Silvester in Spremberg
: Das wagen und wünschen Menschen der Stadt im Jahr 2025

Zum Jahreswechsel schauen viele Menschen zurück und in die Zukunft. Wird das neue Jahr 2025 besser? Das wünschen sich die Spremberger.
Von
Detlef Bogott,
Annett Igel
Spremberg
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Annett Siegmeier und ihre Tochter Zoe fühlen sich wohl in Spremberg – doch ein Problem bereitet ihnen Sorgen: der zunehmende Ärztemangel in Spremberg.

Annett Siegmeier und ihre Tochter Zoe fühlen sich wohl in Spremberg – doch eins bereitet ihnen Sorgen.

Detlef Bogott
  • Silvester in Spremberg: Bürger blicken auf das Jahr 2025 mit Hoffnungen und Sorgen.
  • Annett Siegmeier wünscht Gesundheit und Zusammenhalt trotz Ärztemangel.
  • Pianist Andreas Gundlach plant lokale Auftritte und Familienzusammenhalt.
  • Neuer Pflegestützpunkt "Pflege Anker" startet zum 1. Januar 2025.
  • Peter Wolf erholt sich von einem turbulenten Jahr und setzt auf neue Pferde.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der Ukraine-Krieg findet auch im Jahr 2024 kein Ende. Die Unruhen im Nahen Osten eskalieren. Die Unsicherheit in der Welt wächst. Das hat auch Auswirkungen auf Deutschland: Das Ampel-Aus bestimmt die Nachrichten. Hoffnungen auf einen ruhigen Jahresausklang erschüttert der Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt.

Für Spremberg wird auf auf Tausende neue Jobs im Strukturwandel gehofft. Doch aktuell trifft der Niedergang der deutschen Solarindustrie die Region: Rund 300 Beschäftigte in der Glasmanufaktur Brandenburg in Tschernitz bangen um ihre Jobs. Gute Nachrichten? 2025 könnte endlich die Sanierung der Spremberger Schwimmhalle beginnen. 2024 hatte sie nicht einen Tag geöffnet. Was wünschen sich die Menschen in der Region fürs neue Jahr?

Für Annett Siegmeier (44) ist das Jahr 2024 ereignisreich gewesen. „Meine Tochter Zoe wurde eingeschult. Sie hat in ihrer Schule viel Spaß“, sagt sie. Sie selbst habe neue Arbeit gefunden. „Meine Arbeitszeiten sind jetzt familienfreundlicher“, so die junge Mutter. Dass die Familie, ihre Freunde und Bekannten gesund bleiben, das hofft sie – „und dass unsere Familie zusammenhält“.

Zusammenhalt in Spremberg – in Familie und Hausgemeinschaft

Zusammenhalt sei selten geworden, aber so wichtig. Sie erlebe Zusammenhalt zum Glück sogar in ihrer Hausgemeinschaft: „Wir sitzen des Öfteren zusammen und unterstützen einander.“ Aber über ein Problem macht sich Annett Siegmeier Sorgen: Der Ärztemangel in Spremberg verschärfe sich. „In naher Zukunft werden weitere Ärzte in den Ruhestand gehen. Aber auch Leute ohne eigenen Pkw und aus den Ortsteilen müssen gut zu einem Arzt kommen“, sagt sie.

Der Spremberger Andreas Gundlach ist Pianist. Geht er wunschlos glücklich ins neue Jahr?

Der Neu-Spremberger Andreas Gundlach ist Pianist und Komponist. Was hat er in seiner neuen Heimat vor?

Detlef Bogott

Andreas Gundlach (49) ist von Berlin nach Spremberg gezogen. Und er staunt, „wie farbenreich unsere Region hier wächst“. Er spart nicht mit Lob: Die Pfarrerinnen Elisabeth Schulze und Jette Förster bewirken viel. Wie auch das Spreekino, das mehr sei als ein Kino. Im Kulturverein in Hornow im Schloss überrasche ihn, was in ehrenamtlicher Arbeit auf die Beine gestellt werde. „Mögen alle Ehrenamtlichen in 2025 viel Anerkennung für ihr tolles Engagement erfahren“, sagt er.

Andreas Gundlach ist Pianist und Komponist. Er beherrscht den Jazz, kann improvisieren. Erfolgreich tritt er mit den Dresdener Sinfonikern auf, mit dem Bariton-Sänger Thomas Quasthoff, mit der Jazzsängerin und Komikerin Anna Mateur und dem Musiker Georg Meyle. Er hofft auf weitere Auftritte mit ihnen.

