Unwetter in Brandenburg: Fast 200 Einsätze für Feuerwehr – Pkw kracht in Rettungsfahrzeug

Die Feuerwehr Kahren pumpt in der Schillerstraße in Cottbus einen Keller aus. An der tiefsten Stelle steht das Wasser kniehoch. Das Wasser muss in die überlastete Kanalisation eingeleitet werden, in der es während des Starkregens heftig rumort hat. Bürger der angrenzenden Häuser sind besorgt. Soviel Regen auf einmal hat es hier noch nicht gegeben.
Kathleen WeserSchwere Gewitter über dem Südosten Brandenburg beschäftigen am Freitagnachmittag die Feuerwehr. Um 16.00 Uhr wurde im Bereich der Leitstelle Lausitz der Ausnahmezustand ausgerufen, wie ein Sprecher auf Anfrage sagte. Demnach rückte die Feuerwehr zu zahlreichen Unwettereinsätzen aus.
Hauptsächlich seien Keller vollgelaufen und Bäume umgestürzt. Auf der A15 zwischen Forst und Roggosen ereignete sich ein Unfall mit einem Feuerwehrfahrzeug, bei denen drei Personen verletzt wurden. Nach Auskunft der Leitstelle Lausitz entfernten die Kameraden gegen 18.50 Uhr einen umgestürzten Baum, der auf die Fahrbahn ragte. Bei den Arbeiten ist ein Pkw-Fahrer in das Feuerwehrfahrzeug gefahren und wurde eingeklemmt. Bei dem Unfall wurden auch zwei Feuerwehrleute verletzt. Alle drei Verletzten sind in Krankenhäuser gebracht worden. Darüber hinaus gab es keine Verletzten, infolge des Unwetters.
Cottbus und Spree-Neiße-Kreis sind Schwerpunkt
Allein in Cottbus mussten die Wehren, laut Angaben der Stadt, zwischen 16.00 und 18.45 Uhr unwetterbedingt zu 40 Einsätzen ausrücken. Schwerpunkt war der Ortsteil Willmersdorf. Die Feuerwehr war mit allen verfügbaren Kräften im Einsatz, so neben der Berufswehr mit allen Freiwilligen Wehren im Stadtgebiet sowie der FG Logistik, der Gefahrstoffeinheit, der SEG Verpflegung und der SEG Führungsunterstützung.
Die Leitstelle Lausitz registriert aktuell 43 Hilfeleistungseinsätze in Cottbus. Neben dem Stadtgebiet war Spree-Neiße mit 77 Einsätzen Schwerpunkt. Hier waren und sind insbesondere Peitz, Guben und Forst betroffen. In Oberspreewald-Lausitz wurden 21 Einsätze registriert, in Dahme-Spreewald 15, in Elbe-Elster 7.
Leitstelle Lausitz steht im Austausch mit dem DWD
Unwetterbedingt wurden seit Freitag, 16 Uhr, 190 Einsätze verzeichnet. Insgesamt hatte die Leitstelle Lausitz im Tagesverlauf mehr als 1.000 Not- und weitere Anrufe abzuarbeiten. Sie war nach entsprechenden Unwetterwarnungen personell verstärkt worden.
Eine Unwetterfront sei quer über die Lausitz gezogen, die Gewitter würden allmählich nachlassen. Der Deutsche Wetterdienst hatte in Südostbrandenburg vor extremen Unwettern mit Starkregen und Sturmböen gewarnt.
Hinweis zur Nutzung: Auf der Karte unten links auf den „Play-Button“ klicken, um die Wetterentwicklung zu sehen. Die Farbskala am unteren Rand der Karte gibt an, wie hoch die Regenmenge in mm sein kann.
Die Leitstelle Lausitz stand seit Freitagvormittag in engem Austausch mit dem Deutschen Wetterdienst. Es gab eine Videokonferenz mit den Wetterfachleuten. Cottbus galt zu diesem Zeitpunkt als ein möglicher Hotspot, was die Regen- und Sturmlage am Freitagnachmittag betrifft.

