Es staubt schon ein wenig als Gemeinderat Jürgen Noack an der Einfahrt zum großen Parkplatz in Kromlau die unzähligen Autos einweist. „Wir haben fünf Parkplätze und wenn es so weiter geht, sind wir restlos voll“, sagt er. Da war es Pfingstsonntag, kurz nach dem Mittagessen. Die Autoschlange zwischen Gablenz und Kromlau ist noch lang. Auf dem Parkgelände selbst reihen sich Oldtimer aneinander. Wartburg 311, Wolga, B 1000, Trabant 1.1, Mustang, … Die Reihe ließe sich endlos fortsetzen.

Oldtimer sind in Kromlau ein Hingucker

Mehr als 250 historische Fahrzeuge sind zu sehen, mehr als 80 Motorräder und Mokicks – von der Schwalbe über Trophy bis zur Java ist alles dabei. Siegmund Schütze ist mit einigen Mitgliedern vom Oldtimer-Club Schwarzheide angereist. Er sitzt in einem Mercedes W108, Baujahr 1967. „Es ist ein Garagenfund aus der Nähe von Stuttgart“, erzählt er. Klar hat er wie die anderen Fahrzeughalter auch etliche Stunden in die Restaurierung seines Schmückstücks gesteckt.
56. Park- und Blütenfest Kromlau

Bildergalerie 56. Park- und Blütenfest Kromlau

Das trifft auch auf Stefan Fischer aus Weißwasser zu. Während die Besucher ihre Aufmerksamkeit auf Lada, Skoda und Co lenken, steht er neben seiner Ameise. Das Gefährt, was immer sechs Stundenkilometer auf dem Tacho hat, ist seit 1961 auf dem Werksgelände der heutigen Telux gefahren. „Wir haben damit früher alles transportiert“, erzählt der Senior, der nach der Wende die sechs Ameisen aufgekauft und wieder restauriert hat.

Alle Parkplätze sind ausgefüllt zum Park- und Blütenfest

Am Kromlauer Infozentrum ist derweil Schichtwechsel. Immer 15 Ehrenamtler geben hier, am Badesee, der Waldeisenbahn, der Minigolfanlage und am Parkeingang aus Richtung Halbendorf, der Blechlawine eine geordnete Richtung. Als Kromlauer, so sagen hier alle, ist man das inzwischen gewöhnt. „Wir kommen schon so langsam an unsere Kapazitätsgrenze“, muss Jürgen Noack einräumen.
Nicht dazu gerechnet sind die etlichen Radfahrer, die ebenfalls in Kromlau bei herrlichem Sonnenschein Halt machen und die Fahrzeuge inspizieren. Auch die Waldeisenbahn Muskau steht unter Dampf, kippt stündlich neue Besucher aus den Waggons. „Es läuft wirklich richtig gut“, sagt Waldeisenbahn-Chef Heiko Lichnok, der am Bahnhof in Weißwasser die Besucher in Empfang nimmt. Auch hier ist der Parkplatz brechend voll.
„Es gibt auch einfach viel nachzuholen“, sagt Siegmund Schütze aus Schwarzheide, der bereits zum vierten Mal nach Kromlau gekommen ist. Zwei Jahre musste das Park- und Blütenfest wegen der Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie ausfallen. Das, und die fertigen Bauarbeiten am Rakotzsee und dem Kromlauer Schloss, haben sicher zu dem Ansturm von Besuchern geführt. „Es ist schon enorm viel los“, muss auch Johannes Rackel, Gemeinderat in Gablenz, zugeben. Aber wenn der Rhododendron und die Azaleen in Blüte stehen, ist der Park auch ohne Oldtimer sehenswert. Dass er bei Dunkelheit auch glänzen kann, hat die Rakotzbrücke am Sonntagabend gezeigt. Für viele Einheimische und die Besucher bleibt das ganz sicher in Erinnerung.