Die vergessene Streuobstwiese hinterm Sportplatz in Groß Luja blüht. Sie wurde in der jüngsten Einwohnerversammlung im Februar wiederentdeckt, als die Groß Lujaer die Neugestaltung des Sportplatzes diskutierten. Ein Einwohner erklärte, dass es nicht nötig sei, einen Teil des Sportplatzes in eine Streuobstwiese zu verwandeln. „Hinterm Rodelberg steht schon eine“, so der Ur-Lujaer.

Dass sich nach dem Zweiten Weltkrieg hier Flüchtlinge und Dorfbewohner Obst geholt hatten, erzählen die älteren Groß Lujaer. Inzwischen drängen sich Birken und andere Gehölze zwischen den Obstbäumen nach oben. Aber auch Obstbäumchen wachsen nach.

Viele Vögel und Insekten bevölkern die Streuobstwiese in Groß Luja

Viele Vögel sind hier unterwegs. Es brummt und summt in den Blüten. Besonders beeindruckt ein alter Apfelbaum mittendrin – herrlich ausladend, wie es kein Obstbauer zulassen würde. Mehrere Birnenbäume sind dabei, wohl auch Kirschen. Ob das Gelände jemandem gehört? Ein Durchforsten brauchen die etwa zwei bis drei Hektar und einen Schnitt die Obstbäume nach Jahrzehnten.

Himbeerranken fühlen sich auf der Streuobstwiese in Groß Luja wohl

Gespannt darauf, welche Obstsorten in den nächsten Monate heranwachsen, ist zum Beispiel Sprembergs Original Mutter Birnbaum. Andrea Ruhner fällt es auch nicht schwer, immer mal vorbeizuschauen: Sie wohnt in Groß Luja.

Die wilden Himbeerranken erschweren das Durchwandern, doch es lohnt sich: Das Einjährige Silberblatt, das zweijährig ist, blüht dort üppig, wo die Obstwiese endet und das Feld beginnt. Die Pflanze gilt als Neophyt auf dem Weg zur Einbürgerung und ist mit ihren silbernen Schoten der Star in Trockensträußen.