Rallye-Urgestein und Chef-Organisator Wolfgang Rasper aus Boxberg könnte sich die Lausitz-Rallye eigentlich patentieren lassen. Dass es das besondere Motorsportereignis der Region ist, dürfte sich ja mittlerweile herumgesprochen haben. Dass das Event aber auch ein Jungbrunnen ist, wahrscheinlich noch nicht. Denn wer dort mitorganisiert und hilft, der rostet einfach nicht ein, vergisst sein wahres Alter sowie jedes Zipperlein, wenn dieses besondere Ereignis wieder ruft.
Dass die älteren Herrschaften dem gesamten Event so gut gewogen sind, bezeichnet der rüstige Wolfgang Rasper als ein Glück. Nur so lassen sich die vielen Aufgaben auch bei der 25. Auflage verteilen. Das fängt bei den Teams am Einlass zu den Zuschauerpunkten an und hört bei der „Schmierbrigade“ für die Versorgung der hunderten Ehrenamtlichen auf.
Nicht zu vergessen, die Feuerwehren der Gemeinde Boxberg, die „vom frühen Morgen bis in die Nacht bereitstehen“. Jedes Jahr aus Neue unterstreicht Boxbergs Bürgermeister Hendryk Balko (WV Boxberg). Das alles funktioniere nur, weil man sich gemeinsam für dieses Event begeistern könne. „Ich bin froh, dass der Verein über all die Jahre an Boxberg festgehalten hat.“

Internationales Starterfeld bei der 25. Lausitz-Rallye in Boxberg

Denn der Name Boxberg ist so zigfach in die (Motorsport-)Welt hinausgetragen worden. Teilnehmer aus 56 Nationen hat die Rallyes bisher gesehen. Und auch die 25. Auflage steht dem in nichts nach. Allerdings war das Anmeldeverfahren spannender denn je.
Es war so nervenzehrend, dass Wolfgang Rasper vom gastgebenden Rallye-Renn- und Wassersport-Club Lausitz (RRWC) zwischendurch das Event schon ablasen wollte. Die Zahlen wurden erst auf den letzten Metern erreicht, um es mal sportlich zu übersetzen.
Jetzt freuen sich die Organisatoren doppelt, beziehungsweise sogar dreifach. Zum einen gibt es 88 internationale Nennungen bei der 25. Lausitz-Rallye. Zum anderen können erstmals Starter der polnischen Meisterschaft bei ihrer speziellen Lausitz-Rallye begrüßt werden.
Die Gäste dürfen sich bei der polnischen Lausitz-Rallye auf spezielle Prototypen an Autos freuen, die sonst nicht in Deutschland starten dürfen. Deshalb fahren die 16 Teams in einer separaten Wertung, aber auf den gleichen Strecken wie die restlichen Starter.
145,56 Kilometer liegen in zehn Wertungsprüfungen vor allen Teams. Alle werden diesmal an einem Tag, dem 5. November, gefahren. Und es liegt viel Spannung in der Luft und auf dem Schotter. Erst recht, nachdem Škoda Motorsport offiziell darüber informiert hat, dass es seinen neuen Škoda Fabia RS Rally2 in Boxberg auf die Strecke bringt. So manche Testrunde hat der Bolide schon in der Lausitz gedreht – das tschechische Werksteam nutzt die Testmöglichkeiten rund um Boxberg seit fast 30 Jahren und prüft dabei seine Autos auf Herz und Nieren oder besser Stoßdämpfer und Motor. Nun wird das nigelnagelneu Auto erstmals das Starterfeld der Lausitz-Rallye bereichern. „Das ist eine Weltpremiere“, freut sich Wolfgang Rasper über den gelungenen Coup, von dem er übrigens schon lange wusste, wie er gegenüber Journalisten in dieser Woche einräumt.

Wer kann bei der Lausitz-Rallye rund um Boxberg vorn mitmischen?

Am Steuer des neuen Boliden aus Mlada Boleslav wird übrigens Andreas Mikkelsen aus Norwegen sitzen. Er ist WRC-2 erfahren, mischt also an der Weltspitze mit. Erik Cais aus Tschechien, Anders Gröndal aus Norwegen und Matthias Kahle werden es Andreas Mikkelsen hoffentlich nicht zu einfach machen.
Lokalmatador Matthias Kahle ist dabei am schwersten einschätzbar. „Er ist in diesem Jahr noch keine Rallye gefahren und kommt in einem gemieteten Auto“, erzählt Wolfgang Rasper. Co-Pilot Christian Doerr konnte wenigstens ein bisschen üben. Ob ihre Erfahrung in der Lausitz – sie haben unter anderem die letzten beiden Rallyes gewonnen – ausreicht, macht es besonders spannend. Samstagabend sind alle schlauer.

Welche Straßen gesperrt sind

Die Betriebsstraße von der B 156 bis Kringelsdorf wird am Samstag, 5. November, von 13.30 Uhr bis zirka 20.30 Uhr voll gesperrt. Sie ist von beiden Seite als Sackgasse ausgeschildert.
Die Straße von der Kreuzung Bärwalder See bis zum Tiz sowie Parkplatz am alten Lidl-Markt in Boxberg sind vom 3. November, 15 Uhr, bis 6. November, 12 Uhr, für den öffentlichen Verkehr gesperrt.
Der Ticket-Verkauf läuft komplett online. Von der Internetseite www.lausitz-rallye.de wird man zum Shop geleitet. Auch das Rallye-Heft gibt es wieder im Online-Format.
Die Karten kosten zehn Euro für den Freitag sowie 25 Euro für den Samstag. Das Wochenendticket kostet 30 Euro. Kinder bis zwölf Jahre sind frei. An den Zuschauerpunkten werden die Karten gescannt.
Die Zuschauerpunkte sind in allen Abschnitten ausgewiesen.
Die Rallye startet am 5. November um 7 Uhr. Die Siegerehrung findet kurz vor 19 Uhr statt.
Der Shakedown wird am Freitag, von 16 bis 19.30 Uhr in der Arena Sprey gefahren. Die Arena ist beleuchtet.