Die beginnende Vegetation musste ab Mitte März 37 Tage ohne nennenswerte Niederschläge überstehen. Die Wetterregel: „April windig und trocken, lässt das Wachstum stocken“, wurde wahr. Die ganze Region atmete auf, als am 27. April ein Gewitter flächendeckend das lang ersehnte Himmelswasser brachte. Allerdings waren dabei die vor allem am Monatsende registrierten Mengen sehr unterschiedlich. Während Klaus Hirsch in Großkoschen mit 30 Millimetern das meiste im Messbecher hatte, war es bei Wolfgang Sawade in Zinnitz bei Calau mit mageren zehn Millimetern deutlich weniger.

Die bisherige gesamte Niederschlagsbilanz für das Jahr 2019 ist nicht so dramatisch. Immerhin hat Dr. Alexander Haußmann in Hörlitz vom 1.1. bis 30.4. bereits 210 Millimeter registriert, bei einer Norm von 164 Millimetern. Die ausgebliebene Schneeschmelze und das große Defizit aus dem Vorjahr beeinflussen in der Lausitz im starken Maße das aktuelle Geschehen. Das Gewitter am Monatsende und der Zustrom polarer Luftmassen brachten einen Temperatursturz. Der Start in den Mai war unterkühlt. Auch im Flachland droht Frostgefahr noch vor den gefürchteten Eisheiligen.

Ein solcher Dämpfer war nach dem extrem frühen Sommer im April nicht zu erwarten. Rekordwerte mit täglich neun Stunden Sonnenschein vermeldet Michael Wesnigk aus Klettwitz. Damit verbunden war das schönste Wetter zu den Osterfeiertagen seit 30 Jahren.

Dafür, dass die Temperaturen nicht noch höher angestiegen sind, sorgte der anhaltende böige Ostwind. Wälder und Fluren trockneten regelrecht aus. Damit verbundene Sandstürme in diesem Ausmaß gab es auf den neu bestellten Ackerflächen rund um Ortrand und anderen Gebieten schon lange nicht mehr. Der aufgewirbelte Boden verdunkelte zeitweilig ganze Landstriche in der Region.

Von Panik verbreitenden langfristigen Vorhersagen, dass der Lausitz erneut ein Dürresommer bevorstehe, halten die Senftenberger Wetterfrösche wenig. Die Bauernregel: „Wenn der April zu warm sich gestaltet, wird von Juni bis November viel Wärme walten“, hat eine geringe Treffsicherheit. Hoffen lässt dagegen: „Grünt die Eiche vor dem Mai, zeigt`s, dass der Sommer fruchtbar sei.“ So ein zeitiges Grünen und Blühen trotz der Trockenheit gab es schon lange nicht, so die Beobachtung von Günter Kobel aus Ortrand.

Ende April, Anfang Mai stand der Flieder bereits in schönster Blüte, ebenso die Rosskastanien, die Azaleen, und die ersten Rhododendron. Die Obstbaumblüte ist im wesentlichen schon Geschichte. Der hellgrüne Maiwuchs bei den Koniferen zeigt sich aktuell. Winterroggen und Wintergerste schieben bereits Ähren.