Wer jetzt die Kulturinsel in Friedrichshain besucht, begegnet fast immer Karnevalisten des FKK. Sie sind am Werkeln und Bauen. Denn beim FKK gibt es klare Regeln. „Und Arbeitsgruppen für die Dekoration und das Programm und die Tanzgruppen“, zählt Robert Jentsch auf. Fast täglich begrüßt der 36-jährige Friedrichshainer Karnevalspräsident „sein närrisches Volk“ mit einem freundlichen Hallo. Er verteilt einige kleinere Aufgaben und spornt die Männer bei ihrem handwerklichen Part ein bisschen an.

„Als ich ein Kind war, haben meine Mama und Oma Gertraud immer den Karneval besucht. Sie waren gern mitten im großen Trubel“, sagt Jentsch. Nein, damals war er noch nicht der große Faschings-Fan. Das kam später. Ein Kumpel nahm ihn im Jahr 2000 mit zum FKK, aber seitdem gehört er dazu. „20 Jahre sind das jetzt schon, und seit drei Jahren bin ich der Präsident des Ganzen.“ Er überlegt kurz: Im Karneval aktiv sei jetzt die dritte und vierte Generation seiner Familie. Denn auch seine fünfjährige Tochter Emma tanzt seit diesem Jahr in der Kindertanzgruppe mit.

Mit Friedrichshainer Männergruppe auf dem Parkett

Ob als Figuren aus „Star Wars“ oder im Zombie-Outfit – er rocke das Parkett in der Friedrichshainer Männergruppe mit. Das Publikum ist dankbar. Auch Sketche spielt er gern. Dafür lernt er längere Texte auswendig. „Wenn ich moderiere, dann geht das eher spontan, da reichen mir Stichpunkte. Aber Sketche muss ich schon genau im Kopf haben. Sie sollen ja auch funktionieren“, sagt der Friedrichshainer. In dieser Saison führt er mit Edelgard Linkohr durch das Programm.

Karneval Friedrichshain Ritters leben für den Karneval

Friedrichshain

Alle Karnevalsfreunde stecken Geld in die gemeinsame Sache, und sie sind mit ganzem Herzen dabei. „Mehr als 20 Kostüme habe ich bestimmt im Schrank. Am besten gefällt mir mein Ritterkostüm.“ Nur Karnevalsprinz ist er noch nicht gewesen. Momentan sei er zwar solo unterwegs. „Aber mit der richtigen Prinzessin könnte ich mir vorstellen, als Prinzenpaar in den Saal einzumarschieren. 99 Prozent unserer Prinzenpaare sind auch im wirklichen Leben ein Paar“, erzählt der Präsident. Wie Anja und Mario Koschitza aus Döbern, das aktuelle Prinzenpaar des FKK.

FKK-Uniformen müssen ausgetauscht werden

Die Friedrichshainer feiern ihre 58. Saison unter dem Motto: „Die Stewardess schreit laut Hurra – Der Flughafen gehört jetzt dem FKK“. Eine Durchlauf- und eine Generalprobe gab es bereits. „Ich habe mich in der Freizeit für den Karneval entschieden, deshalb bin ich im Sommer mindestens zweimal im Monat in der Kulturinsel und im Winter ständig“, sagt der Präsident. Zu organisieren gebe es immer etwas. So sollen die Uniformen des Elferrates nach 20 Jahren ausrangiert werden, das wäre in diesem Jahr wieder der Fall.

Spremberg

Neben Beruf und Karneval bewirtschaftet Jentsch Haus und Hof. Bleibt dann noch Zeit, besucht er fünf oder sechs Konzerte im Jahr. Das gute Miteinander im Verein gefällt ihm. „Ehrlichkeit ist wichtig. Wenn es ein Problem gibt, muss es besprochen werden“, sagt Robert Jentsch.

Friedrichshainer Kulturinsel braucht neuen Anstrich

Der FKK hat die Kulturinsel vor fünf Jahren gepachtet und ist froh, dort seine Veranstaltungen durchführen zu können. Die Gemeinde ist auch interessiert, das Kulturhaus im Ort zu erhalten. Es wurden mehrere Fenster erneuert. Die Fassade braucht noch einen neuen Anstrich. Die Räumlichkeiten können auch für Feiern gemietet werden. Mit dem Sportverein Friedrichshain bestehe eine gute Zusammenarbeit. „So gehen wir am 7. März gemeinsam mit den Sportlern zampern“, kündigt der Karnevalspräsident an. Für das FKK-Programm am 22. Februar soll es noch Restkarten geben. Auch der Rosenmontag wird in Friedrichshain gefeiert.