Ausstellung in Bad Muskau: Mit Bildern machte Pückler Werbung für seinen Park
Ähnlich wie heute mussten Kurorte auch in den 1820er Jahren bereits massiv um Gäste werben. Hermann Fürst von Pückler (1785—1871) verschickte das, was man heute „Marketing–Mappen“ nennt, an potenzielle Kundschaft wie Goethe und den preußischen König: Inhalt: Ein kleines Buch plus einem Album mit aufwändig handkolorierten Ansichten des Muskauer Badeparks, gemalt von Ludwig Eduard Lütke (1801—1850).
Neun dieser lithografierten Albumblätter hängen nun in Passepartouts eingerahmt im Neuen Schloss im Muskauer Park, sind nur ein Teil der Ausstellung „Baden und Muskau — eine 200–jährige Tändelei“. Insgesamt sind 30 Exponate in drei Galerieräumen ausgestellt. Alle drehen sich im weitesten Sinn um das Thema „Muskauer Badepark“. Zu sehen sind etwa die Idealansichten des Badeparks, welche der Berliner Landschaftsmaler August Wilhelm Schirmer (1802—1866) im Auftrag von Fürst Pückler skizzierte.
Andeutungen über Landschaftsgärtnerei
Diese Studien dienten als begleitende Tafeln für Pücklers bis heute viel beachtetes Buch „Andeutungen über Landschaftsgärtnerei“. Der Fürst korrigierte Schirmers Skizzen nach seinen Vorstellungen. Sie zeigen Motive, die sich vornehmlich um den Badepark ranken: Moos–Galerien, kleine Pavillons und Vorher–Nachher–Bilder, auf denen sich unter sandigen kargen Hügeln unter einer Papierklappe üppig bewachsene Landschaften verbergen.
Aquarellbilder vom Park
Der dritte Teil der Ausstellung zeigt Aquarellbilder des erfolgreichen Architektur– und Landschaftsmalers Carl Graeb (1816—1884). Hier ist ein Zyklus mit Baden– und Bergmotiven vom Muskauer Park ausgestellt. Auftraggeber war diesmal nicht Pückler, sondern Friedrich von Oranien–Nassau, der Prinz der Niederlande, welcher die Standesherrschaft Muskau nach Pücklers Zeiten kaufte. „Baden und Muskau“ — eine 200–jährige Tändelei“ ist noch bis 31.10.2023 täglich von 10:00 bis 18:00 Uhr im Neuen Schloss zu sehen.

