Bernd Lange ist 30 Jahre Kommunalpolitiker und hat schon einiges erlebt. Am Mittwoch findet der Landrat nicht nur drastische Worte gegen die Corona-Leugner, sondern er kämpft auch mit den Tränen. Für ihn sei die Situation sehr traurig, stellt er fest. Gerade hat er verkünden müssen, dass der Kreis Görlitz trauriger Spitzenreiter in der Sieben-Tage-Inzidenz ist. Diese liegt mittlerweile bei 701,16 je 100.000 Einwohner. Derzeit sind 4355 Personen infiziert. 467 neue Infektionen (451 Erwachsene und 16 Kinder) sind im Vergleich zum Vortrag hinzugekommen. Nicht nur die Krankenhäuser und Pflegeheime seien am Limit, sondern auch die Kreisverwaltung. 626 Mitarbeiter der Kreisbehörde sowie 36 externe Helfer sind derzeit mit Corona befasst, und das rund um die Uhr, wie Sozialdezernentin Martina Weber schildert. Derzeit werde dort gerade der Plan für die Feiertage aufgestellt.
Das werden alles andere als besinnliche Tage. Auch für die Krankenhäuser nicht, denn der Aufwuchs der Zahlen, werde sich in einigen Tagen auch in den Kliniken zeigen, so der Landrat. Derzeit werden 255 Menschen stationär behandelt, 27 davon auf der ITS. Seit Sonntag wird verstärkt verlegt. Vier Patienten nach Leipzig, einer nach Brandenburg, teilt Martina Weber mit.

Cottbus/Frankfurt (Oder)

Fünf weitere Todesfälle nach Coronainfektion

Derweil macht der Landkreis nicht nur mit seinem Spitzenwert von sich reden, sondern auch mit der Triage (Verfahren zur Einschätzung des Schweregrades von Erkrankungen in den Notfallaufnahmen). Der Begriff soll in einem Videodialog vom Ärztlichen Direktor des Klinikums Oberlausitzer Bergland gefallen sein. Dazu nimmt das Klinikum Oberlausitzer Bergland wie folgt Stellung: „Alle Patienten, die in unsere Krankenhäuser kommen, erhalten die bestmögliche Therapie. Im Falle des Erreichens von Grenzen zur Aufnahme von Patienten in unseren Corona-Stationen würden diese an die umliegenden Krankenhäuser ausgeflogen werden. Hierzu stehen die Leitstellen im engen Austausch. Sollte diese Möglichkeiten nicht mehr gegeben werden, verschärft sich die ohnehin angespannte Situation deutlich.“
Darüber hinaus verzeichnet das Gesundheitsamt des Landkreises Görlitz fünf neue Todesfälle in Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion. Damit erhöht sich die Zahl der Todesfälle auf 267 insgesamt.

Senftenberg/Hoyerswerda/Weißwasser