Von Marcel Laggai

In genau zwei Monaten ist Weihnachten. Das jährliche Fest der Besinnlichkeit und Zusammenkunft mit der Familie, was idealerweise mit einer Bescherung gekrönt wird. Doch nicht jede Familie kann sich einen „reich“ gefüllten Gabentisch leisten, weshalb sich zu dieser Zeit viele Familien ihrer Armut umso stärker bewusst werden.

  Um den Kindern dieser Familien speziell zur Weihnachtszeit ein Lächeln auf das Gesicht zu zaubern, wurde vor Jahren die Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ ins Leben gerufen. Dabei werden Schuhkartons mit Spielzeug, Schreibwaren Hygieneartikeln oder sonstigen Geschenken gefüllt, um dieses „Carepaket“ letztlich zu spenden.

245 Kartons im vergangenen Jahr

Jahr für Jahr engagieren sich auch zahlreiche Spremberger für diese Aktion, deren Koordinatorin Helga Pietkiewicz seit zwei Jahren ist. In Zusammenarbeit mit Birgit Kamenz und Ute Bruncke, vom Mehrgenerationszentrum „Bergschlösschen“ organisiert die Senioren die Aktion mit Herzblut und freut sich über jede Spende. „Im vergangenen Jahr kamen wir auf insgesamt 245 Kartons, die dann zur Sammelstelle nach Berlin gingen“, erinnert sich Helga Pietkiewicz. Von dort seien die Kartons dann in den Ostblock verschickt worden.

  Laut der Koordinatorin kann man dabei auf speziell, designte Kartons zurückgreifen, die in den insgesamt 13 Abgabestelle in Spremberg oder den Ortsteilen erhältlich sind, oder man beklebt selber einen normalen Karton. „Wer Lust hat, sich für die Aktion auch kreativ mit einzubringen, kann sich dabei voll ‚austoben’ und kreiert zusätzlich auch noch ein unverwechselbares Einzelstück“, erklärt Helga Pietkiewicz mit einem Lächeln. Die Leute bei der Tagespflege der Volkssolidarität hätten dabei stets viel Spaß, so die Seniorin.

Nicht alles ist geeignet zum Verschenken

Allerdings gilt besondere Obacht beim Bestücken der Kartons, wie Birgit Kamenz hervorhebt. „Schulmaterial und Hygieneartikel sind nie verkehrt, aber auf Verderbliches oder gebrauchte Dinge sollte man verzichten.“ Ein persönliches Foto oder eine Grußkarte wären indes sehr nett, so Birgit Kamenz weiter. Dabei helfen spezielle Etiketten dabei, die Geschenke dem richtigen Geschlecht und Alter zuzuordnen.

„Neben dem Geschlecht können die Kartons für die Altersgruppen 2 bis 4 Jahre, 5 bis 9 Jahre oder 10 bis 14 Jahre bestückt werden“, sagt Helga Pietkiewicz. Laut Erfahrung würden die meisten Geschenke aber stets für Mädchen bis 9 Jahren eingehen. „Die Jungs zwischen 10 und 14 Jahren kommen bei uns regelmäßig zu kurz“, bedauert die Ehrenamtliche und weist darauf hin, dass die Pakete bis 15. November in den lokalen Abgabestellen eingehen sollten.

Stichprobenartige Überprüfung

Dann beginnt für die Organisatoren der Endspurt der Weihnachtsaktion: das Packen der Versandkartons. „Das sind übergroße Kartons, in die wir die zahlreichen kleinen Schuhkartons sammeln“, erklärt die Senioren und ergänzt, dass das den Transport zur Berliner Sammelstelle ernorm erleichtert. Darum kümmert sich allerdings der Initiator, die „Samaritian’s Purse“.

Doch bevor die Kartons für den Abtransport nach Berlin vorbereitet werden, wird jeder Karton augenscheinlich untersucht und auch stichprobenartig geöffnet. „Obwohl wir stets Empfehlungen für die Geschenke mit rausgeben, hat uns die Erfahrung gelehrt, dass manchmal doch unpassende Dinge im Paket landen“, so Birgit Kamenz, die beispielsweise eine Spielzeugpistole oder fast abgelaufene Schokolade aufzählt. Die Pakete würden mitunter mit Kleinigkeiten aufgefüllt.

Helfende Hände gern gesehen

Da diese Aufgabe nicht nur zeitaufwendig, sondern auch kräftezehrend ist, sind helfende Hände für die Packaktion gern gesehen. Weiterhin hoffen die Organisatoren auch auf eine rege Teilnahme, bei dem am kommenden Sonntag stattfindenden Benefizkonzert im „Berg­schlösschen“. Dieses richtet Helga Pietkiewicz, nach eigenem Bekunden, bereits seit 2005 aus. Als Leiterin des Stadtchors sammelt sie dort auch regelmäßig Geldspenden. „2018 kamen so, auch durch das Konzert, insgesamt 720 Euro zusammen.“