Stehlen sich Einbrecher ihr Werkzeug jetzt aus Feuerwehrgerätehäusern? Nach einem Einbruch im Gerätehaus der Bresinchener Feuerwehr bei Guben im Juli ist im August auch die Ortswehr des Welzower Ortseils Proschim von Dieben heimgesucht worden.

Täter haben alle Räume im Proschimer Feuerwehrgerätehaus durchsucht

Die Täter sind laut Polizei über die Eingangstür ins Objekt eingedrungen. Sämtliche Räume und Hallen wurden durchsucht, Spinde und Schränke aufgebrochen. Den hydraulischen Spreizer, den die Feuerwehr braucht, um bei schweren Verkehrsunfällen Menschen aus den Autos zu retten, haben sie mitgenommen und auch einen Koffer mit kleineren Rettungswerkzeugen wie Glasschneider und Hebel.
Die Tatzeit kann inzwischen auf die Tage vom 18., 19. und den Morgen des 20. August eingegrenzt werden. Gegen Mittag hatten die Proschimer Feuerwehrkameraden um den Welzower Stadtbrandmeister Bernd Aßmus am 20. August den Einbruch gemeldet.
„Einen Spreizer wieder zu beschaffen, wird 10 000 bis 12 000 Euro kosten“, sagt Aßmus. Er schüttelt über die Dreistigkeit der Diebe den Kopf. „Wenn wir Menschen aus ihren Fahrzeugen herausschneiden müssen, geht es oft um Leben und Tod“, sagt er. Zwar haben die Welzower Kameraden noch einen Spreizer. Aber es ist in solchen Fällen immer gut, mit zwei Geräten am Unfallort zu sein. Muss die Rettungsstelle jetzt weitere Feuerwehren nach Spreizern abtelefonieren, koste das Zeit.

Die Geldkasse aus dem Proschimer Feuerwehrgerätehaus fehlt

Wie Bürgermeisterin Birgit Zuchold (SPD) bestätigt, ist der Schaden der Versicherung gemeldet. „Der Einbruch schränkt die Einsatzbereitschaft unserer Feuerwehr ein. Wir werden uns um einen neuen Spreizer kümmern müssen.“ In einer ersten Schätzung war die Polizei von rund 10 000 Euro Schaden ausgegangen.
Aber auch das Schließsystem im Eingangsbereich muss erneuert werden. Die Geldkassette, in der die Kameraden jeden Monat zwei Euro stecken – für Kaffee und Geburtstage, haben die Einbrecher ebenfalls mitgenommen. „Dabei geht es in der Proschimer Ortswehr gerade wieder etwas aufwärts. Wir haben mehrere junge Leute in Proschim gefunden, die sich ausbilden lassen wollen. 16 Kameraden und zwei Kameradinnen sind sie derzeit“, sagt Bernd Aßmus.
Spuren hat die Polizei sichern können, sagt Polizeisprecher Maik Kettlitz. Die Ermittlungen laufen.