ASP im Kreis Görlitz
: Verstärkte Jagd im Schutzkorridor zwischen Bad Muskau und Zittau

Die Afrikanische Schweinepest soll weiter zurückgedrängt werden. Dafür soll umfangreich gejagt werden. Nach Kritik der Jäger kann es jetzt losgehen. Jede Woche zählt.
Von
Regina Weiß
Bad Muskau/Görlitz
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Im Schutzkorridor zwischen Bad Muskau und Zittau werden die Jäger noch einmal verstärkt auf die Jagd gehen.

Uwe Anspach

Der Schuss ging im wahrsten Sinn des Wortes nach hinten los. Die Jäger, die durch die Afrikanische Schweinepest (ASP) im Landkreis Görlitz sowieso schon ins Hintertreffen geraten sind, wurden quasi mit dem neuen Tilgungskonzept für die Schutzzone durch den gesamten Landkreis Görlitz unter Druck gesetzt. Es knirschte zwischen der Jägerschaft vor Ort und dem Sozialministerium in Dresden.

Mittlerweile hat ein klärendes Gespräch stattgefunden. Wie das Sozialministerium danach mitteilt, wird nun wie folgt vorgegangen: Die Inhaber der Jagdreviere haben in Stufe eins mindestens acht Wochen Zeit, um das Schwarzwild aktiv zu bejagen. Sie erhalten 300 Euro pro entnommenes Tier. Der genaue Zeitplan wird mit den zuständigen Regionalbehörden vereinbart.

Schutzzone an der Neiße wird mit Drohnen abgeflogen

Nach einer als Stufe zwei festgelegten Überprüfung des verbliebenen Schwarzwildbestands mittels Drohnen, die mit Kameras über das Gelände fliegen, kann der Jagdrevierinhaber gegebenenfalls die dabei festgestellten Tiere noch entnehmen. Sollten einzelne Revierinhaber Hilfe bei der Bejagung in ihrem Revier benötigen oder sich einer aktiven Bejagung konsequent verweigern, kann in Abhängigkeit von der Jagdsaison im Einzelfall eine vom Freistaat finanzierte Bejagung des Schwarzwilds durch einen Dienstleister erfolgen. Abschließend erhalten die Revierinhaber in Stufe 3 für das dauerhafte Freihalten des Reviers von Wildschweinen eine Flächenprämie.

Staatsministerin, Staatssekretär und die Vertreter des Landesjagdverbands erörterten zudem die Größe der zu bejagenden Reviere, Zeitpunkt und Zeitrahmen der vollständigen Entnahme des Schwarzwilds, Details der Taxierung des Jagdergebnisses sowie den Einsatz von Dienstleistern. Vereinbart wurden zudem weitere Informationsveranstaltungen mit der Jägerschaft im Schutzkorridor Ost.

Schutzzone im Landkreis Görlitz soll möglichst wildschweinfrei werden

Ziel ist es, die Tilgung des Schwarzwilds — das heißt konkret bis zu maximal zwei Tiere pro 1000 Hektar — im Schutzkorridor von Bad Muskau im Norden zu beginnen und entlang der Grenze zu Polen bis nach Zittau im Süden voranzutreiben. So soll die Schutzzone möglichst wildschweinfrei gehalten werden. Damit soll das weitere Eindringen von infizierten Wildschweinen aus Polen nahezu vollständig verhindert werden, unterstreicht das Ministerium.

Bis dato sind in Sachsen 2256 ASP–Fälle nachgewiesen. 1441 Fälle davon entfallen auf den Landkreis Görlitz. Der letzte nachgewiesene Fall datiert laut Kreisverwaltung vom 23. Mai am Berzdorfer See.