Bürgerhaushalt 2026 in Spremberg
: So werden in der Stadt Wünsche wahr

In Spremberg beginnt die Abstimmung zu 23 Wünschen für den Bürgerhaushalt 2026. Ob Trinkwasserbrunnen, Nistkästen oder Ortsjubiläum am Ende gewinnen, zeigt sich bald.
Von
Bernd Töpfer
Spremberg
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Luftaufnahme vom 23. März 2025 Blick auf die Altstadt vom Spremberg Marktplatz, saniertes Bürgerhaus

Auf dem Marktplatz in Spremberg, hier eine Luftaufnahme mit Blick auf das Bürgerhaus, wünschen sich Einwohner einen Frischespender. Zudem sollen Stadt und Ortsteile bunter werden.

Michael Helbig
  • Spremberg stimmt über 23 Wünsche für den Bürgerhaushalt 2026 ab – Teilnahme ab 12 Jahren.
  • Abstimmung bis zum 1. November, je Person drei Projekte; digital und vor Ort möglich.
  • Pro Idee max. 10.000 Euro, nur gemeinwohlorientiert und rechtlich zulässig.
  • Budget beträgt 50.000 Euro; 2024 waren 100.000 Euro gebündelt verfügbar.
  • Geplant: Bündelung 2026 und 2027, zudem Evaluierung mit Umfrage ab Frühjahr 2027.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Zum vierten Mal werden in Spremberg Wünsche wahr. In der Stadt läuft eine Abstimmung darüber. Jeder Einwohner in Spremberg und den Ortsteilen hat die Chance, mitzumachen.

Von einem Trinkwasserbrunnen oder -spender in der Innenstadt über die künstlerische Gestaltung der Stromkästen bis hin zu Nistkästen für Mauersegler im Ortsteil Schwarze Pumpe reichen die Wünsche. Zudem wollen die Trattendorfer Unterstützung für ihre 500‑Jahr-Feier, die sie im nächsten Jahr feiern.

Insgesamt 23 Vorschläge liegen auf dem Tisch. Sie sind aus den Wünschen der Einwohner entstanden, die Anfang des Jahres für den Bürgerhaushalt der Stadt eingesammelt wurden. Bis Ende März konnte jeder, der älter als zwölf Jahre ist, Vorschläge im Rathaus einreichen. 58 Wünsche sind eingegangen.

23 Vorschläge – das Verfahren in den nächsten Wochen

Die Bedingungen sind klar geregelt: Jede Idee soll für 10.000 Euro umgesetzt werden können, für die Allgemeinheit sein und nicht gegen Recht und Gesetz verstoßen. Zudem kommen Vorschläge für Maßnahmen, die zu den Pflichtaufgaben einer Kommune gehören, nicht auf diese Liste.

Anschließend hat eine Steuerungsgruppe die lange Liste gesichtet, jede Maßnahme auf Umsetzbarkeit geprüft und teilweise Kontakt mit den Einreichern aufgenommen, um den Vorschlag zu präzisieren.

Herausgekommen ist nach einer zweiten Beratungsrunde eine Liste mit 23 Vorschlägen. In den nächsten Wochen können die Einwohner dafür sorgen, dass ein Teil dieser Wünsche wahr wird. In Rathaus, Bürgerbüro und Touristinformation liegen Abstimmungslisten aus.

Zudem können jeder Spremberger und jede Sprembergerin sowie die Einwohner aus den Ortsteilen digital abstimmen. Teilnehmende müssen auch hier älter als zwölf Jahre sein. Bis zum 1. November muss jeder seine Stimme abgegeben haben. Jeder kann drei Projekte auswählen.

So viel Geld ist im Bürgerhaushalt für Spremberg

„Insgesamt stehen 50.000 Euro bereit“, sagt Martin Mogel, Sachbearbeiter im Rathaus Spremberg. Er sorgt dafür, dass die Projekte mit den meisten Stimmen umgesetzt werden. Aus der Abstimmungsrunde im vergangenen Jahr sind unter anderem eine Tischtennisplatte in Schwarze Pumpe aufgestellt und die Brücke Tiedesteg mit Blumenkästen verschönert worden.

Sitzraufen für den Dorfanger in Graustein und die neue Grünanlage an der Dorfkirche in Groß Luja befinden sich in der Umsetzung, so Martin Mogel weiter. Offen sei zudem das Anlegen eines Naturlehrpfades in Terpe.

„Insgesamt stehen 50.000 Euro bereit.“
Martin Mogel
Mitarbeiter der Stadtverwaltung Spremberg

Seit dem Jahr 2023 arbeitet Spremberg mit dem Bürgerhaushalt. Er geht auf einen Beschluss der Stadtverordneten aus dem Jahr 2021 zurück. Der wurde im Dezember gefasst. Der Bürgerhaushalt ist mit einem Budget von jährlich 50.000 Euro ausgestattet. Eine Ausnahme bildete das Jahr 2024. Seinerzeit wurde das Geld aus 2023 und 2024 zusammengefasst, sodass 100.000 Euro im Topf waren.

Das plant Martin Mogel im nächsten Jahr für Spremberg

Eine Bündelung plant Martin Mogel auch in der Zukunft: „Wir beabsichtigen, den Bürgerhaushalt für die Jahre 2026 und 2027 erneut zusammenzufassen“, sagt er. Das Vorhaben steht allerdings unter einem Vorbehalt. Das letzte Wort darüber haben die Stadtverordneten, die dem innerhalb der Verabschiedung des Haushaltsplanes zustimmen müssen.

Martin Mogel, der Hüter des Bürgerhaushaltes im Spremberger Rathaus.

Brandenburg, Spremberg Spremberg: Bürgerhaushalt: Martin Mogel, der Hüter des Bürgerhaushaltes im Spremberger Rathaus.

Martin Mogel koordiniert den Bürgerhaushalt in Spremberg. Im nächsten Jahr plant er eine Evaluierung, um das Verfahren noch besser zu machen.

Annett Igel

Die Bündelung des nächsten und übernächsten Jahres bietet die Chance, im nächsten Jahr das Verfahren in Spremberg zu evaluieren. Heißt im Klartext: „Wir schauen, ob das Verfahren noch besser gestaltet wird. Dazu werden wir eine Umfrage starten“, sagt Mogel. „Wir wollen besser werden“, sagt er. Und noch mehr Menschen sollen für den Bürgerhaushalt interessiert werden.

Innerhalb der Evaluierung erhalten alle bisherigen Beteiligten Umfragebögen. Gestartet wird die Aktion voraussichtlich im Frühjahr 2027. Kein Zweifel besteht, dass es in der Zukunft einen Bürgerhaushalt gibt. Vielleicht besteht sogar die Chance, das Budget in der Zukunft zu erhöhen.

Weitere Vorschläge für den Bürgerhaushalt 2026 in Spremberg

Mehr Blumen für Spremberg und die Ortsteile: Zu den 23 Vorschlägen des Bürgerhaushaltes 2026 gehört auch die Ausstattung der Kantbrücke in Spremberg mit Blumenkästen, die Gestaltung der Kreisverkehre, Verkehrsinseln und Grünstreifen mit ganzjährig blühenden Blumen.

Der Festplatz in Lieske soll aufgewertet werden.

Auf dem Markt in Spremberg und im Trattendorfer Hof sollen Bücherbox oder Bücherhaltestelle aufgestellt werden.

Der Weihnachtsmarkt in Spremberg soll verschönert werden, indem der Weihnachtsbaum mit einer Herrnhuter-Lichterkette geschmückt wird.

Spender für Hundekot-Beutel sollen an mehreren Standorten aufgestellt werden. (bt)