Von Marcel Laggai

Die andauernde Trockenheit hat in der Nacht von Ostermontag zu Dienstag abermals ihren Tribut gefordert. Diesmal hat es den Spremberger Stadtwald erwischt. Laut Stadtverwaltung ist es am Montagabend gegen 22 Uhr im Bereich Trattendorf zu einem Großbrand gekommen. „Insgesamt standen dabei circa 3,2 Hektar Wald in Flammen“, berichtet Vize-Bürgermeister Frank Kulik. Als Verwaltungsmitarbeiter begleitete Kulik den knapp neunstündigen Löscheinsatz am Ort des Geschehens, um die administrative Verantwortung zu übernehmen.

Aufgrund der flächenmäßigen Ausdehnung kamen bei dem nächtlichen Einsatz nicht nur freiwillige Wehren aus den Spremberger Ortsteilen zum Zuge, sondern auch die Betriebsfeuerwehr der Leag und ebenfalls Kameraden aus dem benachbarten Sachsen und Cottbus, wie der Mann aus dem Rathaus mitteilt. „Insgesamt waren 86 Kräfte, mit zahlreichen Fahrzeugen an dem Löscheinsatz beteiligt.“ Dem unwegsamen Terrain war es indes geschuldet, dass die Einsatzkräfte bei der Brandbekämpfung kein leichtes Spiel hatten. „Es gab mehrere Brandherde gleichzeitig und die mussten von der Feuerwehr auch erst einmal erreicht werden“, erinnert sich Kulik. Dies sei in dem Gebiet keineswegs leicht gewesen, heißt es weiter.

Doch nicht nur Zuwegung, sondern auch die nächtlichen Rahmenbedingungen erschwerten den Einsatz enorm, wie der Vize-Bürgermeister erklärt. „Wegen der Dunkelheit musste erst einmal für eine vernünftige Ausleuchtung des Gebiets gesorgt werden.“ Zahlreiche Flutstrahler sorgten daraufhin dafür, dass die Feuerwehrleute eine lückenlose Löschwasserversorgung aufbauen konnten. Gut versorgt und bestens ausgeleuchtet, konnten sich die Kameraden Schritt für Schritt vorarbeiten, um den Brand im Stadtwald peu à peu einzudämmen.

„Gegen 7 Uhr am Dienstagmorgen ist es den Einsatzkräften dann gelungen, den Brand endgültig zu löschen“, sagt Kulik, der die Feuerwehrleute gleichzeitig für den unermüdlichen und nicht ganz leichten Einsatz ausdrücklich lobt. Obwohl sich die Lage im Stadtwald seit den Morgenstunden am Dienstag entspannt hat, ist die Gefahr noch immer nicht gebannt. Glutnester können noch immer aufflammen und abermals für ein Übergreifen der Flammen sorgen. Um dem entgegenzuwirken hat die Stadt, als Eigentümer des betroffenen Waldes, dafür gesorgt, dass eine Brandwache vor Ort positioniert wurde. „Diese Wache übernehmen Mitarbeiter des Betriebshofes, die dann schnell reagieren und gegebenenfalls rasch die Feuerwehr alarmieren“, versichert Kulik.

Über die Schadenshöhe kann die Pressestelle der Polizeidirektion Süd zurzeit allerdings noch keine Auskunft geben, wie es auf Anfrage der RUNDSCHAU heißt. „Weiterhin gilt es zu klären, wie der Brand oder die Brände im Spremberger Stadtwald ausgebrochen sind“, sagt Pressesprecherin Ines Gnerlich. Ob es sich um Brandstiftung oder Selbstentzündung handle, müsse nun die Kriminalpolizei herausfinden, fügt sie hinzu.

Während die Einsatzkräfte im Spremberger Raum erst einmal aufatmen können, sorgte ein weiteres Feuer für erneute Alarmstimmung. „Zwischen Friedrichshain und Reuthen kam es gegen Dienstagmittag zu einem Wald- und Moorbrand“, wie Lars Mudra, Wehrführer des Amtes Döbern-Land, berichtet. 48 Einsatzkräfte hätten allerdings dafür gesorgt, dass der Brand in knapp drei Stunden „recht rasch“ gelöscht werden konnte trotz starker Windböen. Zugute kam den Kameraden, dass die angrenzenden Tagebaurestlöcher in dem betroffenen Gebiet mit reichlich Wasser gefüllt waren. „So konnten wir dieses Wasser nutzen, um den Boden so zu durchtränken, dass das Feuer nicht unterirdisch weiter glimmt.“