Von Marcel Laggai

Geräuschpegel und Stimmung sind überwältigend, während die jungen Sportler alles geben, um ihr Team an die Spitze zu bringen. Obwohl die „Athleten“ alle samt noch im Vorschulalter sind, feuern sie sich bereits gegenseitig voller Eifer an und treiben sich zu Höchstleistungen – wie die ganz Großen. Die sitzen indes auf der Tribüne und betrachten die sportlichen Wettkämpfe mit gebührendem Abstand. Denn bei der nunmehr elften Auflage der Kita-Olympiade stehen die Kleinen im Focus. Austragungsort ist abermals die Sporthalle Haidemühl, wo sich am Mittwoch erneut alle 17 Kindertagesstätten der Stadt und der Ortsteile eingefunden haben, um sich in etlichen Disziplinen zu messen.

Andrea Kupke, Praxisberaterin für Kindereinrichtungen aus der Stadtverwaltung Spremberg, hat auch in diesem Jahr den sprichwörtlichen Hut auf. Auch während der Wettkämpfe ist sie stets in der Halle unterwegs, organisiert, hat ein offenes Ohr und schnappt sich gelegentlich auch das Mikrofon, um die Leute in der Halle über dieses und jenes zu informieren. Allerdings weist sie explizit darauf hin, dass ohne Unterstützer und Helfer die Kita-Olympiade vermutlich nicht so routiniert ablaufen würde. „Nicht nur der Kreissportbund, sondern auch die Sponsoren haben diese Kita-Olympiade zu dem gemacht, was sie heute ist: Eine feste Größe“, ist sich Andrea Kupke sicher.

Trotz der guten Laune lässt sich die Praxisberaterin einen Wermutstropfen nicht anmerken, der sie aber trotzdem sichtlich bewegt. „Der Urvater der Spremberger Kita-Olympiade, Bernd Junghanß, ist am Osterwochenende verstorben und das nimmt mich schon arg mit“, so Andrea Kupke, während sie kurz um Fassung ringt. Trotzdem erinnert sie sich gern an die Anfänge der Veranstaltung, die damals noch nicht so viele Teams verzeichnen konnte. „Begonnen haben wir 2009 mit gerade einmal acht Kita-Mannschaften.“ Nach nur zwei Jahre wären allerdings schon alle Kitas an „Bord“ gewesen, erinnert sich die Organisatorin und flitzt auch schon zur nächsten „Baustelle“.

Während die Erwachsenen organisieren, moderieren, Punkte zählen und kräftig anfeuern, widmen sich die knapp 170 jungen Sportler den unterschiedlichen Wettkämpfen, die an mehreren Stationen in der Sporthalle zu absolvieren sind. Beim Ballprellen etwa müssen die Knirpse in nur 30 Sekunden den Ball so oft prellen, wie sie können. Hand-Augen-Koordination in Reinkultur, was einigen leichter von der Hand geht, als anderen. Auch wenn der Ball mitunter nicht so möchte, wie es die Vorschüler gern hätten, ist ihnen der Spaß sichtlich anzumerken. Strahlende und glückliche Kinderaugen, wohin man blickt. Und wenn die Motivation nachzulassen droht, ist stets einer der knapp 20 Helfer zur Stelle, um die Stimmung nicht kippen zu lassen.

Dafür sorgt aber auch der Moderator der Kita-Olympiade, Frank Roick. Als Sportlehrer und  Vorstandsmitglied des Kreissportbundes weiß der Mann um die Kniffe der jeweiligen Stationen. So sei der Krebsgang rückwärts, durch den ungewohnten Bewegungsablauf, oftmals sehr schwer für die Kinder, sagt der Cottbuser. Darüber hinaus erklärt er auch dem Publikum jede Station im Detail und animiert es regelmäßig dazu, „ein wenig mehr Stimmung zu machen“. Für Roick ist es derweil nicht die erste Olympiade, die er am Mikrofon begleitet. Und trotzdem stellt er in diesem Jahr eine positive Entwicklung fest. „Die Kids sind diesmal wirklich diszipliniert und bleiben an ihren Plätzen beziehungsweise feuern von dort ihre Team-Kollegen an.“ Diese Veranstaltung sei auch schon viel chaotischer abgelaufen, erinnert sich der Moderator, während er das eigentliche Highlight der Kita-Olympiade ankündigt: die gemischte Staffel.

Vier durchgemischte Teams, aus unterschiedlichen Kitas. Diese bestehen wiederum aus Mädchen, Jungs und Erziehern, aber auch aus Eltern, was Andrea Kupke lobend erwähnt. Während die Sporthalle unter Jubel und Beifall fast schon zu erzittern droht, flitzen die Teilnehmer den Parcour entlang. Über die Bank, um die Slalomstangen, durch den Kasten und am Hocker kehrt machen, um den Team-Kollegen durch ein Abklatschen ebenfalls loszuschicken.

Obwohl die Kita „Kinderspielgarten“ den Siegerpokal am Ende der Veranstaltung bereits zum zehnten Mal mit nach Spremberg nehmen darf, sind doch alle Teilnehmer wahre Sieger, wie Andrea Kupke erklärt. Getreu des „Dabeisein ist alles“-Gedankens gibt es auch in diesem Jahr nur die Platzierungen eins bis vier und für jeden Sportler eine eigene Medaille. Sylvia Schulz, Erzieherin des Gewinnerteams, freut sich derweil schon auf die rauschende Pokalfeier, „bei der sicher jeder einmal aus der glänzenden Siegestrophäe trinken wird.“

Während der evangelische Musikkindergarten auch mit dem vierten Platz sichtlich zufrieden sein darf, wird eine junge Sportlerin diese 11. Kita-Olympiade vermutlich nicht so schnell vergessen. Denn Lisa Müller ließ es sich trotz ihres sechsten Geburtstags nicht nehmen, an dem Wettkampf teilzunehmen. Und so konnte sich die Vorschülerin nicht nur über ein paar kleine Geschenke freuen, sondern auch über ein Geburtstagsständchen – gesungen von fast allen Anwesenden in der Halle.

Bildergalerie Kita-Olympiade in Haidemühl: Die Sieger lassen sich auch vom Publikum gebührend feiern.