Sie waren jung, blickten erwartungsfroh in die Zukunft, fühlten sich in Breslau, der Stadt mit der damals in Deutschland drittgrößten jüdischen Gemeinde, beheimatet. Dann kam Hitler an die Macht.

„Wir sind Juden aus Breslau“ ist ein Film, der am Holocaust-Gedenktag am 27. Januar eine Sondervorführung in Görlitz im Filmpalast-Theater erlebt.

Zeitzeugen reisen im Film zurück nach Breslau

14 Zeitzeugen stehen im Mittelpunkt des Films. Sie erinnern nicht nur an vergangene jüdische Lebenswelten in Breslau. Ihre späteren Erfahrungen veranschaulichen eindrücklich ein facettenreiches Generationenporträt. Einige von ihnen nehmen sogar den Weg in die frühere Heimat auf sich, reisen ins heutige Wrocław, wo sie einer deutsch-polnischen Jugendgruppe begegnen.

Gerade in Zeiten des zunehmenden Antisemitismus schlägt der Film eine emotionale Brücke von der Vergangenheit in eine von uns allen verantwortlich zu gestaltende Zukunft, heißt es von den Filmemachern Karin Kaper und Dirk Szuszies.

Museum und Förderkreis Synagoge Görlitz laden zu Filmgespräch

Die Veranstaltung, die in Zusammenarbeit mit dem Schlesischen Museum Görlitz und dem Förderkreis Görlitzer Synagoge organisierte wird, beginnt um 19 Uhr mit einer Einführung. Außerdem gibt es ein anschließendes Filmgespräch. Dieses werden Annett Jagiela, Sprecherin Kreisverband Görlitz von Bündnis 90/Die Grünen, und Markus Bauer, Direktor des Schlesischen Museums, durchführen.

Das Schicksal der Zeitzeugen verbindet sie: Sie werden als Juden verfolgt. Manche mussten fliehen oder ins Exil gehen, einige überlebten das Konzentrationslager Auschwitz.

Der Heimat endgültig beraubt, entkamen sie in alle rettenden Himmelsrichtungen und bauten sich in den USA, England, Frankreich und auch in Deutschland ein neues Leben auf. Nicht wenige haben bei der Gründung und dem Aufbau Israels wesentlich mitgewirkt.