Darum zieht Komponist Andreas Gundlach nach Spremberg

Aber auch in seiner neuen Heimat ist er 2025 zu erleben: Eine Valentinstags-Dinner-Show in der Confiserie Felicitas im Ortsteil Hornow steht im Terminkalender. Mit dem Sorbischen Nationalensemble plane er zudem eine Kinder-Theater-Produktion. Was den Star überhaupt nach Spremberg treibt? Eine Familie. „Und für meine bunte Patchworkfamilie wünsche ich mir“, so Gundlach, „dass wir immer wieder Wege finden, stabil zusammenzuhalten.“

Christian Friedrich-Putz geht mit einem Pflegestützpunkt in die Selbständigkeit.

Christian Friedrich-Putz geht mit einem Pflegestützpunkt in die Selbständigkeit.

Detlef Bogott

Mandy Tittler (44) und Christian Friedrich-Putz (40) wagen gemeinsam einen Neuanfang. Zum 1. Januar 2025 machen sich mit ihren langjährigen Erfahrungen in der Pflege selbständig. Nach einigen Umbauten in der Straße Glück Auf 23 in Spremberg starten sie einen ambulanten Pflegestützpunkt.

Dieser neuer Pflegestützpunkt startet in Spremberg

„Wir haben ihn ‚Pflege Anker‘ genannt und beginnen mit drei Pflegefachkräften im 24-Stunden-Dienst“, sagt Mandy Tittler. „Wir hoffen, dass wir gut angenommen werden in Spremberg“, so Christian Friedrich-Putz, „und dass wir wachsen können durch neue Kunden und neue Mitarbeiter.“ Mit den Hausärzten, Fachärzten, dem Krankenhaus, sowie den Apotheken und Sanitätshäusern wollen sie eng zusammenarbeiten.

Gabi Söhnle hat über 30 Jahre im Pflegedienst gearbeitet. Was wünscht sie sich für den Ruhestand?

Gabi Söhnle hat über 30 Jahre im Pflegedienst gearbeitet. Was wünscht sie sich für den Ruhestand?

Detlef Bogott

Gabi Söhnel (63) beschäftigt die Weltlage sehr. Keine Kriege, vernünftige Politiker, weniger Kriminalität. Und vor allem Gesundheit, das zählt sie auf. Nach fast 30 Jahren im Pflegedienst will  sie ihren Ruhestand etwas genießen können. „Das Jahr 2024 war von vielen Schicksalsschlägen geprägt, das darf im neuen Jahr nicht wieder passieren“, sagt Gabi Söhnle.

Ein turbulentes Jahr 2024 liegt hinter Peter Wolf (63). Während er als SPD-Politiker im Kommunal- und Landtagswahlkampf zu tun hatte, erlebte er auf seinem Pferdehof zwei Verluste. „Die beiden Wahlen haben mir kaum Zeit für die eigene Arbeit gelassen“, sagt er rückblickend. Der Verlust eines Pferdes und eines Ponys stellte die Weiterarbeit auf dem Hof infrage. Kindern auch weiterhin das Ponyreiten zu ermöglichen und ihnen Freude zu bereiten? Das ist Wolf wichtig. Er hat zwei neue Pferde gekauft. Das muss sich 2025 auszahlen.

Ein Wunsch und die Sorge vor Stillstand in der Stadt Spremberg

Hannelore Nothnick (81) hat zwei Wünsche:  dass die Weltlage friedlicher wird und dass es ihren Kindern, Enkeln und Urenkeln gut geht. „Mit dem Älterwerden habe ich aber überhaupt kein Problem – trotz meiner fast 82 Jahre“, sagte sie. Sogar gegen einen Winter mit richtig viel Schnee habe sie nichts: „Beim Schneeschieben kann ich auf meinem Grundstück immer mal eine kleine Pause ein.“

Kay Schorisch mit seinen Töchtern Frieda und Klara. Was hoffen sie im neuen Jahr 2025 für Spremberg?

Kay Schorisch mit seinen Töchtern Frieda (l.) und Klara. Was hoffen sie im neuen Jahr 2025 für Spremberg?

Detlef Bogott

Kay Schorisch (49) fürchtet nichts mehr als Stillstand. „Der politische Diskurs auf Bundesebene wie auch regional soll endlich wieder in vernünftige Bahnen gelangen“, sagt er. Dass sich die Stadt Spremberg entwickelt, sei wichtig. „Beschlüsse müssen in Vollendung gebracht werden“, fordert der junge Vater. Mit seinen Töchtern Frieda und Klara besucht er immer wieder Kulturveranstaltungen in Spremberg und in den Ortsteilen. Solchen Veranstaltungen wünscht er auch 2025 viele Besucher. Denn das sei auch für den Zusammenhalt in der Stadt wichtig.