Industriepark Schwarze Pumpe
: Offene Tore zum 70. Jubiläum – was Besucher erleben können

Beim Jubiläum „70 Jahre Industriepark Schwarze Pumpe“ zeigen Firmen innovative Technologien, Materialien der Zukunft und nachhaltige Energiekonzepte.
Von
Annett Igel
Schwarze Pumpe
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Luft Seenland Schwarze Pumpe: Luftaufnahme vom 29. Juni 2025
Lausitzer Seenland
Industriepark und Kraftwerk Schwarze Pumpe

Der Industriepark in Schwarze Pumpe wird 70 Jahre alt. Das soll gefeiert werden: Viele Unternehmen wollen Besuchern ihre Anlagen und Fuhrparks zeigen.

Michael Helbig
  • Der Industriepark Schwarze Pumpe feiert am 30. August 2025 sein 70-jähriges Jubiläum mit offenen Toren.
  • Unternehmen präsentieren Technologien, nachhaltige Energiekonzepte und Ausbildungsmöglichkeiten.
  • Altech Group zeigt zukunftsweisende Batteriematerialien und plant eine neue Fabrik für Festkörperbatterien.
  • Besucher können Unternehmen wie Hamburger Containerboard, MCR Lausitz und Xervon besichtigen.
  • Shuttlebusse und Tourkarten ermöglichen Zugang zu über 20 Stationen, inkl. Leag-Kraftwerk und Ausbildungsstätte.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Wenn 70 Jahre Industriepark Schwarze Pumpe gefeiert werden, wollen die Besucher und Unternehmer nicht nur zurückschauen. Der Industriepark ist ein wichtiger Akteur im Strukturwandel für Sachsen und Brandenburg.

„Vergangenheit trifft Zukunft“ ist deshalb das Motto zum Jubiläum am 30. August 2025. Unternehmen und Initiativen zeigen ihre Visionen für Technik, Energie und Ausbildung in der Lausitz. Auch die Altech Group ist dabei. Wer wirbt noch für Fachkräfte?

Im Dock3, dem Kompetenzzentrum für Gründer und Gewerbe im Spreetaler Teil des Industrieparks, läuft seit Mai 2025 die Versuchsanlage der Altech Group. Sie produziert das Anodenmaterial mit dem Markennamen Silumina Anodes. Es gilt als bahnbrechendes Material für leistungsstärkere Lithium-Ionen-Batterien. Damit können Batterien mit höherer Energiedichte hergestellt werden, um mehr Energie in kleineren und leichteren Speichergeräten einzulagern. Zehn Millionen Euro hat Altech in die Versuchsanlage investiert, sagt Carsten Baumeister, der Projektleiter. Die Besucher des Industrieparks können sich am Samstag anschauen, wie sie funktioniert.

Das Material wird im Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme (IKTS) in Dresden getestet. Noch in diesem Jahr sollen Fahrzeug- und Batteriehersteller Silumina Anodes testen können. Interessant ist das Material für die Hersteller von mobilen Geräten wie Handys, für Elektrofahrzeuge und Solaranlagen. Zudem plant Altech mit der extra gegründeten Altech Batteries GmbH eine Fabrik für Natriumchlorid-Festkörperbatterien (Cerenergie-Batteriepacks). Auf 15 Hektar Fläche des alten Kraftwerksgeländes in Schwarze Pumpe soll sie gebaut werden. Die Baugenehmigung ist erteilt. Mehr als 150 Millionen Euro schwer ist die Investition.

Altech wartet für Fabrik in Schwarze Pumpe auf Fördermittel

Aktuell wartet Altech erneut auf Fördermittel, ist zuversichtlich, jedoch vorsichtig mit Zeitschienen. Aber welche Fachkräfte Altech künftig in Schwarze Pumpe braucht und in welche Richtung das neue Unternehmen ausbilden will, das können Besucher am Samstag erfahren, sagt Baumeister.

Auch die Datablogs GmbH sitzt im Dock3: Sie kümmert sich um die Datenflut von Unternehmen, um die Verbesserung von Prozessen und mehr Sicherheit. Zum Beispiel für Schienennetze, wie es sie in Industriegebieten gibt. Auf den neuesten Stand zum Reallabor Referenzkraftwerk Lausitz (RefLau) können sich die Besucher im Dock3 bringen lassen. Ein modernes Kraftwerk im Industriepark Schwarze Pumpe soll ausschließlich erneuerbare Energien nutzen. Simuliert wird am Samstag die Dunkelflaute – wie kann sie mit Wasserstoff überbrückt werden? Das Lausitz Investor Center ist ebenfalls im Dock3. Dieses Team unterstützt die Wirtschaftsförderung Sachsen (WFS) und die Wirtschaftsförderung Brandenburg (WFBB). Es arbeitet mit den regionalen Wirtschaftsfördergesellschaften wie der ASG zusammen, mit Lausitzer Branchennetzwerken, Kammern, Verbänden sowie Forschungs- und Bildungseinrichtungen und den Kommunen.

