725 Jahre Spremberg
: So bereichern die Dörfer das Stadtjubiläum

Spremberg feiert 725 Jahre Ersterwähnung. Auch in den Ortsteilen sind Veranstaltungen zum Stadtjubiläum geplant. Warum fehlt Terpe, wieso zögert Trattendorf?
Von
Annett Igel
Spremberg
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Das Mülltonnenrennen am 30. Mai 2026 im Ortsteil Sellessen sorgt für Tempo im Festprogramm zu 725 Jahren Ersterwähnung von Spremberg. Wie bringen sich weitere Ortsteile ein.

Teil des Festprogramms für das Stadtjubiläum Spremberg. Im Ortsteil Sellessen soll ein Mülltonnenrennen geben. Wie bringen sich weitere Ortsteile ein?

Hellmuth Henneberg
  • Spremberg feiert 2026 das 725-jährige Stadtjubiläum mit einem umfangreichen Festprogramm.
  • Ortsteile wie Sellessen, Haidemühl und Graustein planen eigene Veranstaltungen, z. B. ein Mülltonnenrennen.
  • Der Festumzug am 8. August 2026 soll länger als üblich werden – Vereine und Ortsteile überlegen die Teilnahme.
  • Ein „Tag der Ortsteile“ mit Rad- und Bustouren ist für den 14. Juni 2026 geplant.
  • Aktualisierte Termine und Infos finden sich auf www.touristinfo-spremberg.de/veranstaltungen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Im Jahr 1301 wird die Stadt und die Burg Spremberg – als opidum et castrum Sprewenberch – erstmals erwähnt. 725 Jahre ist das jetzt her. Und weil die Spremberger so gern feiern, gibt es bereits ein erstes Faltblatt mit einer Reihe von Veranstaltungen im Jahr 2026.

Mehrere Ortsteile haben sich in das Festprogramm eingeschrieben. Das Mülltonnenrennen in Sellessen, einzigartig in der Region, bereichert am 30. Mai 2026 das Festjahr. Der Ortsteil Haidemühl wird vom 5. bis 7. Juni 20 Jahre Umsiedlung feiern. Der Ortsteil Graustein ist am 27. und 28. Juni 2026  Austragungsort des 2. Night-Soccer-Turniers mit einem Public Viewing zur Fußball-WM. Der Ortsteil Groß Luja feiert am 15. August, ein Wochenende nach dem Spremberger Heimatfest, sein Dorffest.

Mit besonders vielen Veranstaltungen konnte sich bereits der Ortsteil Schwarze Pumpe mit dem Sommerkarneval und der Planschbecken-Regatta im Pumpschen Freibad sowie den Märkten  am Gleis 19 einbringen. Auch Hornow ist mit dem Schloss, der Mühle sowie dem Schokoladenland der Confiserie Felicitas mehrmals vertreten.

Wadelsdorf hat eine Idee für den großen Umzug in Spremberg

Doch einige Orte fehlen. Hat Terpe den Redaktionsschluss verpasst? Ortsvorsteher Detlef Langer kann sofort drei Feste allein für den Herbst aufzählen: das Erntefest, das die Terpsche Bürgergenossenschaft im September plant, das Oktoberfest sowie zwei Wochen später das Sauerkrautfest. „Auch einen Maibaum stellen wir auf“, sagt Langer. Tatsächlich ist die 725-Jahr-Feier der Stadt Spremberg erst jetzt Thema in den Ortsbeiratssitzungen. Ein zweiter Veranstaltungsflyer ist geplant. Einsendeschluss für weitere Veranstaltungen ist der 15. Februar, erscheinen soll das aktualisierte Faltblatt Anfang 2026.

Wie Robert Hänchen, Ortsvorsteher im Ortsteil Wadelsdorf, mitteilt, hat er seit ein paar Tagen Informationen dazu auf dem Tisch. „Es geht für uns auch darum, ob wir uns am großen Festumzug beteiligen. Mit der Kinder- und Jugendfeuerwehr könnten wir das. Aber das müssen wir erst beraten“, so Robert Hänchen. Geplant ist der Festumzug am 8. August. Auch ein Stand wäre denkbar, sagt Robert Hänchen.

Eingeläutet wird das Spremberger Heimatfest mit einem Umzug durch die Stadt.

Zum Programm des Spremberger Heimatfestes gehört der Umzug durch die Stadt.

Zum Programm des Spremberger Heimatfestes gehört der Umzug durch die Stadt. Im Jahr der 725-Jahr-Feier soll er deutlich länger werden.

Detlef Bogott

So eine Teilnahme lebt mit den Vereinen, die es in einem Ortsteil gibt, sagt Ronny Knuppe, Ortsvorsteher in Trattendorf. Hier gibt es erst seit wenigen Monaten einen Heimatverein, der sich um das Maibaumstellen und den Teich in Obertrattendorf kümmert. Aber auch ein großer Verein, der 65 Jahre alt wird und eine zentrale Rolle zu 725 Jahren Spremberg spielt, hat in Trattendorf sein Zuhause: der Motorsportclub (MC) Spremberg mit den historischen Figuren und der Spremberger Spreenixe. Dr. Jürgen Hübner, besser bekannt als Harri Piel und Hofnarr der Bürgermeisterin, verspricht, sich zu sputen, damit das zur nächsten Faltblatt-Ausgabe noch gelingt.

