Die Spremberger Krankenhausgesellschaft ist darauf vorbereitet, Corvid-19-Patienten zu versorgen. Das versichert Kathrin Möbius, die Geschäftsführerin. „Doch noch haben wir keinen einzigen Corona-Fall hier im Haus. Es gab mehrere Verdachtsfälle. Aber die haben sich zum Glück alle nicht bestätigt. Die Tests sind negativ ausgefallen“, sagt Kathrin Möbius.

Auf der Infektionsstation stehen drei Betten mit Beatmungsgeräten bereit. Mit drei weiteren Apparaten, die die komplette Beatmung schaffen, könnten sofort Beatmungsplätze für Infizierte geschaffen werden. Vier zusätzliche Geräte seien bestellt.

Das Spremberger Krankenhaus ist auf den Notfall vorbereitet

Aber all das, so Chefarzt Marek Frackowiak, werde wirklich erst gebraucht, wenn in den Zentren wie dem Carl-Thiem-Klinikum Cottbus keine Beatmungsplätze mehr frei sind. Und wichtig sei dann auch, genug Personal für Corvid-19-Patienten mit einem schweren Krankheitsverlauf zu haben. Für leichtere Fälle reiche ein Sauerstoff-Anschluss. „Den haben wir an unseren 120 Betten im Bettenhaus“, sagt Kathrin Möbius. Sie ist froh, wie gut das Krisenmanagement derzeit in Südbrandenburg funktioniert. „Unsere Krankenhäuser und Kliniken rücken zusammen. Regelmäßig tagt der Krisenstab mit den Experten.“

Aber auch viele Patienten reagieren sehr besonnen, sagt Dr. Frackowiak. „Wir haben eine chirurgische und eine psychiatrische Abteilung für die Pandemieplanung geschlossen und operieren derzeit nur in akuten, lebensrettenden und unaufschiebbaren Fällen.“ Dazu gehörten Operationen im Bauchraum und im Genitalbereich, zählt er auf. Wenn Blutungen gestillt werden müssen oder die Schmerzen akut sind. Auch Brüche werden operiert.

„Aber eine Reihe Patienten“, so schildert er, „die jetzt eine geplante Operation bei uns hätten, haben selbst angerufen und uns gebeten, den Termin zu verschieben. Das ist völlig in Ordnung. Wir haben die Telefonnummern all dieser Patienten und werden ihnen, sobald ein Ende der Pandemie absehbar ist, neue Termine anbieten.“

Menschen in und um Spremberg überlegen mehr vorm Arztbesuch

Auch in der Notaufnahme sei jetzt weniger los, bestätigt Kathrin Möbius. „Das zeigt uns, dass die Menschen doch zu ihrer und zu unserer Sicherheit überlegen, ob sie wirklich in die Notaufnahme müssen.“

Das ständige Warten auf ein plötzliches Ansteigen der schweren Corona-Fälle soll das Personal nicht lähmen. „Natürlich nutzen Mitarbeiter diese Zeit, um Überstunden abzubauen. Aber wir haben auch die Weiterbildungen intensiviert – im Umgang mit den Beatmungsgeräten, in der Intensivpflege sowie für die Hygienestandards“, sagt Kathrin Möbius. Dass sei sonst im Stationsalltag gar nicht so schnell möglich. Und Ärzte wie Pflegekräfte lernen nun zudem mal andere Stationen, andere Bereiche kennen.

Schutzkleidung hat das Spremberger Krankenhaus noch ausreichend – von den Schutzkitteln und Visieren, Brillen und Masken bis zu Handschuhen und Desinfektionsmitteln. „Nachbestellt haben wir auch schon – bei seriösen Anbietern. Und wir bekommen inzwischen sogar Hinweise, dass die Bestellungen wirklich kommen sollen“, sagt Kathrin Möbius.

Spremberger Krankenhaus ist dankbar für Behelfsschutz aus Stoff

Wofür sie außerdem dankbar ist, sind Stoffmundschutze. „Sie schützen unsere Ärzte und Pflegekräfte zwar nicht vor dem Virus, aber sie helfen doch. Vor allem können wir ein Zeichen mit ihnen setzen und Vorbild sein. Sie erinnern den Menschen gegenüber daran, Abstand zu halten“, so die Erfahrung der Geschäftsführerin. Gerne nehme sie deshalb Behelfsmundschutze aus Stoff an, wenn Vereine und Spremberger das Krankenhaus jetzt unterstützen wollen.

Arbeitende Eltern schulpflichtiger Kinder sind stark belastet

Und Kathrin Möbius nimmt sich auch Zeit für die sonstigen Probleme ihrer Kollegen in der Coronakrise. Die Notbetreuung im „Kinderspielgarten“, der Kita in Trägerschaft der Krankenhausgesellschaft, laufe gut. „Uns ist allerdings aufgefallen, dass es unsere Eltern mit schulpflichtigen Kinder sehr schwer haben, die Schulaufgaben mit ihnen nach der Arbeit zu schaffen.“ Es wäre besser, die Lehrer würden in den Schulen arbeiten, die Kinder kontaktieren und die Lösungen auch kontrollieren, sagt Kathrin Möbius.

Marek Frackowiak hatte zu Ostern einen Kurzurlaub an der Ostsee geplant. „Der wurde natürlich storniert“, bestätigt er, „meine Frau und ich werden Ostern deshalb daheim verbringen – und im Notfall sind wir somit einsatzbereit.“