Wölfe in Brandenburg
: Wolf hängt im Drahtzaun in Spremberg fest

Ein Wolf ist zwischen Lieskau und Schönheide (Ortsteile von Spremberg) unbeabsichtigt in „eine Falle“ geraten. Das sorgt für Anrufe bei der Polizei. Was passiert mit dem Raubtier?
Von
Tobias Roitsch
Lieskau
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Wölfe sind in Brandenburg keine Seltenheit mehr. Wirkt die Wolfsverordnung in Brandenburg doch und schützt sie Nutztierhalter vor dem Raubtier? (Symbolbild)

ARCHIV - 08.08.2018, Bayern, Poing: Ein Wolf schaut in einem Wildpark hinter einem Baum hervor. Nach dem Tiroler Vorstoß zum leichteren Abschuss von Wölfen werden auch in Bayern ähnliche Forderungen laut. (zu dpa: «Tirol erleichtert Abschuss von Wölfen - Forderungen aus Bayern») Foto: Lino Mirgeler/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Wölfe sind seit vielen Jahren wieder in der Lausitz heimisch und leben auch im Raum Spremberg. Dort ist einem Wolf nun ein ASP-Zaun zum Verhängnis geworden. (Symbolbild)

Lino Mirgeler/dpa

Eigentlich sollen die stabilen Drahtzäune, die in der Natur des Spree-Neiße-Kreises stehen, Wildschweine aufhalten. Doch jetzt ist eine der Barrieren im Gebiet der Stadt Spremberg für einen Wolf zum Problem geworden. Was ist passiert?

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) wird im Landkreis Spree-Neiße seit Jahren bekämpft. Im September 2020 war der erste Fall im Kreisgebiet amtlich festgestellt worden. Im Kampf gegen die für Wild- und Hausschweine todbringende Tierseuche wird auf gezielte Bejagung und Fallenfang gesetzt. Ziel ist, den Schwarzwild-Bestand zu reduzieren.

Außerdem werden ASP-Schutzzäune in der Natur aufgestellt. Die stabilen Barrieren mit Drahtgeflecht und Holzstützen sollen das Schwarzwild aufhalten, damit die ASP nicht weiterverbreitet wird. Hunderte Kilometer lang sind die Zäune im Spree-Neiße-Kreis mittlerweile insgesamt. Für Menschen ist die Tierseuche ungefährlich.

Die Zäune in der Landschaft, die beispielsweise entlang von Straßen und Wäldern stehen, sind nicht nur für Wildschweine ein Hindernis. Das zeigt nun ein Fall im Bereich der Stadt Spremberg. Zwischen Lieskau und Schönheide, zwei Spremberger Ortsteilen, ist am Dienstag (11. Juni) auch für einen Wolf am ASP-Zaun Schluss gewesen. Das teilt die Polizeidirektion Süd in Cottbus mit. Mehrere Anrufer hatten sich mittags bei der Polizei gemeldet und mitgeteilt, dass sich das Raubtier an der Lieskauer Dorfstraße im ASP-Zaun verfangen hat. Mit einer Hinterpfote war das Tier hängengeblieben. Es konnte sich nicht selbst befreien, teilt die Polizei mit.

Wolf bei Lieskau wird betäubt und behandelt

Die Rettung des Vierbeiners wurde organisiert. In Absprache mit dem Jagdpächter und der Amtstierärztin sei der Wolf zunächst betäubt und behandelt worden.

Die Kreisverwaltung Spree-Neiße teilte am Donnerstag (13. Juni) auf Anfrage mit: „Die tierärztliche Untersuchung ergab, dass die Fähe nicht stark verletzt war und lediglich kleine oberflächliche Strangulationsmerkmale in der rechten Hintergliedmaße aufwies.“ Die etwa einjährige Wölfin sei nach der Untersuchung durch das Team des Wolfsbeauftragten an einen geeigneten Ort zum Aufwachen gebracht worden - geschützt im Dickicht. Die Kreisstraße musste zeitweise voll gesperrt werden.

ASP-Zäune sind als ein Grund für vermehrte Sichtungen von Wölfen im Raum Spremberg im Sommer 2023 ausgemacht worden. Die Raubtiere müssten sich neue Wege suchen. Lücken im Zaun finden sie in Ortschaften und an Straßenkreuzungen, so der ehrenamtliche Wolfsbeauftragte André Pfeiffer. Betroffen war unter anderem der Bereich rund um die Talsperre Spremberg. Auch aus der Kernstadt Spremberg ist eine Sichtung mit einem Handyvideo dokumentiert worden. Die Lage habe sich Anfang 2024 wieder beruhigt. Dass andere Wildtiere, etwa Rehe, in den ASP-Zäunen hängenbleiben, hatten zuvor bereits Jäger aus dem Raum Spremberg kritisiert.

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