Ausflug in den Tagebau: Mehr als Sand und Kohle – das gibt es in Welzow zu entdecken

Einmal in den Tagebau. Das ist bei den Führungen durch den Tagebau Welzow möglich.
Luise Mösle- Führungen im Tagebau Welzow-Süd bieten Einblicke in Braunkohleabbau und Rekultivierung.
- Tourstart am Besucherzentrum Excursio, mit Mannschaftsbus geht es ins Gelände des Unternehmens Leag.
- Gigantische Maschinen wie der Schaufelradbagger SRs 6300 und die Abraumförderbrücke F60 im Einsatz.
- Rekultivierungsprojekte zeigen erste Erfolge: Hügellandschaften, Laubbäume und Weinbau entstehen.
- Tourkosten: 29–36 € für Erwachsene, ermäßigt 25–32 €; Fast-Food und Restaurants in Welzow verfügbar.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die Sommerferien laden nicht nur zum Schweifen in die Ferne ein, sondern auch dazu, die Region zu erkunden. Schließlich bietet auch die Spremberger Umgebung so einiges, wofür Menschen aus anderen Teilen Deutschlands sogar extra anreisen.
Denn nicht mehr lange und der Abbau von Braunkohle im Lausitzer Revier reiht sich ein in die historischen Erzählungen, aus denen sich die Geschichte von der Industrialisierung bis zum menschengemachten Klimawandel zusammensetzt.
Wie besucht man eigentlich einen Tagebau?
Noch aber kann der aktive Braunkohleabbau im Tagebau Welzow-Süd vom Abraum bis zur Rekultivierung live verfolgt werden. Gleichzeitig lernen Kinder und Erwachsene dabei etwas über die Geschichte des Braunkohleabbaus in der Lausitz und seinem Einfluss auf Menschen und Landschaft.
Mit dem Bergbautourismusverein der Stadt Welzow bringt interessierte Besucher direkt in den Tagebau. Los geht es am Besucherzentrum Excursio im ehemaligen Bahnhof von Welzow. Mehrmals pro Woche starten von dort aus Touren in den Tagebau Welzow-Süd oder zum Kraftwerk Schwarze Pumpe.
Wer von Spremberg mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Welzow will, muss gut planen. Direkte Busverbindungen mit einer Fahrtzeit von circa 45 Minuten gibt es nur wenige am Tag. Ausstieg: am Bahnhof, Welzow. Von Cottbus aus kommen Familien in einer knappen halben Stunde mit Zug und Bus nach Welzow – mit einem Umstieg in Neupetershain.

Mit einem ehemaligen Mannschaftsbus geht es für die Besucher in den Tagebau Welzow-Süd.
Luise MösleIm Besucherzentrum heißt es dann Helm aufsetzen und los. Wer mit dem Mannschaftswagen mit in den Tagebau fahren will, muss festes Schuhwerk tragen und darf nicht unter Alkoholeinfluss stehen. Kinder können ab zehn Jahren mitfahren, Menschen mit einer Behinderung fragen am besten vorher an, inwiefern Rollator und Co. im Mannschaftsbus untergebracht werden können.
Mit dieser Technik wurde früher Kohle um Welzow gefördert
Bereits während der Fahrt zum Tagebaurand bekommen die Gäste von den Tourguides so einiges an Geschichte und Geschichten mit. Zum Beispiel, wer auf die Idee kam, in der Region nach Kohle zu suchen, um den knappen Brennstoff Holz zu ersetzen oder welche Orte nur fast im Tagebau verschwunden wären.

Blick über den Tagebau Welzow-Süd vom Aussichtspunkt Süd. Der Touristenführer erklärt, wie an dieser Stelle vor Jahrmillionen die Braunkohle entstanden ist.
Luise MösleDen ersten Halt macht der Mannschaftsbus an einem der beiden Aussichtspunkte über den Tagebau Welzow-Süd. Mit Blick über die riesige Landschaft aus umgewälzten Erdmassen lernen die Besucher, wie die Lausitzer Braunkohle vor Jahrmillionen entstanden ist und wie auch in der Lausitz die Kohle mittels Pfeilerbruchbau zunächst unter Tage gefördert wurde.
Nach dem kleinen Exkurs in die Lausitzer Vergangenheit geht es vom Tagebaurand mit dem Mannschaftsbus weiter in den Tagebau hinein. Ab jetzt begeben sich die Besucherinnen und Besucher auf das Gelände des Energieunternehmens Leag, das sonst nicht einfach so öffentlich zugänglich ist.

