Bahn in Ostsachsen
: Chaos-Tage in der Oberlausitz – das sind die Gründe

Seit mehr als zwei Wochen gibt es im Oberlausitzer Scheinenverkehr ein Problem nach dem anderen. Die Auswirkungen sind teilweise noch spürbar.
Von
Jürgen Scholz
Bautzen
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Knapp bei Triebwagen: Nach mehreren Unfällen und wegen einer Wartung fehlten auf der Strecke zwischen Cottbus und Zittau zeitweise drei von sechs Triebwagen. In Ostsachsen häufen sich aber auch Problem mit Infrastruktur und Baustellen-Kommunakiation.

Knapp bei Triebwagen: Nach mehreren Unfällen und wegen einer Wartung fehlten auf der Strecke zwischen Cottbus und Zittau zeitweise drei von sechs Triebwagen. In Ostsachsen häufen sich aber auch Problem mit Infrastruktur und Baustellen-Kommunikation.

Jürgen Scholz
  • Bahnchaos in Ostsachsen: Probleme im Schienenverkehr seit über zwei Wochen.
  • Strecken Cottbus-Zittau betroffen wegen Triebwagenmangel und Infrastrukturproblemen.
  • Arbeiten an maroder Brücke und defekter Weiche führen zu Zugausfällen und Verspätungen.
  • ZVON plant ab 2031 getrennten Betrieb der Linien RE1/2 und RB60/61 zur Fahrplanstabilisierung.
  • Baustellen-Kommunikation von DB InfraGO kritisiert.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Nerven liegen blank beim Verkehrsverbund Oberlausitz-Niederschlesien (ZVON). Seit Wochen gibt es Probleme im ostsächsischen Bahnverkehr. Geschäftsführer Christoph Mehnert: „Der aktuelle Zustand der Infrastruktur ermöglicht schlichtweg keinen reibungslosen Bahnbetrieb mehr. Zurzeit ist nicht absehbar, wann mit einer wirklichen Entspannung der Situation zu rechnen ist.“

Ein Ansatz liege bei der DB InfraGO. Die ist für die Bahninfrastruktur zuständig – und ordnet Bauarbeiten an. Seit 22. April 2025 wird zwischen Bautzen und Löbau gearbeitet, mit Auswirkungen   bis Zittau. Erschwerend kam aus ZVON-Sicht dazu, dass die Arbeiten „mehrfach und ohne zeitgerechte Vorankündigung“ verlängert wurden. Zeitgerecht wären mehrere Wochen im Voraus, bei großen Maßnahmen Monate. „Dies hält die DB InfraGO an vielen Stellen nicht mehr ein“, so der ZVON. Am Freitag, 16. Mai 2025, sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Marode Brücke und defekte Weiche bremsen Züge aus

Dazu kommt marode Infrastruktur. Ab 9. Mai 2025 konnten Züge zwischen Ebersbach und Zittau eine Brücke bei Mittelherwigsdorf nur mit 10 km/h passieren, weil deren Standsicherheit überprüft werden musste. Ab 13. Mai 2025 sorgte eine defekte Weiche in Oberoderwitz für Zugausfälle und Verspätungen in ganz Ostsachsen, weil die Strecken Dresden – Görlitz und Dresden – Zittau eng verzahnt sind. Nicht alle Triebwagen aus Zittau standen im Berufsverkehr zur Verfügung, verspätete Züge aus Zittau konnten in Bischofswerda nicht an den Görlitzer Triebwagen nach Dresden angehängt werden.

Auch die RB65 zwischen Cottbus und Zittau war neben der ohnehin bis 30. Mai 2025 geltenden Einschränkungen betroffen. Am Mittwoch, 14. Mai 2025, fuhren zwischen Zittau und Hagenwerder Busse, weil nur drei der sechs Triebwagen einsetzbar waren. Einer ist planmäßig in der Werkstatt, ein weiterer wird nach der Kollision mit einem Baum vor einigen Wochen noch mehrere Wochen ausfallen, ein dritter hatte einen Wildunfall. Die Einschränkungen konnten am Abend behoben werden.

ZVON will Züge von Görlitz und Zittau nach Dresden entkoppeln

Der ZVON überlegt, ab 2031 mit dem neuen Vertrag die sächsischen Linien RE1/2 sowie RB60/61 zwischen Dresden und Bischofswerda getrennt verkehren zu lassen, um den Fahrplan zu stabilisieren. Ähnlich wie in Cottbus, wo RB65 (Cottbus – Zittau) und RB46 (Cottbus – Forst) wieder enden.

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