Das Stadtjubiläum von Spremberg gibt Anlass zum Nachrechnen

Und dass der MC zum Ortsteil Trattendorf steht, beweisen erste Absprachen für 2027. Da können nämlich die Trattendorfer ein richtig rundes Jubiläum mit 500 Jahren Ersterwähnung feiern. Und der MC will ihnen dabei helfen. Die Vorbereitungen dazu werden gleich nach dem Tagesordnungspunkt zur 725-Jahr-Feier von Spremberg in der Ortsbeiratssitzung am 29. Januar 2026 behandelt.

Keiner der 14 Ortsteile kann momentan eine frühere Ersterwähnung vorweisen als Spremberg. Auf 676 Jahre bringt es immerhin Sellessen mit einer Ersterwähnung um 1350. Zelezna, der wendische Name, steht für Eisen. Schon um das Jahr 200 nach Christi soll hier Raseneisenerz verhüttet worden sein. Das macht deutlich, dass Spremberg und so mancher Ortsteil schon sehr viel eher besiedelt war, als es Ersterwähnungen bestätigen können. Wie Trattendorf wird auch Schönheide, der kleinste Ortsteil von Spremberg, im Jahr 2027 auf 500 Jahre Ersterwähnung zurückschauen können und Türkendorf sogar auf 560 Jahre.

Ein „Tag der Ortsteile“ im Festprogramm von Spremberg

Graustein könnte in diesem Jahr auch etwas mehr feiern, es macht seit 605 Jahren von sich reden. Groß Luja und Wadelsdorf waren bereits im Jahr 2025 Jubilare – die Lujschen mit 530 und die Wadelsdorfer mit 480 Jahren Ersterwähnung.

Baumpflanzaktion im Familienhain
Vor zehn Jahren wurde der Familienhain in Haidemühl errichtet. Mit der nun 4. Pflanzaktion wird diese tolle Idee fortgesetzt. Bisher wurden im Familienhain 151 Bäme gepflanzt. Die heutige Aktion steht für 10 Eheschließungen und 22 Geburten. Die Geburtenrate im Ortsteil Haidemühl ist in Bezug auf die Stadt Spremberg überdurchschnittlich. Der Altersdurchschnitt liegt in Haidemühl bei 43,7 Jahren und somit ist Haidemühl Sprembergs jüngster Ortsteil.

Baumpflanzaktion im Familienhain für Eheschließungen und Geburten im neuen Haidemühl, Ortsteil von Spremberg. Im Jahr 2026 sollen 20 Jahre Umsiedlung gefeiert werden.

Detlef Bogott

Schaffen es auch Lieskau und Cantdorf noch ins Festprogramm? Lieskau hält viele alte und vorwiegend wendische Bräuche aufrecht, das Zampern und auch das Vogelschießen zum Beispiel. Cantdorf wiederum belebt ein neues Dorfgemeinschaftszentrum. Die Sanierung des Wiesenteiches soll in diesem Jahr offiziell beginnen. Für die Kochsa, den Bach in Cantdorf, soll die dauerhafte Einspeisung gesichert werden, eine Ewigkeitslast in Bergbaufolge.

Ein „Tag der Ortsteile“ ist übrigens ins Festprogramm geschrieben: Am 14. Juni 2026 können die 14 Orte über eine Rad- und Bustour besucht werden. Die Tour soll insgesamt 72,50 Kilometer lang sein. Eine Zahl, die kaum zu glauben ist, aber im 725-Festjahr gern nachgemessen werden kann.

Festprogramm in Spremberg wächst

Aktualisiert werden die Termine im Festjahr der Stadt Spremberg regelmäßig auf der Internetseite www.touristinfo-spremberg.de/veranstaltungen.

Ein zweiter Veranstaltungsflyer soll Anfang März erscheinen. Einsendeschluss für die Veranstaltungen ist am 15. Februar 2026.

Für das Mülltonnenrennen in Sellessen am 30. Mai 2026 können sich Teams oder Einzelstarter, die noch einen Teampartner suchen, ab sofort bewerben. Meldeschluss ist am 1. Mai, teilen die Organisatoren vom SV Grün-Weiß Sellessen mit. Die Melde-Adresse lautet: lausitzermuelltonnenrennen@gmail.com. Gebraucht werden die Namen und das Alter der Starter, die Adresse des Ansprechpartners und ein möglichst origineller Teamname. Die Teilnahmegebühr beträgt 20 Euro je Team.

Die Idee zu einer 725-Jahr-Feier in Spremberg entstand, nachdem die Stadt mit ihrer vierten Bewerbung um die Landesgartenschau 2022 leer ausging. Die Laga, die 2027 in Wittenberge stattfinden wird, war ursprünglich 2026 geplant.