Strukturwandel
: Welzow Unternehmer stellen Forderungen zu Strukturwandel

Welzower und Drebkauer Unternehmer haben den Lausitzbeauftragten Klaus Freytag mit ihren Sorgen zum Strukturwandel konfrontiert. Am Ende einigten sie sich auf fünf Forderungen, die vor allem helfen sollen, Zeit zu gewinnen.
Von
Annett Igel-Allzeit
Welzow/Drebkau
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Tholeg Robotics ist eine der jüngsten Ansiedlungen in Welzow: Inhaber Thomas Zügel erläuterte jüngst, wie seine Drohnen der Polizei und der Feuerwehr helfen. Foto: Annett Igel-Allzeit

Annett Igel-Allzeit

Unternehmer wollen den Strukturwandel mitgestalten. Das wurde beim Unternehmerstammtisch in Welzow deutlich. Nicht nur Vertreter aus Welzower und Proschimer Firmen waren da, auch Drebkauer folgten der Einladung. Dr. Klaus Freytag, Lausitz–Beauftragter des Ministerpräsidenten, debattierte mit ihnen und berichtete über den Stand des Strukturstärkungsgesetzes für die Kohleregionen. Auf den Bericht der Kommission Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung (Kohlekommission) im Januar 2019 hatte die Bundesregierung im Mai mit ersten Eckpunkten für ein Strukturstärkungsgesetz reagiert. Das Gesetz soll regeln, wie die Empfehlungen der Kommission zu einem Kohleausstieg mit konkreten wirtschaftlichen Perspektiven umgesetzt wird. Im Mantel des Strukturstärkungsgesetz–Entwurfes steckt als Stamm das „Investitionsgesetz Kohleregion“. Eine ganze „Förderarchitektur“ istaufgebaut. Ihren Kern bilden Finanzhilfen für Investitionen der Länder und Bundesprojekte. Seit das Bundeskabinet den Entwurf am 28. August beschlossen hat, läuft das parlamentarische Verfahren. Freytag rechnet im Februar/März 2020 mit der Verabschiedung im Bundestag. Bis dahin finanziere das Bundessofortprogramm Projekte.

Forderung nach weniger Bürokratie

Fünf Forderungen bleiben nach dem Stammtisch: Betriebe mit mehr als 250 Arbeitskräften seien generell an den Strukturmitteln zu beteiligen. Sonderabschreibungen sollen für Unternehmen ermöglicht und das Planungsverfahren beschleunigt werden. Die Entbürokratisierung der Antragsstellung wird gefordert — und die Befreiung von EU–Rahmenkriterien. Bei einigen Unternehmern bleiben Zweifel. Berechtigte Zweifel, so Bürgermeisterin Birgit Zuchold (SPD). „Die Zweifel“, sagt sie, „müssen ausgeräumt werden. Sonst wird das nichts mit der Strukturentwicklung.“