Von Marcel Laggai

Aufgrund der Unwetterfront, die am Montag über die Region zog, mussten rund 3700 Kunden zeitweise ohne Strom auskommen, wie die Mitteldeutsche Netzgesellschaft Strom am Dienstag auf RUNDSCHAU-Nachfrage mitteilte. Schuld daran seien mehrere Bäume gewesen, die auf Mittelspannungsleitungen stürzten und dabei mehrere Leiterseile zerrissen hätten, berichtet Pressesprecherin Evelyn Zaruba.

Von dem Stromausfall konkret betroffen waren die Orte Sellessen, Graustein, Drieschnitz-Kahsel, Jerischke, Bloischdorf, Wadelsdorf, Klein Loitz, Neuhausen, Hornow, Preschen, Türkendorf, Bohsdorf, Groß Luja, Laubsdorf, Bagenz, Reuthen, Komptendorf, Schönheide, Döbern und Bühlow.

Windhose entwurzelt knapp 20 Bäume

Während die Orte vom Strom abgeschnitten waren, kämpften zahlreiche Feuerwehrleute um eine Wiederherstellung der normalen Lage. Kein leichte Aufgabe, hatte das Unwetter doch selbst Jahrzehnte alte und schwere Eichen entwurzelt, wie Amtswehrführer Lars Mudra berichtet. Besonders den Ortsteil Bloischdorf der Gemeinde Felixsee  habe es dabei schwer erwischt. „Hier hat eine Windhose knapp 20 Bäume entwurzelt, die teilweise einen Stammdurchmesser von gut einem Meter hatten“, sagt Mudra, der am Montag gegen 16 Uhr den ersten Einsatzbefehl erhielt.

Nachdem man in Klein Loitz für Ordnung gesorgt habe, seien nahezu minütlich neue Anrufe bei der Feuerwehr eingegangen. Während das Unwetter Spremberg  und Forst nur streifte, zog es im Zentrum eine Schneise der Verwüstung hinter sich her, die selbst Mudra – nach eigenem Bekunden – so noch nicht erlebt hat.

50 Feuerwehrkräfte im Einsatz

„Ob zerrissene Hochspannungs- und Oberleitungen oder abgeschnittene Zufahrtsstraßen – wir wurden an mehreren Stellen gleichzeitig gebraucht“, sagt der Amtswehrführer, der im Zuge des Unwetters die Prioritäten setzen musste. Die Sicherheit der Kameraden habe jedoch stets im Vordergrund gestanden. „Wegen der Stromsperrung standen wir deshalb mit der Netzgesellschaft in ständigem Kontakt. Parallel dazu haben wir die Straßen von entwurzelten Bäumen und herab gestürzten Ästen beräumt.“ Laut Mudra waren im Laufe des Unwetters circa 50 Feuerwehrkräfte im Einsatz, um in den 15 Ortsteilen wieder für Ordnung zu sorgen.

Einsatz gegen 19 Uhr beendet

Angesichts dessen lobt der Amtswehrführer im Nachhinein die gute Zusammenarbeit mit den Kameraden und auch die reibungslose Kommunikation mit der Mitteldeutschen Netzgesellschaft Strom. „Bei so vielen Leuten aus verschiedenen Gebieten nicht immer leicht, aber dank des professionellen Zusammenwirkens war unser Einsatz gegen 19 Uhr beendet“, so Mudra. Ungefähr zur selben Zeit  habe die Netzgesellschaft einen Großteil der Kunden wieder mit Strom versorgen können, wie es von der Pressesprecherin heißt. „Gegen 21.30 Uhr hatten alle Kunden wieder Strom.“

Mittwoch muss der Strom nochmal abgestellt werden

Allerdings weist der Stromversorger darauf hin, dass man in manchen Ortsteilen am Mittwoch nochmals mit Ausfällen rechnen müsse. „Infolge der Wiederanbindung an das Netz und Herstellung des Normalzustandes kann es morgen (ab Mittag) in den Orten Groß Luja, Bloischdorf, Türkendorf und Teilen von Graustein noch einmal zu Stromunterbrechungen kommen.“

Reetdachhaus brennt in Cottbus

Im Cottbuser Ortsteil Branitz schlug am Montag ein Blitz in ein Reetdachhaus ein. Die Bewohner entkam, das Gebäude brannte aber aus.

Wegen der starken Rauchentwicklung hatte die Leitstelle eine warnung herausgegeben.

Bildergalerie Wegen der starken Rauchentwicklung hatte die Leitstelle eine warnung herausgegeben.