Liebe geht durch den Magen. Das wissen auch die Halbendorfer. Deswegen werden die vielen Helfer des Neptunfestes auch bekocht. „Wer kräftig zupacken muss, der braucht auch etwas Ordentliches im Magen“, so die Devise von Simone Urbank. Sie war diejenige, die bei der 33. Festauflage den Chef-Kochlöffel schwank. Das aus der Not heraus geboren, denn die Stamm-Versorgungs-Crew um Petra Hanusch war krankheitsbedingt ausgefallen. Um Simone Urbank scharrte sich eine Gruppe gestandener und junger Frauen sowie ein Vertreter des starken Geschlechts. Nach dem Einkaufen hieß es säckeweise Kartoffeln schälen, diese kochen oder braten, zig Kilo Wurst und Zwiebeln klein schneiden, Kassler braten, Schichtkraut zubereiten. Das mit dem Schichtkraut übernahm Evi Voß bei sich zu Hause. Wer einmal Schichtkraut gemacht hat, weiß um den Berg Arbeit. Von Donnerstag, als der Zeltaufbau begann, bis zum Abbau am Montag gingen rund 300 Portionen über den Tresen. Für die Koch-Crew gab es hochverdientes Lob, denn es schmeckte super.

Die Teichfliegen aus Possendorf gehören zum Neptunfest wie die Nixen und Häscher. Ihr Metier ist der legendäre Trabicross. Und ihr Zwicker war der schönste in diesem Jahr. Den Gutschein, den sie dafür erhielten, schenkten sie dem Team Chäry und Brändy – Isabell Aurich und Juliett Paulick aus Groß Düben. „Es ist von einem Unternehmen hier, da könnt ihr mehr damit anfangen“, so der Boss der Teichfliegen großzügig.

Ein Geburtstagskind gab es unter den Teilnehmern beim Trabicross. Die Glückwünsche gingen an Patrick Robel (Bork) vom Team Crazy zu dessen 28. Geburtstag. Dass daraufhin die Rufe nach einer Festzeltrunde nicht weit waren, kann sich jeder denken.

Beim Schlauchboot-Wettkampf der Feuerwehren erpaddelten sich die Rohner den neunten Platz der elf Mannschaften. Käpt’n Andreas Pudel begründete das, es gab so viel zu tun wegen des neuen Gerätehauses und Zeit fehlte deshalb zum Trainieren. Moderator Thomas Walter versicherte den Kameraden „drei Eimer Bedauern“…. „ein neues Gerätehaus…“ Pudel entgegnete grinsend: „und ein neues Fahrzeug.“ Walter forderte als Gegenleistung, alle hier einzuladen und Freibier. „Das werden wir schon hinbekommen“, meinte der Rohner.

Das älteste Schlauchboot am Start bei Paddelwettkampf beim Netunfest in Halbendorf hatten die Männer vom Schleifer Historikverein – Jahrgang 1971.

Auch bei der 33. Auflage gab es dem Meeresgott im Doppelpack. Am Samstag schlüpfte Jens Hanusch in die grüne Kluft und unter die zottlige Perücke. Sonntag war es Felix Holz. Beide erwiesen sich bereits 2018 eines Neptuns würdig. Nicht von dessen Seite wich Sonntag der fünfjährige Valentin. Früh übt sich, was ein gestandener Meeresgott werden will. Mit seinen großen Kulleraugen beobachtete der Junge das Procedere, wie sein Papa Neptun alle suchen und bestrafen ließ, die seine Gewässer verunreinigt hatten. Hoffentlich erlitt Valentin nicht den Schock des Lebens. Denn die Häscher gingen nicht zimperlich zur Sache.

In so einem Dorffest stecken wahnsinnig viele Vorbereitungen. Davon können auch die Reichwalder ein Lied anstimmen. Kita-Chefin Bärbel Kramer umschreibt es so: „Manche Eltern haben von ihren Kindern nur eine Luftwolke gesehen, wenn sie mal zwischen den Trainings zu Hause eingeschwebt sind.“ Die Motivation ist für alle, dass sie mit einem tollen Fest unterhalten wollen: „Uns zwingt keiner, wir machen das alle freiwillig.“

Dorfclubchef Martin Jackisch war rund ums Reichwalder Dorffest ein gefragter Mann. Auch am Telefon. Dabei interessierte die Anrufer vor allem eins: Kommt wirklich der echte Ross Antony nach Reichwalde? Ja, die Reichwalder hatten das Original gebucht. Und mit dem Briten ging am Sonntagnachmittag so was von die Post ab.

Nach dem Ende der Mini-Playback-Show in Reichwalde gab es für die Macher derselben Blumen und nette Dankesworte. Dabei erfuhren alle Gäste, dass mit Renate Hase Deutschlands beste Schneiderin in Reichwalde wohnt. Eine besondere Überraschung hatten sich Eltern für Kita-Leiterin Bärbel Kramer ausgedacht. Sie sei nicht nur Erzieherin, sondern Freundin. Familie, Unterstützerin und Trösterin, hieß es. Da flossen dann sogar Tränen...

Wer bei Landrat Bernd Lange (CDU) ins Büro tritt, dem fällt auf dem sehr aufgeräumten Schreibtisch ein historisches Telefon auf. Was es damit auf sich habe, wollte die RUNDSCHAU wissen. „Damit rufe ich Angela Merkel an“, kam es wie aus der Pistole geschossen.

 (ni/rw)