Betrug in Sachsen
: Neue Masche mit teuren Fake-Büchern

Nach falschen Staatsanwälten und Unfallopfern sucht eine neue Betrugsmasche die Oberlausitz heim. Warum die Täter einen Vertrauensvorsprung haben.
Von
Regina Weiß
Görlitz/Bautzen
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Millionen-Betrug mit angeblich wertvollen Büchern: ARCHIV - 18.04.2023, Sachsen, Dresden: Bücher stehen in einem Wohnzimmer in einem Regal. (zu dpa: «Polizei warnt vor Betrug beim Verkauf von Büchern») Foto: Robert Michael/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Es geht um wertvollen Bücher: Eine neue Betrugsmasche macht gerade in den Landkreisen Görlitz und Bautzen die Runde.

Robert Michael/dpa
  • Neue Betrugsmasche in Görlitz und Bautzen: Täter verkaufen teure Fake-Bücher.
  • Seit Mitte August 2026 treten sie als Buchhändler, Gutachter oder Vertreter auf.
  • Sie nutzen Adresslisten, geben vor, Sammlungen zu vervollständigen, und setzen Opfer unter Druck.
  • Faksimiles werden für fünfstellige Summen plus Servicegebühren verkauft – Verkauf erfolgt nicht.
  • Polizei rät: Keine Termine, niemanden unangemeldet reinlassen, Widerrufsrecht beachten.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Man kann den Eindruck haben, die Oberlausitz ist ein Eldorado für Betrüger. Fast jeden Tag wird eine neue Masche bekannt. Waren es vermehrt falsche Polizisten und Staatsanwälte oder falsche Unfallopfer, die mit einem Hilferuf Geld schnorren, wird nun eine andere Gruppe aktiv.

Wie Anja Leuschner, Pressesprecherin der Polizeidirektion Görlitz, mitteilt, sind seit Mitte August 2026 vermehrt vermeintliche Büchersammler in den Landkreisen Bautzen und Görlitz unterwegs. In mindestens drei Fällen kontaktierten sie Bürger und täuschten Interesse an deren Lexika vor.

Die Polizei warnt und schildert die Form des Faksimile-Betrugs. Denn die Täter haben es nicht auf die Bücher abgesehen, sondern aufs Geld. Sie melden sich meist telefonisch und geben sich als Buchhändler, Gutachter oder Vertreter von Handelsunternehmen aus. Die Betrüger kontaktieren die  Opfer oftmals gezielt, da ihnen offensichtlich Adresslisten von tatsächlichen Sammlern oder Kunden zur Verfügung stehen.

Wie die neue Betrugsmasche in der Oberlausitz funktioniert

So haben die Kriminellen leider in vielen Fällen direkt einen Vertrauensvorsprung bei ihren Opfern. Ist der „Fuß erst einmal in der Tür“, gaukeln sie den Geschädigten Interesse an den Buchsammlungen vor. Es gäbe angeblich einen Käufer, der eine große Summe zahlen würde. Um den Erlös noch zu erhöhen, müsse die Sammlung jedoch zuvor komplettiert werden.

Jetzt kommen die Faksimiles ins Spiel. Die originalgetreuen Nachbildungen von historischen Dokumenten, Lexika oder Bibeln werden den Bürgern oft für fünfstellige Summen angedreht. Die Bücher sind aufwendig gestaltete Nachbildungen, welche täuschend echt aussehen.

Die Zeugen schildern, dass beim Vor-Ort-Termin massiver Druck aufgebaut werde. Selbst zu überteuerten Kreditverträgen drängen die Täter sie. Neben dem Geld für die Fake-Bücher kommen in vielen Fällen auch noch Servicegebühren für die angebliche Registrierung und Vermittlung der Sammlungen in Verkaufsdatenbanken hinzu. „In Wirklichkeit unternehmen die Täter gar nichts, um die Bücher zu veräußern“, so Anja Leuschner.

„Sollte ein Vertreter unangemeldet vor der Tür stehen, auf keinen Fall in die Wohnung lassen, sondern die Polizei anrufen“
Anja Leuschner
Pressesprecherin der Polizeidirektion Görlitz

Deshalb rät nun die Polizei: Bei einem Anruf eines angeblichen Käufers keinen Termin vereinbaren. „Sollte ein Vertreter unangemeldet vor der Tür stehen, auf keinen Fall in die Wohnung lassen, sondern die Polizei anrufen“, so Anja Leuschner. Sie verweist zudem auf das Widerrufsrecht bei Haustürgeschäften. Zudem sollten die Girokarte oder die dazugehörende PIN nicht an Fremde ausgehändigt werden.