Am 9. November jährt sich der Mauerfall bereits zum 30. Mal. Ein Einschnitt, der sowohl in Ostdeutschland als auch in Westdeutschland vieles veränderte. Drei Abgeordnete der Stadt Spremberg erzählen, wie sie den 9. November 1989 erlebten.

Volkmar Jurk (AfD): Nach meiner Ausreise aus der DDR im August 1984 befand ich mich auf dem Sofa in unserem Wohnzimmer in Bayern, als ich den Fall der Mauer im Fernsehen sah. Wir weinten vor Freude, das der Wunsch des Wegfalls der Mauer, endlich in Erfüllung ging. Wir packten Tage später unsere drei Kinder ins Auto und fuhren zu den Großeltern, die wir davor nicht besuchen durften. Danke an die Politiker, die das möglich machten.

Christoph Lohmeier (Die Nächste Generation): Ich kann mich leider nicht bewusst an die Wendezeit erinnern. Sehr wahrscheinlich habe ich die Grenzöffnung einfach selig verschlafen.

Meike Holtsch (FDP): Am Abend des 9. November saß ich (damals 24 Jahre) in unserer kleinen Küche und bereitete meinen Unterricht für die nächsten Tage vor. Meine Tochter schlief bereits und mein Mann hatte Bereitschaftsdienst in Schwarze Pumpe. Im Radio liefen Nachrichten und dort hörte ich auch die Bekanntmachung, dass die Grenzen für jedermann ab sofort geöffnet seien. Im Moment dachte ich mich verhört zu haben, aber danach wurde die Meldung bestätigt. Mir schoss als Erstes durch den Kopf: „Was soll das jetzt werden?“ Ich bekam Angst vor der Zukunft, an meine gewonnene Freiheit dachte ich nicht.

Als mein Mann gegen 23 Uhr nach Hause kam und ich ihm erzählte, dass die Grenze geöffnet sei, glaubte er mir nicht sofort. Erst die nächsten Nachrichten überzeugten ihn. Wir planten sofort am Sonnabend unsere Verwandtschaft in West-Berlin zu besuchen. So schnell fanden wir an diesem Abend nicht ins Bett, auch wenn mein Mann schon wieder um 4 Uhr aufstehen musste. Wir redeten über alles, was uns in diesem Moment bewegte.