Windkraft in Schipkau
: 271 Hektar für erneuerbare Energien – erste Entscheidung

Die Gemeindevertreter von Schipkaus wollen jetzt die Weichen für die Entwicklung eines Sondergebiets stellen. Die Nachbarn in Großräschen sind argwöhnisch.
Von
Silke Wentingmann-Kovarik
Schipkau
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Inbetriebnahme des weltweit höchsten Windmessmastes: ARCHIV - 03.05.2023, Brandenburg, Klettwitz: Der 300 Meter hohe Windmessmast ragt auf der Hochfläche in Klettwitz bei Schipkau (Landkreis Oberspreewald-Lausitz) in den Himmel (Luftaufnahme mit einer Drohne). Im Hintergrund sind viele Windenergieanlagen sowie mehrere Photovoltaikanlagen zu sehen. Am 04.05.2023 findet die Inbetriebnahme des weltweit höchsten Windmessmastes statt. In einer Höhe von 300 Metern wird in den kommenden 12 Monaten das Windangebot systematisch ermittelt. Die Erkenntnisse aus diesem Projekt sollen die Grundlage für künftige Höhenwindtürme sein. Diese werden bestehende Windparks ergänzen. Bauherr des Messmastes ist die GICON-Gruppe im Auftrag der beventum GmbH. Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. (zu dpa: «300 Meter hohe Windkraftanlage soll dieses Jahr in Betrieb gehen») Foto: Patrick Pleul/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Windräder gibt es in der Region von Schipkau bis Großräschen reichlich. Hier unmittelbar dem weltweit höchsten Windmessmast, der auf der Hochfläche in Klettwitz bei Schipkau errichtet worden war und schon wieder demontiert ist. Im Hintergrund sind viele Windenergieanlagen sowie mehrere Photovoltaikanlagen zu sehen.

Patrick Pleul/dpa
  • Schipkau plant ein 271 Hektar großes Gebiet für Windenergie und weitere erneuerbare Energien.
  • Die Gemeindevertreter sollen am 12. Dezember einen Bebauungsplan beschließen.
  • BASF Schwarzheide GmbH hat sich einen Teil der Fläche gesichert.
  • Das Projekt soll eine lokale Nahwärmeversorgung ermöglichen.
  • Großräschens Bürgermeister ist skeptisch und sieht das Vorhaben kritisch.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Eine preiswerte Wärmeversorgung aus eigener Kraft – das ist ein Plan, den die Gemeinde Schipkau umsetzen möchte. Voraussetzung dafür ist die Erzeugung von erneuerbaren Energien aus eigenen Quellen. Für diesem Zweck sollen auf gemeindeeigenem Gelände in einem sogenannten Plangebiet Windenergieanlagen betrieben werden. Doch das ist nicht alles. Per Beschluss wollen die Gemeindevertreter in ihrer letzten Sitzung im Jahr 2024 die Aufstellung eines Bebauungsplanes für ein „Sondergebiet Nutzung erneuerbarer Energien“ auf den Weg bringen.

Das Plangebiet hat eine Größe von 271 Hektar und befindet sich in der Bergbaufolgelandschaft des ehemaligen Tagebaus Meuro. Im Norden, Osten und Westen wird es von Wirtschaftswegen im ehemaligen Tagebau Meuro sowie im Süden von der Kreisstraße K 6612 zwischen Meuro und Senftenberg begrenzt.

BASF Schwarzheide GmbH sichert sich Teil der Fläche

In der Beschlussvorlage wird die Planung durch die Regionale Planungsgemeinschaft aufgeführt. Diese habe unter anderem einen Bereich im ehemaligen Tagebau Meuro ermittelt, der ausreichend von potenziellen Schutzgütern entfernt sei. „In diesem Bereich wäre somit die Windenergienutzung nach gegenwärtiger Rechtslage grundsätzlich möglich.“ Der Bereich wurde im Entwurf des Regionalplans mit der Nummer 42 gekennzeichnet.

Die Flächeneigentümer, darunter auch die Gemeinde Schipkau, sowie Interessenten – wie unter anderem die BASF Schwarzheide GmbH – seien auf diesen potenziellen Standort der Windenergienutzung aufmerksam geworden. So habe sich die BASF Schwarzheide GmbH einen Teil der Fläche gesichert. Es werde geprüft, ob hier eine dringend notwendige Grünstromversorgung für den Betriebsstandort Schwarzheide realisiert werden könnte, heißt es in der Beschlussvorlage. Über Einzelheiten zum Projekt habe das Chemie-Unternehmen bei einer Befahrung des Plangebiets informiert.

Weg frei für Windkraft? Jetzt fällt erste Entscheidung

Hinzu kommt das eingangs erwähnte Projekt der Nahwärmeversorgung, das die Gemeinde Schipkau derzeit gemeinsam mit dem Unternehmen GP Joule sondiere.

Voraussetzung für alle Vorhaben ist jedoch eine planungsrechtliche Sicherung und Entwicklung des Gebiets. Dies soll in Form des Bebauungsplanes geschehen, den die Gemeindevertreter am Donnerstagabend (12. Dezember) beschließen sollen. Als Planungsziel wird die Festsetzung eines Sondergebiets gemäß § 11 Baunutzungsverordnung für den Bau und Betrieb von Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien einschließlich deren technischer und verkehrlicher Erschließung formuliert.

In der Nachbarkommune wird das Vorhaben argwöhnisch beobachtet. Großräschens Bürgermeister Zenker hatte die Pläne bereits im Frühjahr gegenüber diesem Nachrichtenportal als Provokation eingestuft und lehnt sie ab.