Zu Werksbesichtigungen lädt am Samstag auch die  Hamburger Containerboard ein. Zur Gruppe gehören die Papierfabrik Hamburger Rieger, die Dunapack Packaging und die Spreerecycling GmbH mit dem Ersatzbrennstoffkraftwerk (EBS). Das EBS wird gerade erweitert, um künftig genug Energie und Prozessdampf zu haben. In der Papierfabrik produzieren 485 Mitarbeitende jährlich rund 840.000 Tonnen braune und weiße Papiere sowie Gipsplattenkarton. 270 Mitarbeitende der Dunapack verarbeitet das Wellpappenrohpapier zu Verpackungslösungen.

Schadstoffsanierung und Industriereinigung in Schwarze Pumpe

Die Xervon GmbH, Buchen Umweltservice und Remondis GmbH öffnen als Gruppe ihre Tore. Sie sind Umweltdienstleister, kümmern sich um Recycling, Industriereinigung, Schadstoffsanierung, Gerüstbau und Industrieisolierung. Die Umwelttechnologen, Industrie- und Anlagenmechaniker, Elektroniker, Feuerungs- und Schornsteinbauer sind weltweit unterwegs. Die Gruppe will Einblick in den Arbeitsalltag geben, Einsatzfahrzeuge vorstellen und es den Besuchern ermöglichen, einen Gerüstturm zu begehen.

Das Ersatzbrennstoff-Kraftwerk an der Papierfabrik im Industriepark Schwarze Pumpe bei Spremberg wird erweitert. Aufgebaut wird ein zweiter Kessel. Bislang steht die erste von insgesamt 27 Stützen.

Das Ersatzbrennstoff-Kraftwerk an der Papierfabrik im Industriepark Schwarze Pumpe bei Spremberg wird erweitert. Aufgebaut wird ein zweiter Kessel. Wie weit sind die Bauarbeiten inzwischen?

Tobias Roitsch

Auch die MCR Lausitz lädt ein. Sie ist ein Unternehmen, das Instandhaltung für Schienenfahrzeuge anbietet. Sie kann Maschinen- und Stahlbau und 3D-Metalldruck. Mit rund 300 Mitarbeitern ist das Team einer der größten Instandhaltungsbetriebe und Dienstleister der Lausitz. Im Industriepark Schwarze Pumpe steht das Fertigungszentrum. Am Samstag will MCR beraten, wie die Ausbildung bei ihnen läuft.

Logistiker im Industriepark: Mit Kran durch schwieriges Gelände

Sulzer Pumpen GmbH wird zeigen, wie in Schwarze Pumpe industrielle Pumpen gewartet, repariert und für den weltweiten Einsatz vorbereitet werden. Die Lobbe Industrieservice GmbH & Co. KG präsentiert ihre vakuumthermische Bodenreinigungsanlage (VTRA). Besucher erleben die Anlage. Die thermische Bodenaufbereitung wird gezeigt und wie Ölwehrtechnik und Wasserstrahlschneiden mit 500 bar Hochdruck funktionieren.

Die GMB GmbH steht für Geotechnik, Vermessung, Erdbau und moderne Maschinen. Sie ist ein klassischer Industriedienstleister mit dem Fokus auf Planung, Geotechnik und Vermessung und macht mit Erdbau und Rütteldruckverdichtung Industrieflächen wieder nutzbar.

Die TSS Transport- und Speditionsgesellschaft mbH will Rundfahrten anbieten und zeigen, was sie alles transportieren und lagern kann. Die TSS plant, optimiert, betreut und realisiert Logistikprozesse für Gefahrgüter, Schüttgüter und palettierter Ware auf Straße und Schiene. Sie übernimmt Tagebau- und Schwerlasttransporte wie auch Kran- und Hilfsgeräteeinsätze auf Baustellen und im schwierigen Gelände.

Touren durch den Industriepark Schwarze Pumpe

► Über 20 Unternehmen und Einrichtungen können zum Jubiläum „70 Jahre Industriepark Schwarze Pumpe“ am 30. August 2025 besucht werden. Wie die Werkfeuerwehr, die Markscheiderei und das Kraftwerk des Energie- und Bergbaukonzerns Leag.

► Für Unternehmen, die nicht zu Fuß erreicht werden können, wird ein Shuttlebusverkehr eingerichtet.

► Die Busse starten halbstündlich von 10.15 bis 15.15 Uhr. Stationen sind die TSS, Xervon, Dock3, Sulzer, die Abwasserbehandlung der ASG Spremberg, das Leag-Kraftwerk, Hamburger Rieger, Lobbe, die Leag-Akademie und die Leag-Markscheiderei.

► Eine Tourkarte ist für die Abwasserbehandlung der Leag nötig, für die Besichtigung der Brikettfabrik, für die geführte Busrundfahrt ohne Ausstieg, für die geführte Fahrradtour mit eigenem Rad und für die Sonderzugfahrt ab dem Zentralstellwerk. Die Tourkarten gibt es am Info-Punkt links neben der Zentralküche.

► Festes Schuhwerk ist vielerorts Pflicht. Für den Besuch der Brikettfabrik gilt ein Mindestalter von zwölf Jahren. Wo Helme und Warnwesten getragen werden müssen, werden sie ausgeteilt.

► In der Ausbildungsstätte – der Leag-Akademie – können junge Leute viel ausprobieren. Bei den geführten oder individuellen Touren geben Azubis Einblicke in ihren Ausbildungsalltag.