunehmend Lücken geben, da die hölzernen Kunstwerke langsam zerfallen.

Die Neubesetzung der Kommission hatte sich unter anderem verzögert, weil über zwei Jahre ein fester Ansprechpartner für regelmäßige Treffen fehlte. Mitte vergangenen Jahres war Stadtplaner Gregor Schneider als feste Kontaktperson für die Kommission benannt worden. Im November 2025 war der Aufruf veröffentlicht worden.

Kommission ist Ansprechpartner auch für Gebäudeeigentümer und Einwohner

Weißwasser ist zwar eine junge Stadt, aber reich an Denkmalen. Eine Übersicht ist im Internet vorhanden über denkmalliste.denkmalpflege.sachsen.de. Die Denkmalkommission ist eine Besonderheit in sächsischen Kommunen. Sie übernimmt Aufgaben im Bereich der Denkmalpflege, zu denen die Stadt verpflichtet ist. Sie hat den Status einer Arbeitsgruppe des Haupt- und Sozialausschusses und arbeitet ehrenamtlich.

Mitglieder bis Ende der Amtszeit des Stadtrats 2029 sind Anne Petrick, Antonia Jahnke, Steffen Müller, Roland Ladusch, Sven Staub, Friedemann Tischer und Holger Duschek.

Die Denkmalkommission ist auch Ansprechpartner für Einwohner und Gebäudeeigentümer in Fragen des Denkmalschutzes. Der Kontakt ist möglich über denkmalkommission@weisswasser.de im Rathaus und läuft über Gregor Schneider.