Für die neue Sonderausstellung um Niederlausitzer Heidemuseum braucht Museumsleiter Eckbert Kwast keine Vitrinen, keine Ideen, welche Exponate zu welchen Dokumenten passen. „Nur Bilder“, sagt er. Aber in sehr prächtigen Farben. „Kolory Europy – Farben Europas 2019“ hängen für einen Monat im Schloss. Die 47 Bilder sind das Ergebnis des 6. deutsch-polnischen Pleinairs im Juli 2019. Ihr Lager hatten die 20 Künstlerinnen und Künstler aus Deutschland und Polen im Familienzentrum in Grießen aufgeschlagen. Dort wurde gekocht, sich über Maltechniken und Motive ausgetauscht und ein Tandem-Sprachkurs mit der Dozentin und Übersetzerin Liliana Sadowska gewagt. Und zu Ausflügen ging es diesmal nach Forst und Spremberg.

Ganz verschiedene Techniken

So taucht Ludwik Blazejewski Grießen in ein Blau mit warmen Lichtern. Agnieszka Kujawa-Bartosik lässt das Wasser wellen und den Tagebau. Tomasz Daiksler sieht den Forster Wasserturm verdammt abstrakt. Karin Gollos und Mariusz Sobieszek malen Waldwege wie Märchenpfade. Karin Hein kann weite Himmel schaffen und Angelika Jaunich ein rosenrotes Forst. Susanne Kruse war mit den Ölstift wandern. Anette Lehmann-Westphal spielt in einer sehr zarten Mischtechnik mit Sprembergs Schloss und Gesichtern, Renata Lichanski-Mleczko mit Abendrot und Sprembergs Dächern. Liwia Litecka, mit 26 Jahren die Jüngste, sucht gemeinsame Wurzeln. Ursula Riewe und Grazyna Rymaszewska sind mit Aquarellen dabei. Isabela Saks Mammut hat etwas Gruseliges, Magdalena Sarnats Morgendämmerung trotz der Ölfarben etwas unendlich Weiches. Den Posaunisten, Schauspieler und Postkutscher Ronne Noack hat das Kraftwerk Schwarze Pumpe zu einem tobenden Maler werden lassen. Inna Perkas formt mit ein und dem selben Rot immer wieder neue Liebe. Rolf Radochla gibt dem Spreewald etwas Italienisches. Ilona Primus-Ziarnowska gelingt die bunteste Straße im Dunkeln. Und Willi Selmer muss zur Ausstellungseröffnung erklären, warum er sich Themen wie Europas Menschen und Europas Feuerwehr mit Schablonen nähert.

Eröffnet wird die Ausstellung am Mittwoch, 22. Januar, um 15 Uhr im Niederlausitzer Heidemuseum. Bis zum 22. Februar hängen die Bilder in Spremberg. Unterstützt wurden das Pleinair und die Ausstellung mit Mitteln des Kooperationsprogramms Interreg V A Brandenburg - Polen (2014 bis 2020) und der Europäischen Union. ani