Von Torsten Richter-Zippack

Seit Monaten führt die Schwarze Elster im Raum Senftenberg wenig bis gar kein Wasser. Grund ist die anhaltende Trockenheit seit Juni. Mehrere Klärwerke leiten ihre gereinigten Abwässer dennoch in den Fluss ein. Toilettengänge werden also nicht begrenzt. Das stellt Dr. Roland Socher, Vorsteher des Wasserverbandes Lausitz (WAL), klar. „Wir haben eine wasserrechtliche Erlaubnis zum Einleiten des gereinigten Abwassers in die Schwarze Elster. Diese Genehmigung ist nicht an eine bestimmte Wasserführung in diesem Fluss gebunden.“

Diese Aussage bestätigt die Wasserbehörde des Landkreises Oberspreewald-Lausitz: „Die Kläranlagen können unabhängig des Wasserstandes einleiten, entscheidend ist der Durchfluss“, heißt es. Anders ginge es auch gar nicht: „Wir haben auch keine Möglichkeit, das Abwasser in der Kläranlage zurückzuhalten“, erklärt Roland Socher.

Pflanzenwuchs in Schwarzer Elster problematisch

Im eingeleiteten Wasser könnten Fische durchaus überleben, zumindest solange noch Wasser vorhanden ist. Problematisch sei vielmehr der teils extreme Pflanzenwuchs in der Elster. Dieser fördere die Verdunstung erheblich.

Im Gegenzug müsse aus den Klärwerken auch bei Hochwasser in die Schwarze Elster eingeleitet werden. Dann könne allerdings nicht mehr wie im Normalfall das freie Gefälle genutzt werden. Stattdessen seien Pumpen erforderlich. Dafür sei bereits beim Bau der Kläranlagen Vorsorge getroffen worden.

In der Senftenberger Kernstadt sind inzwischen sämtliche Einwohner an die zentrale Abwasserversorgung angeschlossen. Im Verbandsgebiet sind es immerhin um die 80 Prozent.

Der Wasserverband betreibt in der Region insgesamt sechs Kläranlagen. Die mit Abstand größte befindet sich in Brieske nur einen Steinwurf von der Elster entfernt. Sie ist für rund 60 000 Einwohner konzipiert, genutzt wird lediglich die Hälfte. Ebenso in Lauchhammer (für 19 000 Menschen) wird direkt in den Fluss eingeleitet.

BASF leitet Abwasser in die Schwarze Elster

Auch die Kläranlage der BASF Schwarzheide ist nicht an den Durchfluss in der Elster gekoppelt, sagt Unternehmenssprecher Arne Petersen. Kriterium sei allein das Einhalten der gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte. „Dazu betreiben wir ein Gewässermanagement und überwachen die Werte.“

Derzeit sei der Mindestabfluss der Schwarzen Elster wegen der Trockenheit über einen längeren Zeitraum nicht sichergestellt. In Schwarzheide fallen durchschnittlich rund 350 Kubikmeter Abwasser pro Stunde an. „Über die zugeführten gereinigten Abwässer stützen wir den Fluss“, erklärt Petersen. Ohnehin verfüge auch die BASF Schwarzheide kaum über Rückhaltemöglichkeiten für gereinigtes Abwasser. Zwar gebe es einen Puffer von 12 000 Kubikmetern, doch dieser sei ausschließlich für den Fall von Störungen im Kläranlagenprozess vorgesehen.