Dass Mercedes Sprinter bei Autodieben derzeit offenbar hoch im Kurs stehen, darauf deutet die Sicherstellung drei dieser Fahrzeuge innerhalb kurzer Zeit hin. In dem Zusammenhang ist es der Polizei gelungen, zwei Tatverdächtige festzunehmen. Gegen die beiden Männer (32 und 43 Jahre alt) wurde inzwischen Untersuchungshaft angeordnet. Das teilt Michael Engler, Pressesprecher der Bundespolizeiinspektion Ludwigsdorf, mit.

Die Dinge um die Fahrzeuge und die später Festgenommenen nahmen bereits am Freitagabend, 5. Juni, ihren Lauf. So hatte ein Beamter der Görlitzer Polizeidirektion in seiner Freizeit in Reichenbach einen Verkehrsunfall beobachtet. Anschließend wurde er Zeuge davon, wie sich der Fahrer des Sprinters, mit dem der Unfall verursacht wurde, aus dem Staub machen wollte. Der Polizist konnte das nur kurz verhindern. Nachdem er dem Unfallverursacher hinterhergefahren war und ihn auch für kurze Zeit festhalten konnte, riss dieser sich los. Einen Moment später hielt plötzlich ein Auto und raste mit dem Unbekannten davon. Wie sich schnell herausstellte, war der Mercedes in Frankfurt am Main entwendet worden.

Cottbus

Gefälschte Pkw-Kennzeichen liegen im Auto

Kurze Zeit später wollte ein polnischer Kraftfahrer mit einem Wiesbadener Sprinter über den Grenzübergang Hagenwerder die Bundesrepublik verlassen. Bei einer Kontrolle durch den polnischen Grenzschutz stellte sich vorerst heraus, dass der 32-Jährige nicht im Besitz einer Fahrerlaubnis ist. Als die polnischen Grenzschützer dann auch noch unter dem Beifahrersitz Kennzeichentafeln aus Frankfurt am Main und polnische Kennzeichen entdeckten, verständigten sie die Bundespolizei. Schilder wie auch Zulassungsplaketten waren gefälscht. Weitere Erkundigungen zeigten, auch dieser Transporter war in der Main-Metropole gestohlen worden.
Der dritte Mercedes ließ nicht lange auf sich warten. Auf ihn waren am Samstag, kurz nach Mitternacht, Fahnder der Bundespolizei auf der Autobahn aufmerksam geworden. Grund für die anschließende Kontrolle war nicht zuletzt die überhöhte Geschwindigkeit, mit der der Fahrer des weißrussischen Sprinters den Tunnel Königshainer Berge passierte.

Weißrussischer Fahrer machte nervösen Eindruck

Auf dem Autobahnrastplatz Wiesaer Forst trafen die Ordnungshüter dann auf einen sehr nervösen 43-Jährigen. Der Mann erklärte, er transportiere gebrauchte Autoteile. Das stimmte nur zum Teil, so Michael Engler. Der einschlägig polizeilich bekannte Weißrusse hätte der Vollständigkeit halber auch mitteilen können, dass die Ersatzteile alle geklaut sind. Ersten Erkenntnissen nach gehören diese nämlich an sieben BMW und einen Mercedes, die nachweislich Autodieben zum Opfer gefallen waren. Am Ende dieser Kontrolle stand fest, dass der Verdächtige die gestohlene Fracht tatsächlich auch mit einem gestohlenen Transporter beförderte. Nach dem MB Sprinter wurde seit Februar dieses Jahres gefahndet.