Ein Schäferhund irrt vermutlich seit Wochen im Bereich zwischen Terpe und Spremberg-Pulsberg hin und her. Er ist groß und braun, auffällig sind sein schwarzer Rücken, die schwarzen Ohren. Familie König war auch am Montagmorgen wieder unterwegs, um den Hund zu finden. Sybille König klingt Traurig: „Wir haben ihn heute Morgen nicht sehen können, aber wir wollen am Nachmittag noch einmal mit dem Fahrrad los. Meinem Mann war der große Hund auf seiner Jogging-Runde am 23. Dezember zum ersten Mal aufgefallen. Er stand plötzlich hinter ihm, schaute nur. Bis ein Auto kam, da verschwand der Hund wieder zwischen den Bäumen“, erzählt Sybille König. Dass sie nicht die einzigen sind, die sich inzwischen um das Tier Gedanken machen, entdeckten Königs bei Facebook. Dort gibt es auch Fotos vom Schäferhund. Er ist scheu, kommt nicht näher an Menschen heran, soll auch nicht aggressiv.

Kommentar zur Hundesuche Mit Herz und Geduld

Spremberg

Familie König hat sich ans Tierschutzligadorf an der B 97 in der Ortslage Groß Döbbern gewandt. Tierpflegerin Katja Spiegel: „Eine Kollegin hat über Facebook versucht nachzuvollziehen, wie lange sich der Hund dort bereits aufhalten könnte. Wir müssen sogar davon ausgehen, dass er schon seit November dort unterwegs ist“, sagt Katja Spiegel. Ob der Hund so hin und her irrt, weil er sein Zuhause sucht, oder ob er ausgesetzt wurde und nun auf Futtersuche ist, das lasse sich derzeit noch nicht genau sagen. „Er wirkt auf den Fotos auch sehr erschöpft. Irgendwo wird er vielleicht schlafen, aber tagsüber irrt er durch die Gegend“, vermutet Katja Spiegel.

Vermisst wird das Tier noch nicht

Eine Vermisstenmeldung zu einem Schäferhund jedenfalls sei im Tierheim in Groß Döbbern bislang nicht eingegangen. Auch Polizeisprecher Lutz Miersch schüttelt den Kopf. „Wer seinen Hund vermisst, meldet das auch in der Regel nicht bei uns. Nur wenn zum Beispiel Pferde oder – wie schon einmal in diesem Bereich Terpe – Kühe abgängig sind und zu einer Gefahr im Straßenverkehr werden könnten, werden wir informiert. Oder wenn streunende Hunde gefährlich reagieren, auch da werden wir schon mal einbezogen“, sagt Polizeisprecher Lutz Miersch.

Die Tierpflegerin Katja Spiegel sorgt sich vor allem auch wegen des Silvesterfeuerwerks um den Schäferhund. „Das große Knallen könnte ihn erneut aufschrecken und weiter treiben“, sagt sie. Dass Feuerwerke schwierig für viele Haustiere sind, wissen nicht nur viele Tierhalter. Sondern auch die Tierheime merken das unmittelbar nach dem Jahreswechsel. „Es sind in dieser Zeit vermehrt Haustiere abgängig. Die Tierhalter rufen dann bei uns an, suchen ihre Katze, ihren Hund. Die Tiere wissen ja nicht, warum es knallt, woher der Knall genau kommt. Aber auch das grelle Licht kann sie verschrecken“, sagt Katja Spiegel. Sie selbst lasse ihre Hunde deshalb zu Silvester ungern in der Stadtwohnung. „Ich bringe sie zu den Elterrn aufs Land, dort ist es ruhiger“, sagt sie.

Das Vertrauen gewinnen

Im Falle des großen Schäferhundes zwischen Terpe und Pulsberg hoffen die Tierheimmitarbeiter auf mehr Hinweise zu den Aufenthaltsorten des Tieres. „Er muss ja irgendwo schlafen“, sagt Katja Spiegel. Und es könne versucht werden, das Vertrauen des Tieres zu gewinnen. „Auch eine Futterstelle kann eingerichtet werden“, rät Katja Spiegel. „Mit Nassfutter, das riecht intensiver, und ruhig auch mit Wasser, das man täglich erneuert. Einfache Schüsseln reichen für die Einrichtung der Futterstelle. Und gewöhnt man das Tier an eine bestimmte feste Zeit am Tag, wartet es nach eine Weile oft schon ganz in der Nähe“, erklärt die Tierpflegerin. Manchmal werde es dann auch geschafft, dass das Tier zum eigenen Grundstück mitkommt und dort kurz eingesperrt werden kann, bis der Hund von den Tierpflegern abgeholt werden kann. „Aber jetzt ist der Radius zwischen Terpe und Pulsberg für uns einfach zu groß“, so Katja Spiegel.

Familie König will weiter nach dem Schäferhund Ausschau halten. Vorsichtig, denn weiter verschreckt werden soll er nicht. Erreichbar ist das Tierheim für Hinweise unter der Telefonnummer 035608 40124 und über die E-Mail-Adresse info@tierschutzligadorf.de.