Vogelgrippe in Brandenburg
: So ist die Lage rund um Forst, Guben und Spremberg

Mehrere Bundesländer und Landkreise in Brandenburg melden Ausbrüche der Vogelgrippe bei Wildvögeln und in Geflügelhaltungen. So ist die aktuelle Situation in Spree-Neiße.
Von
Harriet Stürmer
Forst
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Vogelgrippe in Brandenburg - Tote Kraniche bei Linum

Tote Kraniche bei Linum: Allein die Verluste bei Kranichen wegen der Vogelgrippe werden in Brandenburg aktuell auf über 1000 Tiere geschätzt.

Nobert Schneeweiß/Artenkompetenzzentrum Rhinluch/dpa
  • Brandenburg erlebt den bislang schwersten Ausbruch der Vogelgrippe, über 1000 Kraniche betroffen.
  • Spree-Neiße und Cottbus bislang ohne Fälle, Veterinäramt bleibt wachsam und gibt Schutzempfehlungen.
  • Geflügel sollte nach Möglichkeit im Stall gehalten und nicht im Freien gefüttert werden.
  • Erkrankte oder tote Wildvögel müssen schnell gemeldet und Kadaver umgehend entfernt werden.
  • Seit September 2025 verstärkter Anstieg der Vogelgrippe-Fälle, zuletzt H5N1-Ausbruch in Potsdam-Mittelmark.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Brandenburg erlebt aktuell den schlimmsten Ausbruch der Vogelgrippe bei Kranichen. Das Landesumweltamt spricht von einem in dieser Größenordnung bislang einmaligem Geflügelpest-Geschehen. Auch andere Wildvögel und Geflügelhaltungen sind bereits betroffen. Deutschlandweit wächst die Sorge vor einem weiteren rasanten Anstieg der Fälle.

Im Landkreis Spree-Neiße und der Stadt Cottbus ist die Lage indes noch ruhig. „Bislang liegen keine Meldungen vor“, berichtet eine Sprecherin der Kreisverwaltung am Donnerstag (23. Oktober 2025). Gleichwohl sei das zuständige Veterinäramt für den Ernstfall vorbereitet und wachsam.

Geflügelhalter sollten die Biosicherheitsmaßnahmen zwingend erhöhen. Das Veterinäramt empfiehlt Folgendes:

  • Wenn möglich, sollten die Tiere im Stall gehalten werden.
  • Ist eine Aufstallung nicht möglich, sollte das Geflügel zumindest in einem Auslauf gehalten werden, der durch ein engmaschiges Netz über dem Auslauf oder einem anderen Schutz gegen Gefahren aus der Luft gesichert ist.
  • Beim Betreten des Auslaufes oder des Stalles ist zwingend das Schuhwerk zu wechseln und bestenfalls mit einem Desinfektionsmittel zu behandeln.
  • Gehaltenes Geflügel wie etwa Hühner, Gänse oder Enten sollte nicht im Freien gefüttert werden. Das lockt potenziell infizierte Wildvögel an und kann die Tierseuche in den Bestand einbringen.
  • Überdies empfiehlt das Veterinäramt, gehaltenes Geflügel möglichst zeitnah zu schlachten und bis zum Verzehr einzufrieren.

Achtung Vogelgrippe: kranke und verendete Vögel melden

Mit Blick auf etwaige Schutzmaßnahmen für Wildvögel heißt es aus der Kreisverwaltung, dass diese derzeit nur durch die zeitnahe Meldung von erkrankten und verendeten Vögeln erfolgen könnten. Demnach sei es wichtig, dass Kadaver schnellstmöglich beräumt werden, um weitere Infektionen von Aasfressern wie Krähen, Raben, Seeadlern oder auch Füchsen zu vermeiden.

Bürgern wird indes abgeraten, Kontakt zu erkrankten oder verendeten Wildvögeln aufzunehmen. „Auffällige oder verendete Vögel – insbesondere Wasser- und Greifvögel oder Kraniche – sind schnellstmöglich unter Angabe des Fundortes, zum Beispiel anhand der Koordinaten, dem Veterinäramt des Landkreises mitzuteilen“, so die Kreissprecherin weiter.

Meldungen zu erkrankten und verendeten Vögeln werden entgegengenommen vom:
Fachbereich Landwirtschaft, Veterinär- und Lebensmittelüberwachung, Telefon 03562 98618301, Fax 03562 98618388, E-Mail an veterinaeramt@lkspn.de

Vogelgrippe: Eine rasch tödlich verlaufende Infektionskrankheit

■ Geflügelpest ist eine hochansteckende und bei vielen Vogel- und Geflügelarten rasch tödlich verlaufende Infektionskrankheit.
■ Seit September 2025 ist in Deutschland ein Anstieg der Ausbruchszahlen bei Wildvögeln und in Hausgeflügelbeständen zu erkennen.
■ In Brandenburg ist zuletzt im Landkreis Potsdam-Mittelmark in einem Betrieb mit einem Putenbestand von etwa 6200 Tieren der Geflügelpesterreger H5N1 amtlich festgestellt worden. Die tierschutzgerechte Tötung des Bestandes ist seit Montagabend (20. Oktober 2025) abgeschlossen.
■ In Brandenburg handelt es sich dabei um den zweiten Geflügelpestausbruch in diesem Herbst. Zuvor wurde der Geflügelpesterreger bereits bei einer Graugans im Landkreis Teltow-Fläming sowie bei einem Kranich im Landkreis Ostprignitz-Ruppin nachgewiesen.