Noch am Montag haben die Tierpfleger des Tierschutzligadorfes Klein Döbbern den herrenlosen Schäferhund bei Spremberg-Pulsberg in ihre Obhut nehmen können. Der große Rüde mit dem schwarzen Rücken war über mehrere Tage immer wieder von Spaziergängern und Joggern zwischen dem Spremberger Stadtteil Pulsberg und dem Ortsteil Terpe gesichtet worden. Allerdings sei er sehr scheu gegenüber Menschen gewesen, habe nur da gestanden und geschaut, bis Autos kamen und er wieder zwischen den Bäumen verschwand. Aggressiv soll er nicht aufgetreten sein. Einigen Menschen war es sogar gelungen, den Schäferhund beim Ausruhen zu fotografieren. Die Bilder kursierten auf Facebook.

Polizei kam doch auf den Hund

Die Spremberger Familie König informierte schließlich das Tierheim an der B 97 in Groß Döbbern, so dass sich die Tierpfleger bereits über Facebook ein Bild vom Zustand des Hundes machen konnten. Zum genauen Standort mussten sie allerdings auf weitere Hinweise von Bürgern hoffen, zu groß schien ihnen der Radius, in dem das Tier gesichtet wurde.

Wie die Tierpflegerin Katja Spiegel nach einem aufregenden Montag informierte, hat schließlich doch noch die Polizei helfen können. Polizeisprecher Lutz Miersch hatte noch am Montagvormittag erklärt, dass vermisste Hunde nicht zum Aufgabenbereich der Polizei gehören. „Der Hund war inzwischen aber so erschöpft“, sagt Katja Spiegel, „dass die Polizei ihn finden und uns zu ihm rufen konnte.“

Rechtzeitig vor der Silvesternacht

Grundsätzlich sei der Rüde körperlich doch in einer recht guten Verfassung. „Besser jedenfalls, als wir nach den Fotos angenommen hatten“, sagt Katja Spiegel, „wir kümmern uns jetzt erst einmal um ihn.“ Ein Halter, der den großen Hund vermisst, habe sich allerdings noch immer nicht gemeldet. Die Befürchtung bleibt, dass der Schäferhund ausgesetzt wurde und bis zu seiner Erschöpfung verzweifelt hin und her geirrt ist. Froh sind die Mitarbeiter des Tierschutzligadorfes und auch Familie König, dass der Rüde noch vor der Silvesternacht gefunden werden konnte. Die Sorge war nämlich groß, dass die Böllerei das Tier zusätzlich verschreckt und wieder zu einem neuen Ort treibt.