Unter höchster Geheimhaltungsstufe ist in den vergangenen Monaten ein Nachfolger für das Rotorblatt-Werk von Vestas in Lauchhammer gesucht worden. Weder Vestas noch das Wirtschaftsministerium oder die potenziellen Investoren haben sich aus der Deckung gewagt. LR-Recherchen haben Anfang Juli dann den Einstieg des chinesischen Konzerns SVOLT aufgedeckt – diese Nachricht bekommt nun auch einen offiziellen Charakter: SVOLT, ein globales Hightech-Unternehmen, das Lithium-Ionen-Batterien und Batteriesysteme für Elektrofahrzeuge sowie Energiespeicher herstellt, will sich in der Lausitz ansiedeln.
Seine Pläne will der Investor erstmals am 9. September bei einer Pressekonferenz auf dem ehemaligen Vestas-Gelände in Lauchhammer vorstellen. Wie hoch angebunden der Termin ist, zeigt die Gäste-Liste: Neben SVOLT-Europa-Präsident Kai-Uwe Wollenhaupt werden auch Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach sowie Ministerpräsident Dietmar Woidke (beide SPD) erwartet.

Lauchhammer

SVOLT stellt sich im ehemaligen Vestas-Werk in Lauchhammer vor

Zum Produktportfolio von SVOLT gehören nach eigenen Angaben Batteriezellen, Module und Packs ebenso wie Batteriemanagementsysteme und Softwarelösungen. Der Hauptsitz von SVOLT befindet sich in Jintan District, Changzhou, Provinz Jiangsu in China. Firmensitz der europäischen Tochter SVOLT Energy Technology (Europe) GmbH ist Frankfurt am Main. Weltweit beschäftigt SVOLT rund 12.000 Mitarbeiter, davon 3.000 im Bereich Forschung & Entwicklung.
Der weltweit größte Windkraftanlagenhersteller Vestas hatte Mitte September vorigen Jahres überraschend bekannt gegeben, sein auch mit staatlichen Fördergeldern aufgebautes Werk in Lauchhammer Ende 2021 aus wirtschaftlichen Gründen zu schließen. Neben Lauchhammer sollen auch die Produktionsstätten in Viveiro (Spanien) sowie in Esbjerg (Dänemark) stillgelegt werden. Etwa 650 Mitarbeiter sind betroffen, davon in Lauchhammer 460. Ein Großteil von ihnen ist in eine Transfergesellschaft gewechselt – ob die ehemaligen Vestas-Leute statt Rotorblätter bald Batterien produzieren, ist noch offen.