Von Marcel Laggai

Pünktlich zur Siegerehrung schoben sich die dunklen Wolken beiseite und ein paar Sonnenstrahlen sorgten für einen würdigen Abschluss des 5. Biathlon der Spremberger Hortkinder, der am Mittwoch auf dem Gelände der Kollerberggrundschule stattfand. Dabei gab es Morgen noch typisches Herbstwetter – Regen und Böen inklusive.

Doch weder Witterung noch Ferien haben die insgesamt fünf Horte davon abhalten können, an dem Wettkampf teilzunehmen. Mehr noch, die fünfte Auflage dieses Wettkampfes konnte gar mit einem Teilnehmerrekord punkten. „Hatten wir bei den vergangenen Veranstaltungen meist um die 70 Teilnehmer, sind es in diesem Jahr 83“, freut sich Andrea Kupke, die für einen reibungslosen Ablauf sorgt. Als Praxisberaterin für Kindereinrichtungen der Stadtverwaltung Spremberg organisiert sie zusätzlich nicht nur die Heidemühler Kita-Olympiade, sondern hob auch den Spremberger Hort-Biathlon aus der Taufe. Man habe schlichtweg etwas gesucht, um den Spaß am Sport bei den Kindern der dritten bis sechsten Klassen zu wecken.

„Ein ähnlicher Wettkampf in Forst hat mich damals dann inspiriert und seit dem findet er eben hier bei uns statt“, erinnert sich Andrea Kupke. Der Biathlon für die Hort-Kinder kommt allerdings ohne Schnee und Munition aus. „Statt Skilanglauf müssen die Kinder eine Strecke von ungefähr 500 Meter laufen“, sagt Göran Winter, der zusammen mit Daniel Zeidler, vom Kreissportbund Spree-Neiße, die Zeit nimmt und listet. Die Distanz ergebe sich dabei aus den zwei Runden um den Sportplatz und dem Weg zur Schießanlage, erklärt Winter weiter.

Von der Schießanlage gehe allerdings keine Gefahr aus, beruhigt Thomas Glätzer, vom mobilen Streetsport-Projekt der Brandenburgischen Sportjugend. „Wir nutzen Laser-Technik, die von Sensoren in den ‚Zielscheiben’ erfasst wird“, sagt Glätzer, der einige Kinder vor dem Wettkampf in den Umgang mit der Waffe einweist. „Schließlich haben die meisten Kinder ja noch nie ein Gewehr in der Hand gehabt und daher muss man ihnen die Handhabung erklären.“ So steht der Referent auch während des Wettkampfes stets mit ratsamen Tipps, wie „das Auge zukneifen“ oder „vorm Zielen die Luft anhalten“, zur Seite.

Insgesamt hat jeder Teilnehmer fünf Schüsse auf den weißen und mit Sensoren bestückten Kasten frei. „Wer nicht trifft, der muss, wie beim richtigen Biathlon, eben auf eine Strafrunde“, sagt Glätzer und zeigt auf das benachbarte Volleyball-Feld, an dem zwei Helfer stehen und die Strafrunden zählen. Ohnehin sind die Helfer eine wichtige Stütze für den Wettkampf, wie Andrea Kupke weiß. „Die knapp 25 Helfer unterstützen, weisen ein und feuern an, wofür wir auch sehr dankbar sind.“ Ohne diese Elternteile, Erzieher oder Praktikanten könnte die Veranstaltung schlichtweg nicht stattfinden, so die Praxisberaterin weiter.

Unter den Teilnehmern waren in diesem Jahr übrigens nicht nur Horte aus Spremberg, sondern erstmals auch einer aus Leuthen – der dafür eigens einen Bus organisiert hat. „Sonst hätten wir nicht kommen können. Dabei ist diese Veranstaltung doch so toll und wir kommen auf jeden Fall wieder“, versichert Andrea Nowka, die die Kita „Märchenland“ leitet, dem ebenfalls ein Hort angehört, von dem zwölf Kinder an dem Wettkampf teilnahmen.

Am Ende des Wettkampfes bleibt die Erkenntnis, dass der Staffelsieg vom Hort „Max & Moritz“ geholt wurde und das schnellste Kind ein Mädchen ist, nämlich Kacey Nickerl.