Die Stadtverwaltung in Weißwasser sperrt als Vorsichtsmaßnahme wegen der Ausbreitung des Corona-Virus öffentliche Einrichtungen. Betroffen ist die Schwimmhalle, die Eisarena, das Glasmuseum und die Stadtbibliothek. Sie werden ab Freitag, 13. März bis vorerst 29. März gesperrt. „Wir haben überlegt, ob es überzogen ist“, sagt Weißwassers Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext) vor Pressevertretern am Donnerstagnachmittag, „aber wir haben einen bestätigten Fall.“ Zudem seien bereits mehrere Verdachtsfälle – auch im Rathaus – getestet worden. „Bislang vielen diese negativ aus“, so Pötzsch.

Eissport Weißwasser hat Training schon eingestellt

In der Eisarena in Weißwasser ist bereits am Dienstag das Training vonseiten des Eissport Weißwasser (ESW) eingestellt worden. Auch hier, so betonte Detlef Wolsch vom ESW-Vorstand, als Vorsichtsmaßnahme. Nun ist die Saison für alle Mannschaften vorzeitig beendet: „Wir werden auch das Eis abtauen“, kündigt Torsten Pötzsch an. Mit Privatvereinen, die noch ein Turnier durchführen wollten, sei man deshalb im Gespräch.

Youtube Welche Einrichtungen werden gesperrt?

„Eine Sperrung bedeutet, dass die Einrichtungen für die öffentliche Nutzung gesperrt sind, die Mitarbeiter aber dennoch vor Ort sind“, erklärt der Rathauschef. In der Stadtbibliothek will die Zeit der Sperrung nutzen, um etwa Inventurarbeiten durchzuführen. Für Bibliotheksnutzer bedeutet die Sperrung der Einrichtung jedoch nicht, dass Mehrkosten auf sie zukommen. Die Ausleihzeiten werden entsprechend angepasst, hieß es. Somit könnten ausgeliehene Bücher auch später zurückgegeben werden.

Die Sperrung gilt auch für das Glasmuseum an der Forster Straße in der Stadt. Es soll ebenfalls für den öffentlichen Verkehr in der Ausstellung gesperrt werden.

Auch die Schwimmhalle ist betroffen. Diese soll zunächst für die öffentliche Nutzung gesperrt werden. „Wir prüfen derzeit ab, ob unsere Grundschulen auf den Ausfall des Schwimmunterrichtes verzichten können“, sagt Torsten Pötzsch. Wenn dem so ist, wolle man auch auf die Umlandgemeinden – etwa Schleife, Bad Muskau oder Krauschwitz – zu gehen und Schwimmunterricht absagen.

Empfehlung für Verhaltensregeln in Turnhallen

In den Turnhallen der Stadt soll die Nutzung nicht eingeschränkt werden. „Wir werden jedoch die Vereine bitten, die unsere Turnhallen nutzen, selbst zu entscheiden, ob sie unbedingt ein Training durchführen müssen und wenn, ob dann nicht nach dem Sport zu Hause geduscht werden kann“, so Torsten Pötzsch weiter.

Absagen von Veranstaltungen

Die Stadtverwaltung sei im engen Austausch mit dem Landkreis, halte täglich intensiven Kontakt. Täglich tage eine Arbeitsgruppe, die sich mit der Entwicklung der Corona-Epedemie beschäftigt. Eine Entscheidung steht bereits: Den geplanten Frühjahrsempfang der Stadtverwaltung gemeinsam mit den Stadtwerken Weißwasser (SWW) wird abgesagt und verschoben, informiert Torsten Pötzsch. Das betrifft auch die Veranstaltung rund um den „Tag des Wassers“. In die Schwimmhalle nämlich ist jährlich zu „Splash“ geladen worden. Kinder konnten sich hier austoben. All das wird es in diesem Frühjahr vorerst nicht geben.

Auch im Rathaus sind intern Maßnahmen ergriffen worden. So sollen die Mitarbeiter zeitversetzt arbeiten, um zu viele Begegnungen zu vermeiden. „Wir sind auf die Mitarbeiter angewiesen und im Hintergrund müssen bestimmte Dinge weiter funktionieren“, sagt der Oberbürgermeister. Deshalb wolle man Vorsorge treffen, die Nutzung der Büros soll gewisser Maßen entzerrt werden. Zwar soll das Bürgerbüro im Rathaus nicht geschlossen werden, allerdings verstärkt auf Terminvergaben gesetzt werden, hieß es.

Hoffen auf Besserung

Aufgrund des bestätigten Corona-Fall in Weißwasser sind nach Angaben der Stadtverwaltung weitere Tests durchgeführt worden. Bislang, Stand Donnerstag 16 Uhr, ist noch keine Kontaktperson positiv getestet worden. „Wir hoffen, dass sich die Lage nicht verschlimmert“, so Torsten Pötzsch. Alle Maßnahmen dienten dem Zweck, eine mögliche Ausbreitung zu verlangsamen und einzudämmen. „Wir wissen nicht, was in mehreren Tagen ist, aber wir wollen das Risiko für Neuinfektionen verringern“, begründet Torsten Pötzsch die ab Freitag geltenden Maßnahmen. Schulen oder Kitas sollen nicht geschlossen werden.