Vor den fünf Bienenstöcken von Uwe Jahnke herrscht derzeit mächtig viel Betrieb. Den Bienenfreund, der zudem auch der Vorsitzende des Imkervereins Spremberg 1862 ist, freut es zumindest, verheißen die fleißigen Bienen doch eine satte Honig-Ausbeute. Dabei dienen Bienen doch für weitaus mehr, als lediglich zur Honig-Produktion und deshalb begrüßt Jahnke den heutigen Weltbienentag.

„Dieser Tag soll den Leuten nochmals eindringlich vor Augen führen, wie wichtig Bienen für uns Menschen sind“, erklärt der Spremberger. Durch das Bestäuben der Blüten würden sie für Vielfalt in der Pflanzenwelt sorgen. Gerade die vielfach in der Landwirtschaft eingesetzten Insektizide gelten als Todfeind viele Bienenvölker. Diesbezüglich hat Jahnke allerdings bereits ein Umdenken bei den Bauern feststellen können. Die vermehrt zu findenden Blühstreifen sind für den Vorsitzenden schon ein Schritt in die richtige Richtung.
Doch auch Parasiten machen den Bienen und Imkern zu schaffen. „Unser Hauptfeind ist derzeit die Varroamilbe, die unsere Bienen schwächt und sie somit anfälliger für Viren macht.“ Befallene Völker schaffen es dadurch meist nicht über den Winter und gehen zugrunde. Allerdings gibt auch Hilfsmittel, mit denen die Imker versuchen, ein Ausbreiten der Parasiten zu unterbinden. Ganz oben mit dabei: Ameisensäure. Wohldosiert können man den Milden somit schon Herr werden.

Nur 16 Bienenvölker gingen im Winter verloren

Offensichtlich mit Erfolg, denn nach dem zurückliegenden Winter mussten die 26 Vereinsmitglieder mit relativ wenigen Verlusten klarkommen. „Tatsächlich haben wir diesmal nur 16 Bienenvölker verloren“, so Jahnke, der in den Jahren zuvor meist einen doppelt so hohen Verlust an den Brandenburgischen Imkerverband melden musste. Dies liege aber auch an dem recht milden Winter, ergänzt er.
Weitaus größere Sorgen macht den passionierten Imker jedoch das Ausbreiten der Amerikanischen Faulbrut (AFB). Eine bakterielle Brutkrankheit, die als anzeigepflichtige Tierseuche gilt, und die der Tod für jedes Bienenvolk bedeutet. „Bislang sind wir von dieser Krankheit bislang verschont geblieben, aber wenn sie einmal in unserer Region angekommen ist, dann sieht es schlecht aus.“ Um ein Einschleppen dieser Seuche zu unterbinden, rät er allen Hobbyimkern, ihre Völker beim Veterinäramt anzumelden.
„Im Notfall hat der Veterinär so alle Völker gelistet, um gegebenenfalls auch schnell zu handeln.“ Trotz der drohenden Gefahr hofft der Imker auf ein umsichtiges Handeln seiner Kollegen und freut sich schon jetzt auf den kommenden Robinienhonig. Dieser schmecke ihm nämlich am liebsten.

Schäden bei  Imkern in Guben und Forst


Auch im Imkerverein Guben, der insgesamt 27 Mitglieder zählt, wurde der milde Winter wohlwollend registriert. „Dadurch habe auch wir weniger Völker verloren, als es die Jahre zuvor der Fall war“, sagt der Vereinsvorsitzende Torsten Stock. Zählt Spremberger Imkerverein aktuell knapp 80 Bienenvölker, sind es in Guben circa 160 Völker. Da die jüngsten Vereinssitzungen coronabedingt jedoch ausfallen mussten, könne er allerdings nicht genau sagen, wie die Völker über das Frühjahr gekommen sind. Die anhaltende Trockenheit macht nämlich auch den Bienen zu schaffen. „Durch den fehlenden Regen ist die Frühjahrstracht diesmal nicht sonderlich opulent ausgefallen, weshalb es auch deutlich weniger Nektar gab und den brauchen die Bienen nun mal.“  In Forst hingegen scheint es die Imker indes unterschiedlich hart getroffen zu haben. „Während manche Vereinskollegen keine Verluste zu beklagen hatten, habe ich dreiviertel meiner Bestände verloren“, erklärt Andreas Kählig. Neben den Milden macht er dafür trachtarme Monokulturen verantwortlich. Ohne die nötigen Herbst-Pollen komme die Brut nämlich nicht über das Frühjahr.