Der Schaufelradbagger SRs 6300 trägt den Sand über der Kohle im Tagebau Welzow ab. Er ist schwenkbar. Das Schaufelrad mit einem Durchmesser von 17,1 Metern.
Luise MösleTagebau Welzow-Süd – schwere Maschinen, Sand und Kohlestaub
Unter einem gigantischen Schaufelradbagger hält der Mannschaftsbus an. „Der SRs 6300 war einmal der Bagger der Welt“, erzählt der Tourguide. „Seine einzige Aufgabe ist es, die Erde bis auf 60 Meter über dem Kohleflöz abzutragen und plan zu machen. Den Rest erledigt dann die Abraumförderbrücke F60.“

Die Abraumförderbrücke F60 im Tagebau Welzow-Süd bewegt sich auf Schienen durch den Tagebau. Ursprünglich gab es fünf Brücken dieses Typs im Lausitzer Revier. Heute arbeiten dort noch drei Förderbrücken des Typs F60.
Luise MösleAuch bei diesem gigantischen Gerät hält der Mannschaftsbus. Auf der einen Seite graben Eimerkettenbagger den restlichen Sand über der Kohle ab, auf der anderen Seite fällt der Abraum mit gewaltiger Wucht wieder auf die Erde. Dazwischen liegt schwarz das Kohleflöz frei. „Die F60 ist die größte bewegliche Arbeitsmaschine der Welt“, erzählt der Tourguide. Auf Schienen bewegt sich das 27.000 Tonnen schwere Gerät langsam durch die Landschaft.
So kommt nach dem Tagebau Welzow-Süd die Natur zurück
Nach dem Tagebau muss irgendwann auch die Natur wieder zurückkommen können. Noch zarte Versuche sind davon auf der Bergbaufolgelandschaft zwischen Steinitz und Geisendorf zu sehen. Noch bis 2012 stand an diesem Ort die Förderbrücke.

Wo bis 2012 noch die Förderbrücke F60 stand, entsteht nun eine Bergbaufolgelandschaft zwischen Steinitz und Geisendorf.
Luise MösleDann hat schweres Gerät eine Hügellandschaft aufgeschüttet – nachempfunden der Endmoränenlandschaft der Steinitzer Alpen, die an dieser Stelle einmal im Tagebau verschwunden ist. Heute wachsen dort zarte Laubbäumchen, ein Stück weiter wird auf dem Wolkenberg bereits Wein angebaut.
Leckeres Essen nach dem Ausflug in den Tagebau Welzow-Süd
Zu Ende geht die Tour wieder in Welzow an dem Besucherzentrum. Wenn jetzt der Magen und die Kinder plagen, gibt es vor der Heimfahrt auch noch einige Möglichkeiten in Welzow einzukehren. Unweit vom Besucherzentrum finden hungrige Familien beim Imbiss Ömer alles, was das Fast-Food-Herz begehrt.
Etwas weiter gibt es im China-Bistro verschiedenen chinesische und thailändische Spezialitäten und noch ein Stück weiter lockt die Kumpelklause mit deftigen Fleischgerichten. Allerdings sind die letzteren beiden Restaurants nicht jeden Tag geöffnet.
Das kostet ein Tag im Tagebau Welzow-Süd
Direkte Busverbindungen mit einer Fahrtzeit von circa 45 Minuten gibt es nur wenige am Tag. Kosten: 4,60 Euro für Erwachsene und 3,70 Euro für Kinder bis 14 Jahre.
Von Cottbus aus kommen Familien in einer knappen halben Stunde mit Zug und Bus nach Welzow – mit einem Umstieg in Neupetershain. Erwachsene zahlen 5,80 Euro, Kinder 4,30 Euro.
Die Tour durch den Tagebau Welzow-Süd mit dem Bergbautourismusverein kostet, je nach Länge, zwischen 29 Euro und 36 Euro für Erwachsene und zwischen 25 Euro und 32 Euro ermäßigt.
Ein Falafel-Sandwich oder Döner kostet bei Ömer in Welzow etwa 7 Euro. Im China-Bistro gibt es die meisten Gerichte für unter 10 Euro. Ein deftiges Schnitzel-Gericht in der Kumpelklause gibt es ab etwa 15 Euro.
