Das Bild stammt aus dem Jahr 1912 und zeigt, wie der heutige Saal im Kaffee König einmal ausgesehen hat. Neben einer Galerie und viel Chichi ist auch die Bühne zu erkennen. Die verschwand schon vor langer Zeit und wurde zur Bar umfunktioniert. Doch ein bisschen soll sich die Geschichte jetzt wiederfinden.
Die Zeit der Corona-Pause hat Gaststätten-Chef Jörg Marschall genutzt, um den Saal im Haus am Markt zu renovieren und einen neuen Ausgang zum Biergarten zu schaffen. Beim Aufräumen gab es einen Zufallsfund.
Knapp 1,90 Meter vom Stuck, der einst die Decke des Saals schmückte, tauchte auf. Er ist nun wieder im Saal zu sehen. Darunter wird ein Theater-Vorhang malerisch nachempfunden. Das ist sozusagen die Reminiszenz an die Historie. Und passt auch in die heutige Zeit: Denn im Saal treten Chöre auf, gibt es Kabarett und anderes mehr.

Mitarbeiter von Kaffee König in Bad Muskau wurden in Kurzarbeit geschickt

Bis es allerdings wieder so weit sein wird, bleibt abzuwarten. Am 15. Mai beginnt der Gaststättenbetrieb, nachdem am 21. März wegen der Landesverfügung zu Corona geschlossen werden musste. Sechs Mitarbeiter wurden in Kurzarbeit geschickt, vier geringfügig Beschäftigte entlassen. „Zum 1. April wollte ich einen neuen Koch einstellen. Einen zu finden, heißt ja schon was. Nun muss ich abwarten, wie sich das Geschäft wieder entwickelt“, so Jörg Marschall.
Fakt ist, so schnell wird kein Reisebus vorfahren. Im Jahresdurchschnitt waren es 150, die für Kaffee und Mittagessen vorfuhren. Manche Busgruppe ließ sich auch beides munden. „Nun hoffen wir, dass viele Touristen kommen“, sagt der Gastronom. Auch die Bad Muskauer haben schon Tische reserviert. Wobei die große Frage ist, wie groß dürfen denn Familienfeiern ausfallen? Festlegungen kennt Jörg Marschall bis dato keine.

Im Kaffee König Bad Muskau wird die Zahl der Tische reduziert

Um den geforderten Abstand zu wahren, werden in der Gaststube aus 40 jetzt 20 Plätze. Die leeren Tische werden für das Coronavirus reserviert, so hat es Mutter Anita König vorgeschlagen. Sie muss dann ab Ende der Woche in ihrem Garten pausieren und wieder das Spargelschälen übernehmen. „Das ist für mich wie Erholung“, sagt sie mit einem Lachen. Ob sie in diesem Frühjahr auf ihre 120 Kilo kommt, bleibt aber fraglich.
Jörg Marschall hat sich in den vergangenen acht Wochen nicht verrückt machen lassen. „Ich habe nach vorn geschaut. Die Renovierungsarbeiten waren eine gute Ablenkung.“ Zu sanieren, war lange geplant gewesen, auch weil man das Geld dafür verdient hatte. „Durch Corona konnten wir uns etwas mehr Zeit lassen.“ Was natürlich nicht geplant war: Dass die Einnahmen in der Zeit auf null geschrumpft sind.