Von Annett Igel-Allzeit

Im Freischwimmbad im Kochsagrund summt der Rasenmäher. Die Lücken, die der trockene Sommer 2018 in den Hecken hinterließ, sind neu bepflanzt. Ein kleiner Roboter dreht seine Runden auf dem Beckengrund. Bäderleiter Michael Biener holt sich die Temperatur-Statistik an die Schaltzentrale: Während die Lufttemperatur am Mittwoch bei 14 Grad Celsius liegt, hat das Wasser im Becken 16 Grad. Ein Widerspruch? „Nicht bei Regen und nicht bei den Ameisen“, sagt Biener.  Er ist sich sicher, dass in der Erde eine warme Strömung verläuft. „Das bestätigen uns die Ameisen“, erklärt er. Wissenschaftler hätten nachgewiesen, dass die Waldameisen ihre Hügel mit Vorliebe auf warmen Strömungen bauen. Der größte Ameisenhügel am Freibad-Gelände liegt hinterm Dienstgebäude des Bäderteams.

Nicht nur auf die warme Erdströmungen dürfen Badegäste zur Freibad-Saison-Eröffnung am Samstag, 25. Mai, hoffen. Laut vorläufigem Wetterbericht sind 20 Grad Celsius und Sonne zu erwarten. Und die Anlage, die Sprembergs Freibadwasser wärmt, arbeitet in ihrem 25. Jahr zuverlässig. Neben dem kommunalen Betriebshof und treuen Firmen, die kommen, wenn Biener sie fürs Dach, neue Sträucher, Fliesen, Elektrik oder die Funkuhren braucht, sind auch die zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bäderteams erfahren in der Wartung der Anlagen. „Gute Pflege erhöht die Lebensdauer“ – das ist eine Maxime des Bäderleiters. Und sie bleibt besonders wichtig, solange der Grundsatzbeschluss für die neue Schwimmhalle im Bereich Kochsagrund zwar gefasst, aber noch nicht umgesetzt ist.

39 124 Besucher wurden im Vorjahr im Freibad im Kochsagrund gezählt – fast doppelt so viele wie die 20 428 Besucher 2017. Da habe den Kostendeckungsgrad angehoben, so Claudia Förster, Sachbearbeiterin für Sport in der Stadtverwaltung. Genau 1026 Stunden hatte das Bad 2017 und 2018 geöffnet. Nahezu gleiche Aufwendungen von rund 363 000 Euro fielen in beiden Jahren an. Aber die zusätzlichen Besucher ließen die Erträge von 103 275 Euro im Jahr 2017  auf 124 615 Euro 2018 klettern, und der Kostendeckungsgrad stieg von 28 Prozent auf 34 Prozent. Jede Stunde geöffnetes Freibad hat demnach 2018 354 Euro gekostet, wovon die Stadt Spremberg 232 Euro trug.

Um die Freibad-Saison in Schwarze Pumpe und Spremberg abzusichern, hat die Stadt auch in diesem Jahr wieder drei Rettungsschwimmer als Saisonkräfte eingestellt. „Wir sind froh, dass sie sich jedes Jahr wieder bewerben“, sagt Frank Kuhlee, Sachgebietsleiter für Kultur, Sport und Jugend. Sie müssen schließlich ihr Deutsches Rettungsschwimmabzeichen dafür regelmäßig auffrischen. Auch ohne die Vereine – vom Förderverein Schwimmbad Schwarze Pumpe über die Wasserwacht bis zum Spremberger Schwimmverein und den Wasserballern – könnte sich die Stadt Spremberg längst nicht mehr zwei Freibäder leisten. Mit dem Volkstriathlon wird am 2. Juni der erste Wettkampf dieser Saison im Kochsagrund starten.

Michael Biener ist gespannt, wer am Samstag zur Saison-Eröffnung um 11 Uhr mehr als den großen Zeh ins Wasser steckt. „Unsere ersten Badegäste sind seit 2008 Stockenten. Die Mandarinenten waren in diesem Jahr erstmals gucken“, sagt er.  In der Vorsaison bis zum 14. Juni hat das Freibad von 11 bis 19 Uhr geöffnet, danach ab 10 Uhr.

Schwarze Pumpe steigt am 19. Juni in die Saison ein. Der Förderverein will das Bad täglich von 12 bis 19 Uhr öffnen. Die Schwimmhalle am Puschkinplatz ist ab Samstag, 25. Mai, für den öffentlichen Badebetrieb geschlossen.