Bündnis Sahra Wagenknecht: Linke löst Vertrag mit Geschäftsführer Ende März auf

Jens Hentschel-Thöricht ist nun im Aufbauteam der Partei "Bündnis Sahra Wagenknecht - Vernunft und Gerechtigkeit" in Ostsachsen.
Foto PasjaEntsprechende Gespräche habe man mit Jens Hentschel-Thöricht geführt und sich auf dieses Datum festgelegt. Hentschel-Thöricht, der zum Aufbauteam der Partei „Sahra Wagenknecht - Vernunft und Gerechtigkeit“ (BSW) in Ostsachsen gehört, hatte vergangene Woche den Zeitpunkt des Vertragsendes noch offengelassen. Er war bereits zum Jahreswechsel aus der Linken ausgetreten, bleibt aber noch Mitglied der Fraktion im Kreistag Görlitz.
Etwas anderes mache für die verbleibenden drei Kreistagssitzungen vor der Kommunalwahl im Juni auch keinen Sinn, so Mirko Schultze. Die Folge wäre ansonsten zum Beispiel, dass die Ausschussbesetzungen kurz vor der Wahl neu geregelt werden müssten. Der Austritt aus der Partei sei insofern mit der Arbeit in und für die Fraktion und dem Neutralitätsgebot vereinbar. Mit der Übergangszeit für die Tätigkeit als Fraktionsgeschäftsführer wolle man der Fraktion auch die Handlungsfähigkeit erhalten. Innerhalb der Partei Die Linke habe Hentschel-Thöricht aber keine Funktion mehr, bekräftigte Schultze. „Wir werden keinen Raum für eine konkurrierende Partei zur Verfügung stellen“, so Schultze - und auch keine Einblicke in die Planungen für die anstehenden Wahlkämpfe.

Mirko Schultze (Die Linke) ist Vorsitzender des Kreisverbandes und der Kreistagsfraktion.
Uwe Menschner (Archivfoto)„Die Linke“-Kreisvorsitzender sieht Neugründung entspannt
Generell sehe er die Neugründung entspannter als er es noch vor einiger Zeit tat. „Wir haben keine Austrittswelle gehabt“, so Schultze, der einräumte, mit mehr Übertritten gerechnet hätte. Gleichzeitig habe es aber eine „kleine, aber feine Eintrittswelle“ gegeben, als die Gründung der Wagenknecht-Partei durch war. Die Zahl der Eintritte bezifferte er mit zehn für den Landkreis Görlitz. „Viele Ältere wollen nicht wechseln“, habe er beobachtet, sie schrecke der Personenkult um Wagenknecht eher ab.
Hentschel-Thöricht hatte für den 10. Februar eine Veranstaltung des Aufbauteams in Weißwasser angekündigt (Vereinspavillon, Sorauer Platz 2, 17 Uhr). Die neue Partei werde sich in Ostsachsen aber wegen der Aufbauphase voraussichtlich auf die Europa-, die Landtags und die Kreistagswahl beschränken.
