Senftenberger See
: Trotz großer Suchaktion – 51-jähriger Kajak-Fahrer noch nicht gefunden

UPDATE 19.06.2023 10:57: Wegen eines verlassen im Wasser treibenden Kajak ist am Senftenberger See bei Peickwitz eine Suchaktion ausgelöst worden. Hubschrauber und Drohnen kamen dabei zum Einsatz. Gesucht wird ein 51-jähriger Mann.
Von
Manja Wilde,
Stephan Meyer,
Thomas Pilz
Senftenberg
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Ein herrenloses Kajak war Anlasse nach einer Suchaktion auf dem Senftenberger See.

Jenny Pohl/Blaulichtreport Lausitz

Ein herrenloses, aufblasbares Kajak auf dem Senftenberger See hat am Donnerstagabend (15. Juni) eine große Suchaktion auf dem Gewässer und an dessen Ufer ausgelöst. Auch ein Hubschrauber und Drohnen kamen dabei zum Einsatz.

Um 18.50 Uhr wurde ein Alarm „Person im Wasser“ ausgelöst. Die Feuerwehr Senftenberg und die Wehren der Umgebung rückten mit mehreren Fahrzeugen und einem Mehrzweckboot aus. Ein Passant sichtete ein verlassenes, im Wasser treibendes Kajak im Schilf im Uferbereich zwischen Niemtsch und Peickwitz. In dem Boot wurden diverse persönliche Gegenstände gefunden, ein Besitzer war jedoch nicht auffindbar.

Sascha Erler, Sprecher der Polizeidirektion Süd, erklärte am Montagmorgen auf Nachfrage, es gäbe noch immer keine Spur von dem Mann. Inzwischen gehe die Polizei von einem Unglück aus, möglicherweise mit tragischen Konsequenzen. Man werde auch weiterhin unter den gegebenen Umständen nach dem Vermissten suchen. Allerdings sei es sehr schwer, auf beziehungsweise in dem Gewässer eine Person zu finden, der See sei sehr tief und sehr groß. Selbst mit Tauchern könnte sich die Suche als kompliziert erweisen.

Feuerwehren mit Booten zum Senftenberger See nachalarmiert

Da die abzusuchende Fläche auf dem Senftenberger See relativ groß war, wurden umliegende Feuerwehren mit zusätzlichen Booten alarmiert. Unterstützung erhielten die Einsatzkräfte von der Schnelleinsatzgruppe (SEG) F.L.I.G.H.T der Johanniter. Mit mehreren Drohnen wurde aus der Luft die Suche aufgenommen.

Menschen in Not konnten zunächst jedoch nicht gefunden werden. Die Suche wurde gegen 22 Uhr eingestellt. „Heute wird entschieden, ob weitere Maßnahmen eingeleitet werden“, sagte ein Mitarbeiter der Polizei Senftenberg am Freitagmorgen. Bislang sei in der Region noch keine Vermisstenmeldung bei der Polizei eingegangen.

Gesucht wird ein 51-Jähriger aus der Region

Über die persönlichen Gegenstände konnte die Polizei die Identität des Besitzers klären. Ein Pkw-Schlüssel im Boot, der zu einem Auto auf einem Parkplatz in der Nähe gehörte, gab Aufschluss darüber. „Es handelt sich um einen 51-Jährigen aus der Region„, sagte Polizeisprecherin Ines Filohn am Freitag. Beamte seien zu dem 51-Jährigen nach Hause gefahren. Gefunden wurde er bislang nicht.

Darum geht die Suche am Senftenberger See am Freitag weiter. Unter anderem mithilfe eines Suchhundes. „Viel Manpower„ sei dabei im Einsatz, um auch die Ufer absuchen zu können. Mit der Wasserschutzpolizei werde geprüft, ob ein Sonargerät zum Einsatz kommt. Straßen oder Wege müssten nicht gesperrt werden, sagte die Sprecherin.

Die aktive Suche durch die Feuerwehr ist inzwischen abgeschlossen, wie Senftenbergs Feuerwehr-Chef Frank Albin gegenüber LR.de mitteilt. 30 Feuerwehrleute waren unter anderem im Einsatz. Darunter Kameraden der Feuerwehren Hosena, Niemtsch und Brieske sowie der hauptamtlichen Feuerwehr Senftenberg. Wie die Polizei am späten Freitagnachmittag auf Nachfrage mitteilt, wurde der Gesuchte noch nicht gefunden.

Am Morgen brannte Fahrgastschiff

Der abendliche Einsatz der Rettungskräfte war am Donnerstag nicht der erste am Senftenberger See. Bereits in den frühen Morgenstunden des 15. Juni war im Hafencamp Großkoschen das Fahrgastschiff Aqua Phönix abgebrannt.