Während sich das Wasser aus den Katastrophen-Gebieten zurückzieht, rollt eine Welle der Solidarität auf die teils völlig zerstörten Regionen in West-Deutschland zu. Kein Wunder, denn kaum jemanden haben die Schreckensbilder aus den betroffenen Hochwassergebieten kalt gelassen.
Auch in Spremberg haben sich viele Bürger einer spontan ins Leben gerufenen Hilfsaktion beteiligt. Als Federführend für diese Aktion gilt Silke Butzlaff, die über Facebook und auf verschiedenen Gruppen, etwa der Spremberger Facebook-Gruppe „Perle der Lausitz“, zur Unterstützung aufgerufen hatte.
Mit Erfolg, denn schon am Ende der zurückliegenden Woche gingen zahlreiche Spenden bei Silke Butzlaff und ihrem Team ein.

Weißwasser

Spremberger Gaststätte stellt Räume für Sachspenden zur Verfügung

Neben einer Annahmestelle in Schwarze Pumpe hat auch die Spremberger Gaststätte „Hühnerstall“ unkomplizierte Hilfe angeboten. Die dortigen Räumlichkeiten wurden für eine zweite Sammelstelle zur Verfügung gestellt. Insgesamt haben sich fünf Helfer des Lokals darum gekümmert, die zahlreichen Spenden entgegenzunehmen und zu sortieren.
Hygieneartikel, Babynahrung, Batterien für Handys, andere elektrische Geräte und Kleidung, aber Spielzeug. Selbst aus Cottbus kamen Familien, um ihre Hilfe anzubieten.

Spedition aus Schwarze Pumpe stellt einen Lastwagen zur Verfügung

Die Spendenbereitschaft war sogar so enorm, dass die Helfer am Sonntag,18. Juli, nichts mehr entgegennehmen konnten. Silke Butzlaff, tätig beim Energieunternehmen Leag, konnte letztlich über ihren Arbeitgeber oder vielmehr die Speditionsgesellschaft Schwarze Pumpe (TSS) sogar eine Lkw organisieren.
Dank der vielen Helfer wurde der Lastzug am Dienstag, 20. Juli, sowohl in Schwarze Pumpe und anschließend auch in Spremberg an der Gaststätte beladen. Insgesamt 5,5 Tonnen an Sachspenden. Dank guter Organisation hat das in Spremberg nur circa 30 Minuten gedauert. Sicherlich auch deshalb, weil dabei nicht nur die Helfer vom Hühnerstall, sondern auch drei Mitarbeiter vom Bauhof mit angepackt haben.
Um 12.50 Uhr war Sven Weiß von TSS abfahrbereit, um die Berge von Sachspenden in das 712 Kilometer entfernte Bedburg zu bringen. Den Menschen, die durch die Flutkatastrophe alles verloren haben, solle schnell geholfen werden. Am Mittwochmorgen kam der Hilfstransport wohlbehalten am Ziel an.
Zwar wurde der Raum Bedburg vom Hochwasser weniger schwer betroffen, jedoch hat Bürgermeister Sascha Solbach es übernommen, die Sachspenden aus Spremberg zu sammeln und in Abstimmung mit den anderen Bürgermeistern dahin zu verteilen, wo sie gebraucht werden. Das berichtet Sprembergs Bürgermeisterin Christine Herntier (parteilos).

Amtsträger kennen sich aus der Kohlekommission

Laut eigenem Bekunden kenne sie einige Amtsträger aus den betroffenen Gebieten, mit denen sie gemeinsam auf Bundesebene um die Durchsetzung der Ergebnisse der Kohlekommission gerungen hatte. Die Bürgermeister aus dem Rhein-Erft-Kreis, sowie der ehemalige Landrat Michael Kreuzberg seien selber schon mehrfach in Spremberg zu Gast gewesen.
„Die Dankbarkeit ist groß, und diese Aktion zeigt sehr schön, dass die Reviere nicht nur im Strukturwandel, sondern auch bei der Bewältigung der Folgen der Hochwasserkatastrophe eng zusammenarbeiten“, so Christine Herntier.

Spendenaktion von Lausitzer Rundschau und Märkischer Oderzeitung

Die Märkische Oderzeitung und die Lausitzer Rundschau haben einen Spendenaufruf für die Opfer der Unwetterkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und in Rheinland-Pfalz gestartet.
Die Aktion ist eine Kooperation mit dem Landkreis Märkisch-Oderland und den Bürgermeistern von Wriezen, Golzow und Letschin. „Nach der riesigen Unterstützung, die die Menschen im Verbreitungsgebiet der Märkischen Oderzeitung und der Lausitzer Rundschau bei den Hochwassern an Oder und Elbe 1997 und 2002 erfahren haben, gibt es jetzt die Gelegenheit, sich zu revanchieren. Das unterstützen wir von Herzen“, sagte LR-Geschäftsführer Tilo Schelsky.
„Wir wissen, wie schlimm die Situation in Nordrhein-Westfalen und in Rheinland-Pfalz ist“, sagte der Landrat von Märkisch-Oderland, Gernot Schmidt. „Es ist ein wichtiges Zeichen von Ostdeutschland, das wir nicht vergessen haben, wer uns damals geholfen hat“, sagte Schmidt weiter. Letschins Bürgermeister Michael Böttcher erklärte: „Wir Oderbrüchler sind bereit, etwas zu tun, etwas zurückzugeben.“
Für die Spenden aus Brandenburg wurde ein Konto eingerichtet: Landkreis Märkisch-Oderland, IBAN: DE39 1705 4040 0020 0662 95, Stichwort: Spenden Hochwasserhilfe 2021